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Alternative Mobilität Text: Valerie Mölzer

Selbstfahrende Autos: Unfall- und staufreie Zukunft?

Der Begriff „Automobil“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „selbst beweglich“. Knapp hundert Jahre nach der Erfindung des Autos wird diese Definition endlich zur Realität. Nie wieder ärgern, weil man schlecht einparken kann und auf der Autobahn soll es in Zukunft möglich sein Spuren zu wechseln, ohne die Hände am Lenkrad zu haben.

© 123rf.com - Denis Putilov | Die Zukunft - selbstfahrende Autos.

Während der Autopilot fährt, kann der Fahrer in der Zukunft ein Buch lesen oder auch schlafen. Die Frage ist nur, vertraut der Mensch einer Maschine? Ist es so einfach das Steuer abzugeben und die Sicherheit dem Fahrzeug zu überlassen? Das automatisierte Fahren soll etappenweise in den nächsten Jahren umgesetzt werden, doch einige ethische und gesellschaftliche Fragestellungen sind noch ungeklärt.

Kosten - automatisiertes Fahren in Österreich

Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) entwickelte im Sommer 2016 den „Aktionsplan automatisiertes Fahren“. Der Plan wurde gemeinsam mit 140 Experten erarbeitet, er beinhaltet die wichtigsten Anwendungsfelder der neuen Technologie. Unternehmen können sich via Austriatech über automatisiertes Fahren informieren. Insgesamt beinhaltet das Förderprogramm des Verkehrsministeriums rund 20 Millionen Euro bis 2020. Im Jahr 2016 wurden bereits über eine Million Euro in Studien und Forschungen investiert. Selbstfahrende Autos wurden bereits auf Österreichs Autobahnen und auf regulären Straßen getestet. Erste reguläre Tests gab es bereits am steirischen Teil der Südautobahn (Achtung! Vignette nicht vergessen!) oder aber auch in Salzburg auf der Großglockner Hochalpenstraße. Die Hälfte des gesamten Förderprogramms, rund zehn Millionen Euro, wird in österreichische Teststrecken investiert. Bis zum Jahr 2020 sollen weitere sechs Millionen für Firmen und Innovationen für automatisiertes Fahren ausgegeben werden.

90 Prozent der Unfälle wegen menschlichen Versagens

Laut einer aktuellen Studie von McKinsey & Company mit dem Titel „Autonomous Driving – 10 ways in which autonomous vehicles could reshape our lives“ hat automatisiertes Fahren auch Auswirkungen auf den verfügbaren Platz in Innenstädten. Autos können in Zukunft automatisch einparken und dadurch in enge Parkplätze ohne Probleme einparken. Die Studie ergab, dass 25 Prozent mehr Platz in den Städten wäre, den man für andere Nutzung freimachen könnte. Derzeit verbringen täglich mehr als 1,2 Milliarden Menschen durchschnittlich 50 Minuten im Auto – meistens im Stau. Der Verkehrsfluss könnte durch selbstfahrende Autos verbessert werden. 90 Prozent der Unfälle passieren wegen menschlichen Versagen. Auch die Sicherheit soll durch automatisches Fahren verbessert werden.

Die schöne neue Autowelt hat jedoch noch Hürden vor sich. Wenn die Sicherheit erhöht wird, muss die Versicherungsbranche ein neues Geschäftsmodell entwickeln, um Geld zu verdienen. Die Einnahmen der Kfz-Versicherungen werden schlussendlich sinken, da es laut Prognosen kaum mehr Unfälle geben wird.  

Gefahren der selbstfahrenden Autos

Die Faszination der selbstfahrenden Autos begeistert die Bevölkerung. Die Haftungsproblematik ist jedoch leider weitgehend ungeklärt. Wer trägt die Schuld bei einem Unfall, der durch technisches Versagen oder durch einen Softwarefehler verursacht wird? Der Hersteller des selbstfahrenden Autos oder der Fahrer? Die ethische Fragestellung, für wen sich die Maschine entscheidet, ist noch weitgehend ungeklärt. Darf der Auto Pilot den eigenen Fahrer „opfern“, um eine größere Zahl von Unfalltoten zu verhindern? Das automatisierte Auto kann auch zur Waffe werden.

Eine amerikanische Studie untersuchte 2016 ethische Entscheidungsfragen im Straßenverkehr. Die Problematik, ein Fahrzeug muss einer Gruppe von zehn Menschen ausweichen und dabei stirbt ein einzelner Passant, wurde von 76 Prozent der Befragten als moralisch vertretbar eingestuft. Das Auto kollidiert beim Ausweichen mit einem festen Hindernis. Dabei tötet es einen Insassen, rettet aber zehn Menschen. Dies wurde als ähnlich hoch moralisch empfunden, als das Auto würde vorrangig die Passanten schützen, ohne Rücksicht auf Verluste. Weitere Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Mehrheit von über 85 Prozent sich für ein Programmieren ausspricht, welches die Summe der Opfer möglichst gering hält. Welcher Fahrer würde jedoch ein Auto kaufen, das seinen Fahrer nicht schützt? Die Teilnehmer der Studie bevorzugten das Modell, das seine Insassen bedingungslos schützt. Die Regeln der Informatik bestimmen in der Zukunft die rechtlichen Grundlagen. 

© pixabay.com | Stau in der Stadt - schon bald Vergangenheit?

Wlan-Hotspots der Anfang

Technisches Versagen, Softwarefehler oder auch Fehler der Infrastruktur hindern noch die Zukunft der selbstfahrenden Autos. Fahrzeuge wie der Opel Crossland X oder auch der neue Audi A5 haben bereits einen eigenen W-LAN Hotspot. Es wird nicht mehr lange dauern bis Hacker die Kontrolle über das Automobil erlangen können.

Bis ein Auto komplett selbst fährt, werden noch einige Jahre vergehen. Viele gesellschaftliche und ethische Fragestellungen sind noch ungeklärt, die es noch zu lösen gibt. Selbst lenken, einparken, bremsen und beschleunigen ist bereits jetzt schon möglich. 

Eine weitere innovative und moralische KFZ-Lösung:

Hybridautos

Elektroautos

>> Wann amortisieren sich Elektroautos?

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