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Bierarten & -sorten: Von Alkoholfrei bis Zwickl

"Mei Bier is ned deppat" hat Edmund Mundl in der österreichischen TV-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" verkündet. Wir finden auch nicht, dass Bier "deppat" ist. Dazu schmeckt es viel zu gut und erfrischt zu sehr. Doch Bier ist nicht gleich Bier und damit Sie wissen, welches Bier Sie eigentlich trinken, wenn Sie Bier trinken, haben wir für Sie Informationen zu dreizehn Bierarten und Biersorten zusammengetragen.

Halbleeres Bierglas
© berwis/pixelio.de |

Bier: Vielfältiger Genuss für jeden Geschmack

Bier ist nicht gleich Bier. Zuallererst können Biere je nach Gärungsart (und damit verbunden nach Gärungstemperatur) in unter- und obergärige Biere eingeteilt werden. 

  • Untergärige Biere (z.B. Lager- und Märzenbiere) reifen bei niedrigen Temperaturen, die Hefe setzt sich am Ende des Gärungsprozesses unten ab (untergärig).
  • Obergärige Biere (Weizenbiere) reifen bei höheren Temperaturen, die Hefe steigt am Ende des Gärungsprozesses nach oben auf (obergärig). 

Freilich können Biere auch nach Marken (Ottakringer, Gösser, Stiegl, Trumer, Schremser, Zwettler usw.) unterschieden werden. Die meisten Brauereien brauen verschiedene Bierarten bzw. Biersorten. In den letzten Jahren hat sich auch der Trend zum Craft Beer immer mehr entwickelt. Kleine Brauereien produzieren oft in Handarbeit (Craft) Kleinserien oder Biere mit außergewöhnlicheren Geschmacksrichtungen. Außerdem können Biere nach ihrem Stammwürze-Gehalt bzw. ihrer Grädigkeit eingeteilt werden.

Der Stammwürzegehalt entspricht dem prozentuellen Anteil der festen Stoffe bzw. des Extrakts in der Würze, also dem unfertigen Bier (Mischung aus Brauwasser und den gelösten Stoffen von Malz und Hopfen). Dieser Extrakt besteht hauptsächlich aus Maltose (Malzzucker), Eiweißstoffen, Vitaminen, Spurenelementen sowie Aroma- und Bitterstoffen des Hopfens. 1 Grad Stammwürze = 1 g Extrakt in 100 g unvergorener Würze.

Bierarten und Biersorten nach Stammwürze 

Hier finden Sie eine Auflistung von dreizehn Bierarten und Biersorten nach Stammwürzegehalt in alphabetischer Reihenfolge: Alkoholfreies Bier, Bockbier, Dunkles Bier, Eis-Bier, Lager-Märzenbier, Leichtbier, Pilsbier, Radler, Schankbier, Spezialbier, Vollbier, Weizenbier, Zwickl (Kellerbier).   

 

 

Alkoholfreies Bier

Alkoholfreies Bier hat nicht mehr als 0,5 % Alkohol. Es schmeckt am besten stark gekühlt. Für alkoholfreies Bier wird - wie für Bier - im Sudhaus Bierwürze gebraut, es wird aber entweder ohne bzw. mit eingeschränkter Gärung gereift oder es wird dem fertigen Bier der Alkohol wieder entzogen. 

Bockbier 

Bockbier ist ein vorwiegend saisonweise, ursprünglich zu den Fastenzeiten des Kirchenjahres, gebrautes und sehr lange gereiftes Starkbier mit einer Stammwürze von mindestens 16°. Es ist bernsteinfarben, ausgeprägt vollmundig, würzig und fein gehopft. Für Biere mit mehr als 18° Stammwürze ist auch die Bezeichnung Doppelbock gebräuchlich, es gibt auch saisonale Bezeichnungen wie Weihnachts- oder Osterbock. Einen höheren Alkoholgehalt als etwa das Helle hat der Bock deshalb, weil beim Brauen mehr Malz verwendet wird - und somit mehr Zucker in Alkohol vergären kann.

Mönche wussten den hohen Nährwert eines Bock-Bieres von jeher zu schätzen. In der Fastenzeit tranken sie reichlich Bock-Bier. Denn essen durften sie schließlich nicht und - was für ein Glück - Flüssiges bricht das Fasten nicht. Ja, so lässt es sich quietschvergnügt fasten.

Den Namen hat das Bock übrigens nicht vom gleichnamigen Tier. Vielmehr bekam das Bock-Bier seinen Namen von der deutschen Stadt Einbeck. Im Mittelalter wurde landauf landab Bier gebraut. Das besondere am Einbecker Bier war allerdings, dass es besonders stark eingebraut wurde. Dazu kam, dass die Einbecker gute Handelsleute waren, und das Einbecker Bier deshalb bald bis weit über die Grenzen Niedersachsens bekannt wurde. Und freilich trank man auch in Bayern das Einbecker Bier. Die bayerische Aussprache machte aus dem "Ainpökhischen Bier" schließlich "a Bockbier".

Dunkles Bier 

Dunkles Bier ist vollmundig und schwach gehopft. 

Eis-Bier

Eis-Bier ist ein helles, durch ein besonderes Brauverfahren hergestelltes untergäriges Bier. Es wird geschmacklich als mild und besonders frisch empfunden. Bei der Herstellung von Eis-Bier wird im Lagertank bei Temperaturen unter Null Grad aus bereits fertigem Bier Wasser ausgefroren, wodurch die Inhaltsstoffe des Bieres aufkonzentriert werden.

Lager-Märzenbier

Lager-Märzenbier ist die österreichische Bezeichnung für das landestypische, hellgelbe untergärige Vollbier. Es hat mindestens 11° Stammwürze, ist ausgewogen malzig und mild hopfenbitter. Während etwa in Norddeutschland vorwiegend Pils getrunken ird, fließen in Österreich zu rund 80 Prozent Lager- bzw. Märzenbiere durch durstige Kehlen. In Österreich wird unter Märzenbier jedes Lagerbier verstanden. Nach Lust und Laune dürfen Brauerein ihr Märzen auch Helles bzw. Export nennen (z.B. Ottakringer Helles, Weitra Helles, Zwettler Export).  

Leichtbier

Leichtbier ist sehr hell und hat maximal 3,7 Prozent Alkohol. Es hat daher auch weniger Kalorien. Leichtbier schmeckt am besten stark gekühlt.  

Pilsbier

Pilsbier zeichnet sich durch sein intensives Hopfenaroma aus. Es ist hellfarbig, erfrischend, weniger malzig und liegt in der Stammwürze bei mindestens 11°.

Das erste Pils der Welt kommt ursprünglich aus Böhmen. Genauer, und wie der Name schon sagt: aus der Stadt Pilsen, die damals (1842) noch zu Österreich gehörte. Ganz wesentlich für den Erfolg von Pils war der Übergang von der Obergärung zur untergärigen Brauart. Es war 1841 in Kleinschwechat bei Wien, als erstmals bei niedrigeren Temperaturen arbeitende Hefestämme eingesetzt wurden (die nach der Gärung nach unten sinken – deshalb der Begriff untergärig). Auf diese Weise entstand der neuartige Biertyp "Lagerbier nach Wiener Art". Und das war die Basis für die Erfindung des Pils ein Jahr später. Der in Pilsen werkende bayerische Braumeister Josef Groll fügte dem Lagerbier mehr Hopfen als üblich zu und so entstand das erste "Lagerbier Pilsner Art".Ursprünglich war Pils also eine Herkunftsbezeichnung. Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecken stieg aber die Bekanntheit des Pilsners und bald wurde Pilsner landauf landab gebraut. Und spätestens seit der abgewiesenen Klage des Pilsener Brauhauses gegen die ebenfalls Pils brauende Münchener Brauerei Thomas war klar, dass Pils fortan eine eigene Biersorte ist. Ab 1900 tritt die Kurzform Pils offiziell als Gattungsbezeichnung für helle, stark gehopfte Biere auf. Kurioser Weise entspricht das heutige Pils aus Pilsen aufgrund seiner relativ dunklen Farbe nicht den Definitionskriterien von Pils.

Am beliebtesten ist Pils in Deutschland. Dort gibt es heute mehr als 3500 Pilsmarken. In Österreich ist Pils mengenmäßig noch eine Rarität. Nur 5,3 Prozent des Bier-Ausstoßes entfällt auf Pils.

Der Klassiker unter den österreichischen Pilsbieren, das Ottakringer Goldfassl Pils war, als es 1977 Premiere feierte, Österreichs erstes Pils. Seither zählt es zu den Klassikern seines Typs. Das Goldfassl Pils ist eine herrlich leichte, schlanke Bierspezialität, mit einer betonten Hopfennote sowie feinst abgestimmtem, edlem Körper. Ein Bier für Menschen mit Stil - und eines der besten Pilsbiere der Welt.

Radler

Radler ist ein beliebtes Mischgetränk aus Bier und Limonade üblicherweise im Verhältnis 1:1. Da alle Bierarten mit geschmacklich unterschiedlichsten Limonaden gemischt werden können, sind Radler in einer Vielzahl an Geschmacksrichtungen erhältlich. 

Schankbier 

Schankbier ist ein Bier mit einer Stammwürze zwischen 9° und 11°.

Spezialbier

Spezialbier ist mindestens 12,5° Stammwürze stark. Spezialbier ist ein kräftiges, ausgewogen würziges, fein gehopftes, meist hellgelbes Vollbier.

Vollbier 

Vollbier ist jedes Bier, das mindestens 11° Stammwürze hat. Als Vollbier wird es meistens nur dann deklariert, wenn es nicht einem bestimmten Biertyp zuzuordnen ist. Das trifft vor allem für jene in Österreich verbreiteten Premium-Biere zu, die etwa 12,5° Stammwürze haben, aber von der Charakteristik kein Märzen-, Pils- oder Weizenbier sind.  

Weizenbier

Weizenbier ist das gängigste obergärige Bier in Österreich mit einer Stammwürze üblicherweise von 11° bis 13° und 4,5 bis 5,5 Prozent Alkohol (andere vereinzelt gebraute obergärige Sorten sind Alt oder Stout). Das für Weizenbier verwendete Malz muss zumindest zu 50 % aus Weizen hergestellt werden. Weizenbiere sind erfrischend spritzig und kohlensäurereich, aber wenig bitter, weil sie schwächer gehopft sind. Ihre Farbe reicht von sehr hell bis schwarz, wobei dunkle Weizenbiere meist hefetrüb angeboten werden.

Zwickl (Kellerbier)

Zwickl oder Kellerbier ist ein sehr vollmundiges Bier. Es ist unfiltriert und ist daher trüb aufgrund der enthaltenen Hefe und Eiweißstoffe. 

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