1. Stadt Wien
  2. Lifestyle
  3. Essen & Trinken
Mehr Lifestyle
Artikel teilen
Kommentieren
Jürgen Weber
Essen & Trinken Text: Jürgen Weber

Café Hawelka: Eine erlebenswürdige Lokalinstitution

Das einzig erschwingliche Künstlercafè in der Wiener Inneren Stadt begründete seine Tradition mit der einfachen Philosophie des verlängerten Wohnzimmers, denn es wurde lange Zeit von dem Ehepaar Hawelka im Alleingang betrieben und war deswegen nicht nur in der Vergangenheit bei der Wiener Bohème so beliebt. Heute wurde es von einer neuen Generation übernommen, die die Tradition der Gründer pflegt und ihre Gastfreundschaft an neue Gäste aus dem In- und Ausland weitergibt.

Kaffeehaus: Café Hawelka Innen-Nachtaufnahme von Tischen
© WienTourismus/Karl Thomas | Grüß' Sie im Café Hawelka! Wahrscheinlich der berühmteste Geheimtipp in der Wiener Innenstadt-

Heimat urbaner Schiffbrüchiger

In der Zwischenkriegszeit von Leopold und Josefine Hawelka gegründet, avancierte das gleichnamige Künstler-Café in der Wiener Innenstadt bald zum Treffpunkt von Schriftstellern, Malern und Architekten. Schriftsteller wie Hans Weigel, Hilde Spiel, Friedrich Torberg, Heimito Doderer oder Oswald Wiener gehörten ebenso dazu wie Gerhard Rühm und später Friedrich Achleitner, H.C. Artmann und die „Wiener Gruppe“. Aber auch der Kabarettist und „Herr Karl“-Darsteller Helmut Qualtinger, sowie die Maler des Fantastischen Realismus (Friedensreich Hundertwasser, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner) huldigten dieser beinahe heiligen Wiener Kaffeehausinstitution.

Von Buchteln und Wuchteln

Das „Hawelka“, das nach seinen ersten beiden Besitzern benannt wurde, war nicht nur für seine selbstgemachten frischen Buchteln (eine mit Marmelade gefüllte österreichische Spezialität aus Hefeteig) bekannt, sondern auch für seinen am Holzofen zubereiteten Cafè und natürlich vermittelte die vom Ehepaar Hawelka weitergegebene familiäre Atmosphäre ein zweites Zuhause für Intellektuelle und solche die es noch werden wollten. Und so wurde auch die eine oder andere Wuchtel (Wienerisch für: Scherz) im Hawelka geschoben.

Heimelig wie ein verlängertes Wohnzimmer

Als eines der wenigen Zugeständnisse an die Moderne folgte nach dem Krieg eine Espresso-Maschine. Leopold hatte zuvor das Holz für den Ofen eigenhändig im Wienerwald gesammelt. In den Sechzigern sollen auch Elias Canetti, Arthur Miller und Andy Warhol zu Besuch gekommen sein. Nachdem die beiden Gründer Anfang des Milleniums leider verstarben nehmen heute auch Politiker und Journalisten sowie ausländische Gäste gerne im Cafè Hawelka Platz, um eine Wiener Legende zu erschnuppern. Denn abends gibt´s immer noch die sagenhaften Buchteln nach Josephine`s Rezepten.

Georg Danzer (Österr. Liedermacher 1946 - 2007) schrieb Mitte der 70er Jahre dem Hawelka eine Hymne mit "Jö schau". Das Video wurde im Hawelka gedreht und bietet einen Einblick in die Scenerie dieser Zeit - enjoy!

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

 

 


Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Lifestyle