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Palais Liechtenstein Familie Alt

Die Malerfamilie Alt. Jakob, Rudolf und Franz Alt aus der Sammlung der Raiffeisen Zentralbank Im Rahmen der Sonderausstellung „Biedermeier im Haus Liechtenstein“ präsentiert das Liechtenstein Museum die gesamte „Alt – Sammlung“ der Raiffeisen Zentralbank Österreich. Bis 20. August ist damit die größte private Sammlung der Aquarelle von Jakob Alt und dessen Söhnen Rudolf und Franz zu sehen, deren Werk die stilistische Entwicklung der österreichischen Kunst in dem speziellen Genre des Landschaftsaquarells, ausgehend vom späten Klassizismus über den Wiener Biedermeier zu

Gemälde von Jakob Alt - Ruine Gutenstein an der Piesting
Jakob Alt (1789–1872), Ruine Gutenstein an der Piesting, um 1837

Liechtenstein Museum: 29. Juni – 20. August 2007

Die Malerfamilie Alt. Jakob, Rudolf und Franz Alt aus der Sammlung der Raiffeisen Zentralbank
 

Im Rahmen der Sonderausstellung „Biedermeier im Haus Liechtenstein“ präsentiert das Liechtenstein Museum die gesamte „Alt – Sammlung“ der Raiffeisen Zentralbank Österreich. Bis 20. August ist damit die größte private Sammlung der Aquarelle von Jakob Alt und dessen Söhnen Rudolf und Franz zu sehen, deren Werk die stilistische Entwicklung der österreichischen Kunst in dem speziellen Genre des Landschaftsaquarells, ausgehend vom späten Klassizismus über den Wiener Biedermeier zu einer impressionistischen Phase Ende des 19. Jahrhunderts widerspiegelt.

Die 59 Blätter wurden vor acht Jahren von der Raiffeisen Zentralbank angekauft und sollen nun in den entsprechenden Rahmen deren besonderes Engagement für Kunst- und Kultursponsoring in der Öffentlichkeit dokumentieren. Als Spitzeninstitut der größten Bankengruppe Österreichs präsentiert sich die Raiffeisen Zentralbank damit als aktiver Förderer des kulturellen Lebens, für den Wirtschaft und Kultur als einander ergänzende Bestandteile internationaler Wettbewerbsfähigkeit gelten. Dank der Kooperation mit dem Liechtenstein Museum sind nun die empfindlichen Blätter in  der Bibliothek des Palais zu besichtigen und stellen einen glänzenden Beitrag zur aktuellen Ausstellung des Hauses dar.

Jakob Alt war 1810 von Frankfurt am Main nach Wien gekommen, wo er für verschiedene Wiener Verlage Landschaften zeichnete und Lithographieserien, wie etwa Ansichten des Schlosses Laxenburg oder des Donauverlaufs, fertigte. Sein Sohn Rudolf von Alt (1812 – 1905) begleitete ihn auf seinen Reisen, unterstützte seine Arbeiten und erfuhr auch, gemeinsam mit seinem Bruder Franz, vom Vater die ersten Unterweisungen in der Kunst des Aquarells. Auf Reisen, zunächst in Begleitung seines Vaters nach Oberitalien, dann bis Rom und Neapel, entstehen Landschaftsbilder, in welchen seine Aquarelle unter den Eindrücken des südlichen Lichts an Leuchtkraft, Freiheit und Großzügigkeit im Umgang mit der Farbe gewinnen. Nach diesen Studien malt Rudolf von Alt in Wien wiederum Aquarelle, aber mit Sorgfalt ausgeführt und Ölbilder. Die Kraft und Magie des Lichts vermag der junge Künstler genauso auf die Ansichten heimischer Landschaften und Wiens zu übertragen. Durch das Mittel des Aquarells werden topographisches Sujet und Staffage, perspektivischer Tiefenzug und agierende Figuren mit einer unmittelbaren Leichtigkeit zusammenfasst und zu einem harmonischem Fluss vereint.

In den 50er Jahren wandelt sich der Stil, durch das Abmischen mit Deckweiß und das vollständige Abdecken des Papiers mit Farbe verlieren die Werke ihre frühere Brillanz. Durchaus dem Zeitgeschmack des schweren Historismus und dem Verlangen der Auftraggeber entsprechend werden Interieur und Vedute zur präzisen Dokumentation des Dargestellten reduziert.

Erst nach einer weiteren Italienreise 1867, vermag sich Rudolf von Alt von den verpflichtenden Lasten zu lösen. Neben seinen herkömmlichen Veduten malt er Aquarelle, für welche er Landschaftsausschnitte oder Alltagssituationen sucht, die belanglos und kaum für den Verkauf geeignet scheinen. In dieser Ungezwungenheit des gewählten Motivs vermag er mit wieder leuchtenden Farben Phänomene des Lichts einzufangen, dessen Wirkung nun die Darstellung dominiert. Im späten Werk gelangt von Rudolf von Alt zu einer Kunst von eigener impressionistischer Kraft, mit welcher er eine neue Freiheit und Größe entfaltet.

 

 

Text: Mag. Margareta Sandhofer
Bildquelle: www.liechtensteinmuseum.at

Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, Sammlung Carl von Roth

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Herrlich Aquarelle von dieser Malerfamilie Alt. Wenn Sie nochmals eine Ausstellung planen, würde ich Ihnen zwei Exponate von der Familie Alt einbringen. Ein hervorragendes Aquarell von Franz Alt. Und ein noch unbekanntes Oelbild dass das
Kloster Jlsenburg im Harz darstellt. Das Gemälde wurde vor 1860 gemalt. Und war immer in Privatbesitz. Ist sozusagen der Oeffentlichkeit verwehrt geblieben.
Karl Bischof

, 24.11.2009 um 18:19
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