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Alternative Mobilität Text: Annabella Khom

Preise und Kosten von Elektroautos: Wann rechnet sich der Umstieg?

Ob sich der Umstieg auf ein Elektroauto lohnt, ist von mehreren Faktoren wie Fahrzeugmodell, Nutzungsverhalten, Steuer, Kraftstoff oder Versicherung abhängig. Grundsätzlich gilt: Einen Gewinn für die Umwelt stellt ein E Auto trotz umweltschädlicher Prozesse in der Herstellung je nach Modell bereits nach 15.000 bis 25.000 km dar, doch wie sieht es mit den finanziellen Aspekten aus?

Elektroauto fahrt auf einem Berg aus Münzen
© | Die "grünen Autos" sind in der Anschaffung teurer, punkten jedoch mit einer schnelleren Amortisation

Ab wann zahlt sich ein Elektroauto aus?

Was ist nun günstiger, Elektroauto oder Autos mit Verbrennungsmotoren wenn man alle Kosten mit einrechnet, inklusive Anschaffungspreis, Steuer, Kraftstoff, Versicherung und Wartungskosten?

Bei einer Betriebsdauer von fünf Jahren mit einer Laufleistung von 15.000 km pro Jahr ist der Kostenstand im Vergleich zu konventionell betriebenen Fahrzeugen bei vielen Modellen der Strom-Variante mit Abstand günstiger.

Obwohl es bereits sehr attraktive Angebote für den Kauf eines Elektroautos gibt, sind die Anschaffungskosten eines Elektro- oder Hybridautos oft höher, als für einen Benziner oder Diesel in einer vergleichbaren Klasse. Steuerliche Begünstigungen und staatliche Ankaufförderungen verringern den finanziellen Aufwand und regen zur Kaufentscheidung an. Durchschnittlich amortisieren sich die Kosten unter der Miteinbeziehung der staatlichen Förderungen und Kaufprämie bereits nach 3 Jahren.

Schon bei einer Nutzung von rund 7.000 Kilometern pro Jahr auch ohne staatlichen Förderung über die gesamte Lebensdauer gesehen sind Elektro-Kleinwagen günstiger als Kleinwagen mit Verbrennungsmotor.

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Die Kosten für ein Auto der unteren Mittelklasse mit rund 28.000 Kilometern pro Jahr amortisieren sich nach ca. 4,2 Jahren verglichen mit einem Benziner. Je mehr man fährt, desto kürzer wird die Amortisationszeit. Würde man 80 % der angegebenen 28.000 km rein elektrisch fahren, liegt diese schon bei 2 1/2 Jahren. Eine immer kürzere Amortisationszeit wird die Absatzzahlen erhöhen und so die Produktionskosten und den Anschaffungspreis senken.

Zuschuss zum Kaufpreis und steuerliche Vergünstigungen für E Auto

Schon beim Kauf des Elektroautos spart der zukünftige Besitzer derzeit € 4.000,- durch den staatlichen Förderzuschuss, die erhöhte Steuer für Neuwagen von 16 % fällt weg. Nach dem Kauf gibt es weitere Vergünstigungen, da der Elektroautobesitzer nur einen Bruchteil der Versicherungsbeiträge zahlen muss, die Benziner oder Diesel verrechnet werden. Je nach Anbieter, Tarif und Modell kommt der Betrag auf € 100 - € 350 was sehr günstig ist.

Genauere Informationen über die Förderung für Elektromobilität!

In Österreich entfällt für Elektrofahrzeuge die motorbezogene Versicherungssteuer und die Steuersätze für E-Autos, wenn man überhaupt Steuern zahlen muss, sind viel niedriger als die Steuersätze für Benzin- und Dieselfahrzeuge.

Es gibt übrigens einen online Elektro-Auto-Kosten-Rechner, mit dem die Amortisierung berechnet werden kann!

Wie viel kostet eine E-Ladung?

Elektroauto beim Aufladen
© Matej Kastelic - shutterstock.com | Plug-In für Hybride lassen sich mit Strom und fossilen Brennstoffen betanken

Je nach Akkukapazität und Stromkosten ergibt sich der Preis für eine volle Ladung der Batterie. Generell kann man sich an einem durchschnittlichen Preis von € 3,50 Euro pro 100 Kilometer orientieren. Dieser Wert schwankt abhängig von Nutzung, Fahrstil, Modell, Strompreise und Geschwindigkeit der Ladestation. Beispielsweise kostet die Ladung eines E Autos mit 30 Kilowattstunden und einem Strompreis von ca. 30 Cent pro Kilowattstunde ungefähr neun Euro. Bei einer Reichweite von ca. 220 km und 30 Kilowattstunden Batteriekapazität, kommt man für  neun Euro rund 200 Kilometer weit kommen. Ganz entscheidend ist aber auch, wo man das Auto lädt. Zu Hause laden und an gebührenfreien Ladestationen ist das Laden deutlich günstiger bis gratis als an einer Stromtankstelle, an der alle 10 Minuten bis halben Stunde abgerechnet wird.

>> Lesen Sie mehr zum Thema Elektroautos laden: Worauf gilt es zu achten und wie tankt man am günstigsten.

„Einmal Vollladen kostet zwischen 0 und 15 Euro, je nachdem, ob man zu Hause lädt oder öffentliche Ladestationen nutzt“, meint ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Anschaffungspreise von Elektroautos

Welche Variante günstiger oder teurer ist, hängt vom Hersteller und natürlich von der Ausstattung ab. Wer auf Automatik, Navi und andere Features verzichten kann, steigt in allen Fällen günstiger aus.

  • Den Kleinwagen Mitsubishi I-Miev gibt es ab € 29.990,- (ca. doppelt so teuer als ein vergleichbarer Kleinwagen)
  • Der Fünfsitzer Renault Zoe kostet zwar nur ca. € 19.000,- hier kommen aber mind. € 49,- bis 122,- pro Monat für die Miete des Akkus dazu. Richtig gehört, der E-Wagen kommt ohne Batterie. Auf 4 Jahre gerechnet bei 10.000 km/Jahr kommt dieses Modell mit € 472/Monat teurer als der billigste Benzin- (€ 317/Monat) oder Diesel-Kleinwagen (€ 350/Monat).
  • Der BMW i3 kostet ca. 35.000,- € und ist nach 4 Jahren Betrieb mit 15.000 km/Jahr und 52,3 Cent/km günstiger als ein vergleichbares Benzinmodell.

Hier finden Sie einen Überblick zu den aktuellen Anschaffungskosten.

Wertverlust bei Elektroautos

Durch die rasanten Entwicklungen bei der Erzeugung von Elektroauto-Modellen sinkt der Wert ab Kauf drastisch. Kauft man ein Modell einer älteren Generation, kann man also ein richtiges Schnäppchen machen.

bmw i3

Ein neu gekaufter BMW i3 kommt nach drei Jahren und 45.000 Kilometern auf 55,6 % des Händlereinkaufspreis, so ist der Verlust von € 13.030,- zum Listenpreis binnen drei Jahren sehr hoch.

Der Tesla Model S verliert € 38.666,- an Wert, was die Leasingraten stark belastet.

nissan

 

 

Der Nissan Leaf verliert im ersten Jahr 11,8 % seines Wertes, im zweiten Jahr in etwa 12 % und 22,2 % im dritten Jahr.

Die Hybrid Plug-In-Version des Toyota Prius hat einen Wertverlust von 24,3 % nach drei Jahren und stellt damit eine gleichwertige Konkurrenz zu einem herkömmlichen Benzin VW-Golf dar.

 

Weiter Modelle von Elektro- und Hybridautos:

Wartungs- und Reparaturkosten von Elektrofahrzeugen

Bei der Wartung und Betankung bzw. Ladung sind die Kosten niedriger, vor allem bei Kleinwagen. Die Wartungs- und Reparaturkosten für Elektroautos sind um rund 35% geringer als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren, da Elektroautos technisch einfacher aufgebaut sind. Sie besitzen weniger Verschleißteile, brauchen keinen Ölwechsel oder Abgasuntersuchung.

-> zur Info-Broschüre für Elektroautos in Österreich

Video

Plug-in Hybride oder REX für Vielfahrer besser

Wer viel fährt, der sollte sich ein Plug-In Hybrid oder ein Elektroauto mit Range Extender anschaffen. Der Plug-in-Hybrid kostet pro Kilometer durchschnittlich 64 Cent. Das sind 6,2 Cent weniger als der Benziner und 10,5 Cent weniger als der Diesel. Vergleicht man den Porsche Panamera, spart man gegenüber einem Benziner 11,1 Cent  pro Kilometer und im Vergleich zum Dieselfahrzeug sogar 16 Cent. Der Umstieg lohnt sich je nach Modell, demnach beispielsweise bei der Mercedes C-Klasse, Audi A3 Sportback und VW Golf GTI/GTD.

Facts

 

Fazit: Finanzielle Vorteile bei Elektroautos

  • Derzeit gibt es noch viele kostenlose Lademöglichkeiten, an öffentlichen Stromtankstellen kostet das “Tanken”.
  • Strom ist billiger als konventioneller Treibstoff, weil er zurzeit geringer besteuert wird.
  • Besonders viel spart man sich bei der Nutzung von günstigerem Nachtstrom
  • Ab 10.000 km ist der Strom für das Elektroauto ca. € 300 günstiger als Diesel oder Benzin.
  • keine motorbezogene Versicherungssteuer
  • 16 % Steuer beim Kauf eines Neuwagens fällt weg
  • günstigere Versicherungsbeiträge für E-Fahrzeuge
  • bis zu 35% weniger Wartungs- und Reparaturkosten
  • Kosten pro Kilometer in allen Fällen geringer als bei Modellen mit Verbrennungsmotor
  • niedrigere Parkgebühren und gratis Sonderparkplätze
  • Ladepreise sind von vielen Faktoren abhängig und daher sehr unterschiedlich
  • Selbst moderne Lithium-Akkus müssen früher oder später ausgetauscht werden, was Kosten verursacht. Laut Hersteller muss der Tausch erfolgen, wenn die Kapazität des Akkus um 20–30% gesunken ist.
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