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Sisi auf der Spur

Sisi auf der SpurSisi war zeit ihres Lebens rastlos, ständig in Bewegung, sei es am Pferd, in der Kutsche, später in der Eisenbahn, oder zu Fuß auf exzessiven Wanderungen. In der Wagenburg von Schönbrunn lässt von 29. Mai bis 26. Oktober 2008 eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums den Besucher wahrlich Sisis Spur verfolgen. Mit dem Verlauf der Ausstellung kann man Sisis Lebenswandel anhand jener Gefährte, welche sie durch das Land und ihr Leben bewegten, begleiten - von der Hochzeit 1854 mit Kaiser Franz Joseph von Österreich bis zu ihrem Tod 1898.

Sisi auf der Spur

Sisi war zeit ihres Lebens rastlos, ständig in Bewegung, sei es am Pferd, in der Kutsche, später in der Eisenbahn, oder zu Fuß auf exzessiven Wanderungen. In der Wagenburg von Schönbrunn lässt von 29. Mai bis 26. Oktober 2008 eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums den Besucher wahrlich Sisis Spur verfolgen. Mit dem Verlauf der Ausstellung kann man Sisis Lebenswandel anhand jener Gefährte, welche sie durch das Land und ihr Leben bewegten, begleiten - von der Hochzeit 1854 mit Kaiser Franz Joseph von Österreich bis zu ihrem Tod 1898.

Chronologisch angeordnete Litfasssäulen mit Texten zu Sisi leiten das Publikum wie durch eine historistische Straße durch die einzelnen Stationen von Sisis Leben als Kaiserin Elisabeth von Österreich, vorbei an den wichtigsten Kutschen, Kleidern und Kultobjekten, beginnend mit der Kutsche, die sie als sechzehnjährige Braut zu ihrer Trauung führte bis zum schwarzen Leichenwagen. Die an den Säulen affichierten Texte sind jeweils mit einem historischen Zitat versehen, oft wird mit Zeitungsberichten und Fotos der jeweilige Lebensabschnitt der Kaiserin anschaulich gemacht - und zugleich bedrückend symbolhaft plakatiert.

Die Ausstellung hebt mit einem der drei berühmten Sisi Gemälde von Franz Xaver Winterhalter an, das die junge Frau mit offenem, vor der Brust verschlungenem Haar zeigt und das Lieblingsbild Kaiser Franz Josefs war. Dem romantischen Bildnis ist Sisis Brautwagen gegenübergestellt. Vor dem ursprünglich für Napoleon gefertigten Wagen ist die originale Treppe aufgestellt, über welche die junge Braut bei ihrer Ankunft stürzte weil sie mit ihrem Diadem im Türsturz hängen geblieben war. Direkt davor ist die prachtvolle, lange, goldbestickte Schleppe von Sisis Brautkleid als erste Zimelie der persönlichen Kostbarkeiten Elisabeths zu bewundern.

Neben verschiedenen Kutschen, die dem Kaiserpaar oder Elisabeth alleine vorbehalten waren, wird eines der wenigen erhaltenen hellen Kleidungsstücke Sisis ausgestellt, die seit dem Tod des Kronprinzen Rudolfs 1889 ausschließlich Schwarz trug. Das sogenannte Chenillekleid, überreich mit floralen Applikationen besetzt, ist von Sisis Lieblingsschneiderin Fanny Scheiner entworfen und gefertigt worden. Diese hatte zuvor für das Theater gearbeitet, war da von Sisi entdeckt und für sich engagiert worden und schuf auch das berühmte schwarze Hofkleid.

 

 

Das prachtvolle Kleid ist auch Höhepunkt der Ausstellung da es in unverändertem Zustand die unglaublichen Körpermaße der Kaiserin authentisch dokumentiert. Es gibt ihre schlanke hohe Gestalt und ihre beispiellos schmale längsovale Wiener Wespentaille besonders eindrucksvoll wieder und macht die Faszination der schönen Frau lebendig und spürbar.

 

 

 

 

Besonders reizvolle Exponate sind die Kinderwägen von Sisis Sprösslingen. Diese sind exakte Miniaturausgabe von luxuriösen Kutschen, versehen mit jedem Komfort und technischem Raffinesse. Gezogen wurden die eleganten Gefährte von eigens dafür abgerichteten Ziegen, Eseln, Ponys oder Schafen. Fotos zeigen den kleinen Kronprinz Rudolf mit seiner Mailänder Kinderkutsche oder die kleine Erzherzogin Gisela mit ihrem bezaubernden Kinderwagen im Park von Laxenburg.

In der vielleicht bedeutendsten Kutsche der Welt, dem sogenannten Imperialwagen wurde Sisi auch zu dem wichtigsten politischen Ereignis ihres Lebens geführt, zur Krönung zur Königin von Ungarn in Budapest 1867. Die prächtige barocke Prunkkarosse ist reich geschnitzt und vergoldet, mit allegorischen Paneelmalereien und kostbarer Innenausstattung aus Seidensamt und Goldposamentrie ausgestattet. Der Imperialwagen war das höchstrangige Fahrzeug des gesamten Habsburgerreiches.

Ein gesonderter Abschnitt der Ausstellung widmet sich dem Thema Sisi als Reiterin. Sisi war eine leidenschaftliche und wohl die berühmteste Reiterin ihrer Zeit. Sie trainierte täglich stundenlang mit den besten Reitlehrern der Welt auf den teuersten Pferden, ließ sich von Zirkusreitern unterrichten und nahm an waghalsigen Parforcejagden in England teil. Rund um den einzigen erhaltenen Gebrauchssattel der Kaiserin sind etliche Pferdeporträts ausgestellt, die Sisi von ihren Lieblingstieren anfertigen ließ. Sie besaß permanent etwa 70 Pferde der unterschiedlichsten Typen und Rassen, darunter auch Zirkuspferde, auf welchen sie selbst Kunststücke übte.

 

Den imposanten, wenngleich traurigen Abschluss der Ausstellung bildet der Schwarze Leichenwagen, mit dem Sisi 1898 zu Grabe getragen wurde. Nach spanischem Hofzeremoniell war Schwarz als Trauerfarbe den gekrönten Mitgliedern des Kaiserhauses vorbehalten, für die übrigen Familienmitglieder war es Rot. Zuletzt war der Schwarze Leichenwagen 1989 für Kaiserin Zita im Einsatz gewesen.

 

Was die aktuelle Schau in der Wagenburg vor allen anderen Sisi Ausstellungen auszeichnet, ist die gesicherte Authentizität aller Exponate und die bewusst wissenschaftliche Aufbereitung der einzelnen Themen. Die Ausstellung Sisi auf der Spur erzielt nicht wie der gewohnte Sisi – Kitsch, dem man sonst gerade in Wien begegnet, das Schicksal der schönen Sisi einem schwärmerische Herzen mit oberflächlichen Klischees näher zu bringen, sondern anhand der Präsentation von tatsächlichen Fakten und hervorragenden Objekten der Persönlichkeit Elisabeths von Österreich mit gebührender Ehre und Würde gerecht zu werden. Eine Intention, die mit einer fundierten historischen Basis wie auch einem gelungenen gestalterischen Konzept der Kuratorin und Initiatorin Dr. Monica Kurzel – Runtscheiner, Direktorin der Wagenburg, sicherlich gut gelungen ist und ihr Vorhaben, Touristen genauso wie interessiertes Wiener Publikum in die sonst wenig populäre Schönbrunner Wageburg zu ziehen, zu Erfolg führen wird.

Autor: Mag. Margareta Sandhofer

 

Sisi auf der Spur - Kutschen, Kleider, Kultobjekte der Kaiserin Elisabeth von Österreich

Ausstellung des Kunsthistorischen Museums

in der Wagenburg, Schloss Schönbrunn

 

Öffnungszeiten:

30. Mai bis 30. November täglich 9.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise

Vollpreis € 4,50

Ermäßigt (Studenten, Pensionisten, Behinderte) € 3,00

Mit Wien-Karte € 3,60

Schüler (gegen Vorweis des Schülerausweises) € 2,50

Schüler (im Klassenverband) € 2,00

Familienkarte (2 Erwachsene, 3 Kinder) € 9,00

Gruppen ab 10 Personen € 3,00

Führung € 3,00

Audio Guide in Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch € 2,00

 

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