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Kunst & Kultur

Unter dem Vesuv im Liechtenstein Museum

Informationen über die Ausstellung Unter dem Vesuv im Liechtenstein Museum in Wien.

Der Ausbruch des Vesuv
Michael Wutky (1739–1822)

UNTER DEM VESUV

KUNST UND KÜNSTLER VOM 17. BIS ZUM 19. JAHRHUNDERT IN NEAPEL
UND SEINEM UMFELD AUS DER SAMMLUNG HARRACH
17. NOVEMBER 2006 – 19. MÄRZ 2007

Von 17. November 2006 bis 19. März 2007 zeigt das LIECHTENSTEIN MUSEUM in den ehemaligen Damenappartements des Gartenpalais Liechtenstein die Sonderausstellung UNTER DEM VESUV – Kunst und Künstler vom 17. bis zum 19. Jahrhundert in Neapel und seinem Umfeld aus der Sammlung Harrach.

Der Kern von Hauptwerken neapolitanischer Malerei aus der Graf Harrach’schen Familiensammlung in Rohrau, Niederösterreich, wird durch kostbare Leihgaben namhafter Museen und Galerien des In- und Auslands sowie privater Leihgeber ergänzt. Damit kann in Wien erstmals ein Überblick über die neapolitanische Malerei vom beginnenden 17. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts präsentiert werden.

Neben der Graf Harrach’schen Familiensammlung und den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein gehören der internationalen Vereinigung Private Art Collections auch die Sammlungen der Fürsten Esterházy und der Grafen Schönborn-Buchheim, die Residenzgalerie Salzburg (mit der Sammlung Czernin), die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste (mit der Sammlung Lamberg) sowie das Museo Poldi Pezzoli in Mailand, die Sammlung der Principi Borromei auf der Isola Bella, das Rockoxhuis in Antwerpen und die Sammlung Oskar Reinhart Am Römerholz in Winterthur an.

Mit der hochkarätigen Präsentation UNTER DEM VESUV wird die erste grosse Kooperationsausstellung dieser Häuser realisiert, die im LIECHTENSTEIN MUSEUM einen würdigen Rahmen findet.

NEAPEL – DIE GROSSE KUNSTMETROPOLE DES BAROCK
Die Ausstellung dokumentiert die Entwicklung Neapels als europäische Kunstmetropole vom 17. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Neapel – zu dieser Zeit die grösste Stadt des Südens – war damals sowohl auf dem Gebiet der Malerei als auch auf demjenigen der Bildhauerei, des Kunsthandwerks und der Musik eines der grossen Zentren der internationalen Kunstentwicklung.

Bedeutende Künstler wie etwa Scarlatti sowie Pietro und Gian Lorenzo Bernini stammten aus dieser Stadt; Caravaggio und weitere Maler in seiner Nachfolge, unter ihnen Ribera, Preti, Giordano und Hackert, verbrachten wichtige Phasen ihres Schaffens in Neapel.

Unter der Herrschaft österreichischer Vizekönige seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts – von 1728 bis 1733 regierte dort beispielsweise Alois Thomas Graf Harrach – kamen viele Künstler aus Neapel nach Wien und an andere Orte der Donaumonarchie und befruchteten so entscheidend die Entwicklung des Barock in Österreich.

VOM HISTORIENBILD ZUR STADTVEDUTE

Ausgehend von den grossen religiösen und mythologischen Themen der Frühzeit spannt sich der Bogen der Ausstellung inhaltlich über Historienbilder und Stillleben bis hin zu den Veduten von Neapel und seiner Umgebung, die vor allem die Malerei der Zeit dominierten, in der Marie Karoline von Habsburg, eine Tochter Maria Theresias von Österreich, mit Ferdinand IV. (1751–1825), König von Neapel und beider Sizilien, vermählt war.

Etwa 70 Hauptwerke neapolitanischer Kunst, die vom Caravaggismus bis zum Klassizismus reichen, ermöglichen somit eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Schaffen einer der wichtigsten europäischen Kunstmetropolen des Barock in all ihren Facetten.

Die Ankunft Caravaggios in Neapel im Jahr 1606 löste eine Revolution in der Malerei aus, die viele Künstler von aussen anzog und dazu beitrug, die Stadt im Süden Italiens zu einem wesentlichen Kunstzentrum Europas zu machen. Jusepe de Ribera, Mattia Preti, Massimo Stanzione und Luca Giordano sind in der Ausstellung stellvertretend für diese Zeit mit wichtigen Hauptwerken präsent. Daneben dokumentieren Möbel, Skulpturen und kostbare Silberbüsten auch den materiellen Reichtum der Stadt.

Ganz dem Anspruch des LIECHTENSTEIN MUSEUM entsprechend, einen Zusammenklang der unterschiedlichen Künste und Genres zu schaffen, wurde für diese Sonderausstellung wiederum eine gattungsübergreifende Präsentation gewählt.

So entsteht für den Ausstellungsbesucher ein stimmiger Eindruck der Opulenz und des Reichtums dieser aufregenden Kunstmetropole des Barock, der ihn während seines Rundgangs für kurze Zeit in den Süden Italiens entführt und ihm die Kultur dieser Region näher bringt.

DIE GRAF HARRACH’SCHE FAMILIENSAMMLUNG

Die Galerie der Graf Harrach’schen Familiensammlung verdankt den grössten Bestand an neapolitanischer Barockmalerei nördlich der Alpen vor allem dem Geschmack von Alois Thomas Graf Harrach, der die Innenräume seiner Paläste – unter anderem des neuen Majoratshauses auf der Freyung in Wien – ausstattete.

In seiner Sammlung ist die Geschichte der süditalienischen Malerei von Ribera über Preti und Giordano bis zu den Bildern von Francesco Solimena lückenlos zu verfolgen. Hauptwerke dieser Meister, darunter Giordanos Isaak segnet Jakob und Solimenas Der Heilige Januarius im Kerker von den Heiligen Proculus und Sosius besucht, sind in der Ausstellung vertreten.

Auf seinen Vater, Graf Ferdinand Bonaventura I. von Harrach (1636–1706), Obersthofmeister Kaiser Leopolds I., ist eine grosse Sammlung spanischer Malerei zurückzuführen, aus der unter anderem das grosse Altarbild Die Unbefleckte Empfängnis Mariä von Ribera gezeigt wird.

ITALIENISCHES LEBENSGEFÜHL IN WIEN
Das umfassende Begleitprogramm zur Ausstellung, das den reichen Kosmos der Barockmetropole abbildet, bietet für den Besucher eine gute Möglichkeit, der kalten Jahreszeit zu entfliehen, südliches Flair zu geniessen, aber dennoch in Wien zu bleiben. In Führungen, einer wissenschaftlichen Vortrags- sowie einer Lesungsreihe werden unter anderem Themen wie Musik, Kulinarik, neapolitanische Literatur und die Geschichte Neapels beleuchtet.

In der Filmreihe UNTER DEM VESUV.

Neapel im Film, die im Jänner 2007 einen Höhepunkt des Vermittlungsprogramms bildet, zeigt das LIECHTENSTEIN MUSEUM berühmte und auch weniger bekannte Filme: Klassiker wie Viaggio in Italia von Roberto Rossellini oder It Started in Naples mit Sophia Loren und Clark Gable, Dokumentarfilme, die sich auf Caravaggios Spuren begeben, Avantgardefilme, etwa anlässlich einer Nitsch-Aktion entstanden, und sogar einen Tom & Jerry-Cartoon.

Kinder und Junggebliebene können sich in der Vorweihnachtszeit am Bau einer Krippe im neapolitanischen Stil beteiligen.

Sonderausstellung
UNTER DEM VESUV, 17. November 2006 – 19. März 2007
LIECHTENSTEIN MUSEUM.
DIE FÜRSTLICHEN SAMMLUNGEN
Fürstengasse 1,
1090 Wien

Öffnungszeiten: Freitag bis Montag 10.00–17.00 Uhr
Tel.: +43 (1) 319 57 67–252
Fax: +43 (1) 319 57 67–255
E-Mail: info@liechtensteinmuseum.at 

TICKET SONDERAUSSTELLUNG
Euro 4,– (keine Ermässigungen);
Kinder unter 6 Jahren: Eintritt frei

FÜHRUNGEN ZUR SONDERAUSSTELLUNG
Sonntag 11.00 Uhr und Montag 15.00 Uhr,
Führungen für Individualbesucher auf Deutsch Sonntag 11.00 Uhr,
Führungen für Kinder auf Deutsch

Führungsticket: Euro 4,– exkl. Eintritt, keine Anmeldung erforderlich Gruppenführungen (max. 25 Personen): Euro 90,–

Information und Anmeldung:
Tel +43 (1) 319 57 67–251 oder kunstvermittlung@liechtensteinmuseum.at

KATALOG

Zur Ausstellung ist ein ca. 160 Seiten umfassender Katalog in deutscher Sprache zum Preis von Euro 34,– erhältlich.

RAHMENPROGRAMM UNTER DEM VESUV.
Neapel im Text – Lesungsreihe Namhafte Persönlichkeiten aus Film und Theater geben Literatur zum Besten, die das Thema Neapel aus unterschiedlichen Perspektiven aufgreift. Ab 18.00 Uhr haben Besucher die Möglichkeit, die Sonderausstellung zu besichtigen. Nach der Lesung wird ein Glas Wein serviert.

Mittwoch, 22. November 2006, 19.00 Uhr Stefan Fleming: Also sprach Bellavista. Neapel – Liebe und Freiheit, Luciano De Crescenzo

Mittwoch, 13. Dezember 2006, 19.00 Uhr Karlheinz Hackl: Tagebuch der Italienischen Reise 1786, Johann Wolfgang von Goethe

Mittwoch, 10. Jänner 2007, 19.00 Uhr Herbert Föttinger: Neapel – Eine literarische Einladung, Kurzgeschichten diverser Autoren

Vorverkauf: Euro 20,– / ermässigter Preis: Euro 16,– (inkl. Eintritt und Glas Wein)
Abendkassa: Euro 23,– / ermässigter Preis: Euro 19,– (inkl. Eintritt und Glas Wein)

Information und telefonische Kartenbestellung unter +43 (1) 319 57 67–254 Kartenvorverkauf an der Museumskassa zu den Öffnungszeiten, Abendkassa jeweils ab 18.00 Uhr Wien, September 2006

UNTER DEM VESUV. Neapel im Film
– Filmreihe 26. Jänner – 1. Februar 2007,
jeweils 19.00 und 21.00 Uhr
Votivkino,
Währinger Strasse 12,
1090 Wien,
Tel. +43 (1) 317 35 71,
www.votivkino.at

Kuratorin: Wilbirg Brainin-Donnenberg
Nähere Informationen unter www.liechtensteinmuseum.at

UNTER DEM VESUV.
Neapel im Kontext – Vortragsreihe

Montag, 12. Februar 2007, 18.00 Uhr Elisabeth Garms-Cornides: Neapel unter den österreichischen Vizekönigen – „Un paradis habité par les diables?“

Montag, 26. Februar 2007, 18.00 Uhr Paul Angerer: Die Musikgeschichte Neapels

Montag, 12. März 2007, 18.00 Uhr Wolfgang Prohaska und Jörg Garms: Blutige Martyrien in heiterer Architektur – Malerei und Architektur Neapels

Montag, 19. März 2007, 18.00 Uhr Andreina d’Agliano: Porzellan in Neapel – Die Produktion in den Manufakturen Capodimonte und König Ferdinands IV.

Preis: Euro 10,– / ermässigter Preis: Euro 5,–
Voranmeldung unter +43 (1) 319 57 67–251 oder kunstvermittlung@liechtensteinmuseum.at

KRIPPENWERKSTATT FÜR KINDER
Unter fachkundiger Anleitung können Kinder ab 6 Jahren Krippenfiguren basteln und bemalen. Ein historisches Vorbild in der Bibliothek dient als Anregung für die Herstellung einer eigenen Krippe. 3. und 17. Dezember 2006, jeweils 13.00–16.00 Uhr im Atelier der Kunstvermittlung Preis: Euro 10,– (inkl. Material) Anmeldung unter +43 (1) 319 57 67–251 oder kunstvermittlung@liechtensteinmuseum.at

KRIPPENBAU FÜR SCHÜLER IM ATELIER
Der Workshop im Atelier der Kunstvermittlung richtet sich an Schulklassen (mind. 15/max. 30 Schüler) und beinhaltet eine Führung durch die Sonderausstellung sowie die Möglichkeit, Krippen zu basteln. Termine auf Anfrage, Dauer: 2 Stunden, Preis: Euro 6,–/pro Schüler (inkl. Material und Eintritt) Anmeldung unter +43 (1) 319 57 67–251 oder kunstvermittlung@liechtensteinmuseum.at

Text + Bilder: Liechtenstein Museum

 

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