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Jürgen Weber
Technisches Museum Text: Jürgen Weber

Das Raubgut der Nazis - Ausstellung im TMW

4.11. 2015 - 31.8. 2016: Die neue Dauerausstellung des Technischen Museums zum Thema „Provenienzforschung“ berichtet über die Arisierung von Alltagsgegenständen in der Zeit nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich (1938) und leistet damit einen Beitrag zu einer spannenden Diskussion.

Auch Autos wurden nach 1938 in Österreich widerrechtlich enteignet.
© Technisches Museum Wien | Ein von den Nazis enteigneter Alltagsgegenstand: Autos u.v.a.m.

Inventarnummer 1938
Ausstellung zu Provenienz und Restitution

Wann: 4.11. 2015 - 31.8. 2016
Wo: Technisches Museum Wien
Mariahilfer Straße 212
1140 Wien

Tel.: +43-1-89998-0
museumsbox(at)tmw.at

"Arisierte" Alltagsobjekte

Im Zusammenhang mit Provenienzforschung wird immer wieder die Rückgabe von wertvollen Kunstgegenständen thematisiert und gefordert. Dass nach 1938 aber auch Objekte des alltäglichen Lebens von „rassisch“ und politisch Verfolgten von den Nazis gestohlen wurden, will die neue Ausstellung im TMW nun aufzeigen. In der Ausstellung wird die tagtägliche Praxis der NS-Raubzüge mit Hilfe von Lebensgeschichten der Beraubten rekonstruiert und so dokumentiert, wie die Suche nach den heute in aller Welt verstreut lebenden ErbInnen noch immer nicht abgeschlossen ist.

Der Fiat 522 C, Baujahr 1932. Enteignet. Restitutiert.

Als Beispiel der Ausstellung soll hier exemplarisch auf die Geschichte zum Titelbild eingegangen werden. Der in der obigen Abbildung zu sehende Fiat 522 C, Baujahr 1932, war von den Nazis konfisziert worden. Die rechtmäßige Eigentümerin war Rosa Glückselig aus Wien Ottakring. Nach dem Anschluss 1938 floh die Familie nach Buenos Aires und hatte dort eine Gemischtwaren-handlung namens „Fiambreria Austria“. Im Jahr 2008 wurde das Fahrzeug an den in Buenos Aires lebenden Sohn restituiert. Das Technische Museum Wien erwarb das Fahrzeug auf Grund seiner zeitgeschichtlichen Bedeutung von der Familie Glückselig für die Schausammlung.

TMW: Raum zur Recherche

Das TMW sucht schon seit 1998 nach NS-Raubgut in seiner Sammlung und will damit natürlich auch die rechtmäßigen Eigentümer ermitteln. Selbst Autos, Radios und Durchlauferhitzer wurden von den Nazis enteignet. Aber auch Fotoapparate, Möbel, Fahrräder, Musikinstrumente, Wäsche oder Motorräder stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung, deren Objekte aus ehemaligem jüdischen Eigentum besteht. „Inventarnummer 1938“ berichtet über die Arisierung von Alltagsgegenständen in der Zeit ab 1938. Eine Datenbank zum NS-KFZ-Raub ermöglicht es den BesucherInnen der Ausstellung auch selbst zu recherchieren. In den Texten zu den verschiedenen Objekten wird auch die abenteuerliche Suche dokumentiert nach den Erben dokumentiert, die manchmal auch schon erfolgreich war und so für die Restitution der Gegenstände sorgte.

Öffnungszeiten/Tickets:

Montag – Freitag: 09:00 – 18:00 Uhr
Sa, So, feiertags: 10:00 – 18:00 Uhr
Kassenschluss und letzter Einlass: 17:30 Uhr
Schließtage: 1. Jän. / 1. Mai / 1. Nov. / 25. und 31. Dez.

Tickets/Eintrittspreise:

Pro Person Gruppen ab 15 P. Erwachsene € 12,00 € 9,50 Kinder, Jugendliche unter 19 Jahre * frei frei SchülerInnen, Studierende, Lehrlinge, Zivil- und Präsenzdiener 19 bis 27 Jahre * € 10,00 € 7,50 SeniorInnen ab 60 Jahre * € 10,00 € 7,50 Menschen mit Behinderungen (Begleitperson frei, wenn im Ausweis vermerkt) * frei frei * Gültiger Lichtbildausweis erforderlich.

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