Phantasten Museum

Am Samstag, den 15.1.2011 hat das Phantasten Museum Wien im Palais Palffy in der Wiener Innenstadt seine Pforten geöffnet. Die Sammlung stellt eine beeindruckende und umfassende Dokumentation von Werken des Phantastischen Realismus in einer Dauerausstellung dar.
Phantasten Museum

Am Samstag, den 15.1.2011 hat das Phantasten Museum Wien im Palais Palffy in der Wiener Innenstadt seine Pforten geöffnet.
Die Sammlung stellt eine beeindruckende und umfassende Dokumentation von Werken des Phantastischen Realismus in einer Dauerausstellung dar.
Der Besucher erhält einen guten Überblick über das internationale Kunstschaffen des Phantastischen.

Das Museum ist auf selektive Vollständigkeit angelegt. Die Werke stammen aus Schenkungen, Leihgaben von Sammlern und Künstlern und werden durch eigene Ankäufe ergänzt.

Impuls für die Phantasten

Das Jahr 1945 war eine Zeit der großen Unsicherheit und des Suchens. Die Menschen organisierten eine demokratische Verwaltung in den Städten und im Land, sie versuchten Lebensmittel zu verteilen, wo das Beschaffen allein schon fast unmöglich war. Sie machten Straßen befahrbar, Wohnungen benutzbar, vereinten Familien die getrennt waren und versuchten die Wirtschaft in Gang zu bringen. Die Zivilisation lag im Koma aber die Kultur kollabierte nicht. Schon wenige Tage nach Kriegsende spielten wieder die Theater. Und es waren mehr Theater als jemals danach in den nächsten 50 Jahren. In dieser Zeit entwickelte sich eine neue Kunstrichtung – das Schaffen der Phantasten ist im entstehen.

Zitat: Gewiss, der Phantastische Realismus war nie eine Schule und doch Gütersloh war sein Lehrmeister“ (Walter Koschatzky)
Die Wiener Phantasten sind durchwegs akademische Maler. Sie hatten an der Akademie der Bildenden Künste als 16-, 17- und 18 jährige begonnen. Manche von ihnen sind 40 Jahre später Professoren an Hochschulen geworden. Dazwischen lagen bewegende Jahre.
Viele der großen Künstler wie Wolfgang Hutter, Ernst Fuchs oder Arik Brauer oder Kurt Moldowan besuchten die Universität und wurden künstlerisch von  Professor A.P. Gütersloh gefordert und gefördert.

Die Presse in den 50er Jahren über die Phantasten
Die Kritik von Außen am phantastischen Schaffen der Studenten in Güterslohs Klassen war teilweise vernichtend. So wurde am 18. November 1950 in einer Zeitung das vernichtende Urteil der neuen Kunstströmung veröffentlicht:
Wahr ist diese Kunst auch nicht, denn sie entspringt nicht dem alten Kulturboden Österreichs, und schön ist sie schon gar nicht, denn sie treibt geradezu einen Kult mit allem was der gesunde, abendländische Mensch als hässlich empfindet.

Die Wiener Schule und ihre Weiterentwicklung
Den Kern der Wiener Schule der phantastischen Realisten bildeten Ernst Fuchs, Anton Lehmden, Wolfgang Hutter, Arik Brauer und Rudolf Hausner, die mit ihren unvergleichlichen und charakteristischen Werken im Palais Palffy zu bewundern sind.
Die Weiterentwicklung der Wiener Schule wurde vor allem von Ernst Fuchs forciert, der im Jahr 1958 im Altwarenladen seines Vaters eine Galerie für Phantastische Kunst eröffnete. Die Werke der (Gleichzeitigen) wie z.B. von Richard Matouschek, Robert Doxat, Ernst Steiner, Kurt Regschek oder Karl Korab sind ebenfalls im Phantasten Museum vertreten, wie die Vertreter der (Next Generation) unter ihnen Florian Aigner, Jehan Calvus, Benedetto Fellin oder Jolanda Richter.

Graphisches Kabinett
Im Graphischen Kabinett des Museums wird eine sehr kleine Auswahl von Raierungen, Lithographien und Siebdrucken gezeigt: Hier finden sich unter anderem Werke von Ernst Fuchs, Leherb und Hans Hanko.

Phantasten Museum Wien
Palais Palffy
1010 Wien, Josefsplatz

Täglich: 10:00 - 18:00
Eintritt: 9 Euro

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