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NITE SPECIAL im MAK

Informationen über das Nite Special im MAK Wien. Gleichsam als Finissage zu den Feierlichkeiten im Sigmund Freud-Jubiläumsjahr versteht sich die Ausstellung „Talking Cure / Talking Cube.

Eine Ausstellung von Tonstücken

MAK NITE© Special
 
Dienstag, 19. Dezember 2006 20.00 Uhr
TALKING CURE / TALKING CUBE
mit Sigmund Freud
 
Eine Ausstellung von Tonstücken
 
von Cathy Berberian, Wolfram Berger, John Cage, Anna Freud, Katie Lee, Kurt Schwitters, Jean Sibelius und Marc Sorkin
 
Gleichsam als Finissage zu den Feierlichkeiten im Sigmund Freud-Jubiläumsjahr versteht sich die Ausstellung „Talking Cure / Talking Cube“, die als spezieller Programmpunkt im Rahmen der Veranstaltungsreihe MAK NITE© gezeigt wird. Freuds Skepsis gegenüber der Ausstellungsfähigkeit seiner Lehre teilend, zeigt „Talking Cure / Talking Cube“ in einem vierteiligen Parcours von Sound-Tubes Tondokumente, die sich mehr oder weniger direkt mit der Psychoanalyse und mit dem Leben Freuds assoziieren lassen: Erzählungen von Freuds eigenen Träumen stehen Lautgedichte und Musikstücke gegenüber, die sich der poetischen Sprache des Unbewussten annähern.

Im Mittelpunkt von „Talking Cure / Talking Cube“ und der gleichnamigen MAK NITE©, die den Auftakt zur Ausstellung bildet, steht eine über den „Autoklavierspieler“ aufgeführte Klaviertransformation eines Original-Tondokuments von Sigmund Freud (BBC-Interview 1938/39) durch den Komponisten Peter Ablinger. Das „Autoklavier“ ist ein von Winfried Ritsch konstruierter Spielmechanismus, der auf jedem herkömmlichen Flügel montiert werden kann.

Eine respektable plastische Darstellung seines abstrakten Werks hielt Freud für nicht möglich, und dementsprechend war auch seine Reaktion auf die Bemühungen seiner Berliner Kollegen und der deutschen UFA, als sie ihn 1925 zur Mitarbeit am ersten abendfüllenden Psychoanalysefilm „Geheimnisse einer Seele“ unter der Regie von G. W. Pabst überreden wollten: „Die Verfilmung lässt sich so wenig vermeiden, wie, scheint es mir, der Bubikopf. Aber ich lasse mir selbst keinen schneiden und will auch mit keinem Film in persönliche Verbindung gebracht werden“, antwortete Freud auf das Ansinnen.

Verständlich wird diese Haltung, wenn man bedenkt, inwiefern Freud eine revolutionäre Wende in der Auffassung vom Menschen herbeigeführt hat. Er zeigte auf, dass unsere Einstellungs- und Verhaltensweisen bis hinein in die psychopathologischen Symptome und Charakterbildungen zu einem Großteil durch unbewusste Strebungen motiviert sind und dass sich dieses Unbewusste als ungehörtes und unerhörtes Sprechen erweist. Daher wurde auch die psychoanalytische Behandlung, die das Verdrängte zur Sprache kommen lässt, von einer der ersten Patientinnen Freuds als „talking cure“ bezeichnet. Erst spätere Analytikergenerationen haben auch die Bedeutung des Bildhaften für den Aufbau der menschlichen Psyche ins rechte Licht gesetzt.

„Talking Cure / Talking Cube“ zeigt neben anderen historischen Dokumenten auch ein Interview mit Marc Sorkin, dem Regieassistenten G. W. Pabsts, in welchem im Gegensatz zu allen sonstigen biographischen Quellen behauptet wird, dass Freud den ersten Psychoanalysefilm doch gesehen habe und dass er davon sehr beeindruckt gewesen sei. Die MAK NITE©, die üblicherweise zeitlich limitierte, einabendliche Präsentationen, Events oder Performances vorsieht, verändert für „Talking Cure / Talking Cube“ den Veranstaltungsrhythmus. Nach der Präsentation von „Talking Cure / Talking Cube“ am 19. Dezember 2006 im Rahmen der MAK NITE© ist die Ausstellung vom 20. Dezember 2006 bis zum 14. Jänner 2007 in der MAK-Säulenhalle zu sehen.
 
 
Pressedaten:
MAK NITE©: 19. Dezember 2006, 20.00 Uhr, Eintritt frei!
Ausstellungsort: MAK-Säulenhalle, Stubenring 5, Wien 1
Ausstellungsdauer: 20. Dezember 2006 – 14. Jänner 2007
Gastkurator: August Ruhs
Komponist: Peter Ablinger
Raumkonzept: Hans Kupelwieser
Transformationsprogramm: Thomas Musil IEM (Inst. für Elektronische Musik)
Programmierung Autoklavierspieler: Winfried Ritsch
Öffnungszeiten: Di MAK NITE© 10.00–24.00 Uhr, Mi–So 10.00–18.00 Uhr, Mo geschlossen
MAK-Eintritt: € 9,90 mit MAK-Guide / € 7,90 / ermäßigt € 5,50
Jeden Samstag© Eintritt frei.

 

Text: MAK

 

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