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Kunsthaus Text: Anja Haidenschuster

Iris Andrascheks Ausstellung: Sekundäre Wildnis

Das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, präsentiert von 29. Juni bis 8. Oktober 2017 die neue Ausstellung „Sekundäre Wildnis“ der österreichischen Künstlerin Iris Andraschek.

Pfau im Dreck
© Iris Andraschek | Iris Andraschek: Sekundäre Wildnis, Thinking of Thresholds #17, 2017

Alternative Lebensentwürfe, Natur, Gärten und der ländliche Raum sind zentrale Themen in den künstlerischen Arbeiten Andrascheks. Ihre Beobachtungen und Untersuchungen zur Natur verarbeitet die Künstlerin seit Ende der 1990er Jahre in Form fotografischer und filmischer Porträts von Menschen, die ihre Existenz bewusst in einem Leben mit der Natur verankern.

Ausstellung: Sekundäre Wildnis von Iris Andraschek

Dauer: 29. Juni bis 8. August 2017

Eröffnung: 28. Juni 2017 um 19:00 Uhr

Ausstellungsort: Kunst Haus Wien (« Infos zu Eintrittspreisen finden Sie hier!)

Sekundäre Wildnis in Fotografien, Videos und installative Arbeiten

In der Garage und im Garten des Kunst Haus Wien präsentiert Iris Andraschek den Werkzyklus „Sekundäre Wildnis“ mit einer Auswahl ihres ständig erweiterten Archivs.

Neben Fotografien und Videos sind speziell für den Außenraum installative Arbeiten entstanden: LandwirtInnen aus dem Wein- und Waldviertel wurden von Iris Andraschek eingeladen, „pflanzliche Selbstporträts“ zu gestalten.

So gedeiht in adaptierten Lastenanhängern ein Zusammenspiel an exotischen Pflanzen und ungewöhnlichen Gemüsesorten aus ihrer Zucht. Daneben steht ein alter Bienenwagen aus Holz, temporär zum Display umfunktioniert, als metaphorisches Zitat für unseren Umgang mit der Natur.

Iris Andraschek zeigt gelebte Utopien in Verbindung mit der Natur

Die ProtagonistInnen aus Andrascheks Bildern und Filmen wurden von der Künstlerin oft über viele Jahre hinweg begleitet. Es sind Menschen, die aus unterschiedlichen persönlichen Beweggründen – sie reichen vom Ausstieg aus dem Leben in einer Leistungsgesesellschaft bis zu ökologischen oder gesellschaftspolitischen Überlegungen – alternative Lebensentwürfe in dauerhafte Lebens- und Existenzformen umwandeln.

Landwirte, die konsequent nachhaltige Landwirtschaft betreiben, eine Saatgutvermehrerin, die ein internationales Unternehmen führt, AussteigerInnen, die sich für ein freies, karges, der Natur ausgesetztes Leben in den Wäldern entschieden haben oder Personen, die sich in irgendeiner anderen Form Raum für eine abweichende, nicht von Kontrolle, Überwachung und kapitalistischer Logik determinierten Lebensform geschaffen haben.

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Keine Klischees oder Idyllen, sondern Prozesse und Beziehungen

Andraschek geht es nie um Klischees oder Idyllen, sondern immer um ein organisches Form- und Denkprinzip, nie um starre Ordnungen, sondern um Prozesse und Beziehungen. Sie führt uns Gegenentwürfe vor Augen: Formen und Möglichkeiten eines Lebens, das sich den allgegenwärtigen Mustern von Konsum, Massenproduktion, Missachtung der Ressourcen und ökologischer wie ökonomischer Ausbeutung entgegenstellt.

Es sind zum Teil radikale Utopien, die hier verfolgt werden. Andrascheks Arbeiten widmen sich aber nicht dem „Spektakulären“, sondern der Abbildung einfacher Momenten des Tuns, den unspektakulären Handlungen von Alltag und Arbeit.

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Poetische Dokumentation

In ihrer Konzentration auf den Moment, das Innehalten im Detail, erinnert Andrascheks Bildsprache bisweilen an niederländische Stilleben oder Genremalerei.

Aber es sind subversiv aufgebrochene Stilleben, die auch formal immer wieder realitätsverzerrende Techniken wie Farbfilter, Unschärfe, Schwärzen oder „Weißerhöhungen“ einsetzen und aus einem geradlinigen Realismus ausbrechen.

Charakteristisch für die Arbeiten ist, dass sich in ihnen dokumentarische und mythisch-poetische Anteile die Waage halten. Bauernhöfe, landwirtschaftliche Lager, Gärten, Felder werden gezeigt und verwandeln sich zu Orten von besonderer Bedeutung.

Pflanzen und Natur liefern auch wichtige Elemente und Themen für ihre Zeichnungen. Das Ergebnis ist ein „poetischer Verismus“ mit dokumentarischen Zügen, den es zum Ausgestoßenen, zum Beiläufigen oder eben zum „Dissidenten“ zieht.

Biographie von Iris Andraschek

Iris Andraschek, geboren 1963 in Horn in Niederösterreich, absolvierte ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Wien, mit ergänzenden Studien für Freskomalerei an der scuola degli arti ornamentali in Rom und Bozen. Arbeitsaufenthalte in Durham, Ontario (2002), New York (2010), Woodside, CA im Djerassi Resident Artists Program (2012) und bevorstehend in Istanbul (2015). Sie lebt und arbeitet in Wien und Mödring, Niederösterreich.

» Wiener Museen und Sehenswürdigkeiten 


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