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Museum

Karikaturmuseum Krems: Zeichnungen Cartoons

Anders als in den meisten internationalen Karikaturmuseen liegt der Schwerpunkt des Hauses in Krems allerdings nicht im Bereich Comic Strip und Animated Cartoon, sondern auf Cartoon und Humorzeichnung. Der für die Karikatur ebenfalls sehr bedeutende Bereich Editorial Cartoon (politische Karikatur) ist vor allem im IRONIMUS-Kabinett (Gustav Peichl) ständig repräsentiert.

© Manfred Deix 2014 | Manfred Deix im Karikaturmuseum Krems

Geschichte des Hauses

Das Karikaturmuseum Krems wurde nach Plänen des Architekten und Karikaturist Gustav Peichl (IRONIMUS) errichtet und am 29. September 2001 mit der Ausstellung "Alles Karikatur - Das gezeichnete 20. Jahrhundert" eröffnet. Das Museum zeigte in dieser Ausstellung erstmals in Österreich einen Querschnitt der wichtigsten internationalen Originalgrafiken aus den Bereichen Karikatur, Bildsatire und Humorzeichung des 20. Jahrhunderts.

Eigenständige Architektur

Für die architektonische Gestaltung des Karikaturmuseum Krems wurde Gustav Peichl gewonnen, der bereits mehrere Museumsprojekte in Deutschland verwirklicht hat, so die Bundeskunsthalle Bonn und das Städel-Museum Frankfurt. Das Museumsgebäude schräg gegenüber der Kunsthalle Krems ist mit seiner markanten Dachkonstruktion und der sprechenden Fassade ein prägendes Element der Kunstmeile Krems.

Ein Haus für den Humor

Das Karikaturmuseum Krems, errichtet nach Plänen des Architekten Gustav Peichl, ist neben der Kunsthalle und weiteren Kunst- und Kulturinstitutionen ein wesentlicher Teil der Kremser Kunstmeile.

Das dreigeschoßige Bauwerk in der Steiner Landstraße wurde für die Nutzung als Karikaturmuseum konzipiert. Es beherbergt im Erdgeschoß zu beiden Seiten des Foyers eine zentrale Ausstellungshalle für Wechselausstellungen, einen weiteren, kleineren Ausstellungsraum und Shop-Räumlichkeiten. Eine verglaste Öffnung in der Decke des Foyers erweitert dieses und schafft einen optischen Bezug zum Obergeschoß. Die an der Stirnseite des Foyers gelegene Rundtreppe erschließt das Obergeschoß, das mit einer als Faltdachkonstruktion ausgeführten Tageslichtdecke - mit teilweise verglasten Dachflächen - ausgestattet ist. Dort befinden sich eine Ausstellungshalle und ein Kabinett für die Dauerpräsentation des Hauses sowie Büroräumlichkeiten. Im Jahr 2003 kam es im Obergeschoß zur Anbindung eines zusätzlichen Ausstellungsraumes im angrenzenden Eybl-Gebäude.

Eine durchgehende Treppenanlage in der links vom Eingang liegenden Gebäudeecke und ein Lift verbinden das unter dem Straßenniveau liegende Untergeschoß (Lagerräume, Haustechnik, Toiletten) mit den beiden anderen Geschoßen des Hauses.

Das äußere Erscheinungsbild der originellen Architektur ist geprägt von einer markanten Dachkonstruktion, die auf die Dachlandschaft der alten Bauwerke in Krems-Stein Bezug nimmt. Die durchgehende Glasfront im Erdgeschoß des Hauses schafft Offenheit und Transparenz und die sprechende Fassade signalisiert den Inhalt des Hauses: Witz, Humor und Satire.Das in den Jahren 2000 und 2001 erbaute kleine, aber feine "Spezialmuseum" erfreut sich dank dem lustvollen Inhalt und der eigenständigen Architektur besonderer Beliebtheit.

Die Sammlung

Neben der Ausstellungstätigkeit ist das Karikaturmuseum Krems aber auch bemüht, eine eigene Sammlung für Karikaturen und Cartoons und eine Fachbibliothek aufzubauen. Der Schwerpunkt liegt auf der europäischen Karikatur des 20. Jahrhunderts, besonderer Bedeutung kommt dabei natürlich der österreichischen Karikatur zu. Neben der größten Sammlung an Deix-Cartoons und IRONIMUS-Blättern konnte 2004 auch ein wichtiger Teil des Nachlasses von Erich Sokol erworben werden und der Ankauf wichtiger Blätter von Gerhard Haderer wurde beschlossen. Darüber hinaus sind aber bereits Werke folgender internationaler und österreichischer Karikaturisten in der Sammlung vertreten (in alphabetischer Reihenfolge): F.W. Bernstein, Fritz Bock, Bugatti, Cajetan, Paul Flora, Carlo Freund, Gerhard Gepp, Robert Gernhardt, Franz Jüttner, Sebastian Krüger, Kukriniksy, Chlodwig Poth, E.O. Plauen, Oliver Schopf, Jiri Sliva, Hans Traxler, Jean Veenenbos, F.K. Waechter, Wilfried Zeller-Zellenberg, Wolfgang Zöhrer, Dieter Zehentmayr. Zurzeit umfasst die Sammlung rund 1000 Blätter.

Ausstellungsraum 2

Seit 2003 steht ein zusätzlicher Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen zur Verfügung. Mit einem Durchbruch zur angrenzenden ehemaligen Eybl-Fabrik wird dieser Raum dem Museum angegliedert. Er steht als zusätzlicher Ausstellungsraum zur Verfügung, wird mit kleineren Projekten mit kurzer Planungs- und Laufzeit bespielt und für Veranstaltungen des Hauses genutzt.

Bibliothek

Seit Bestehen des Karikaturmuseum Krems wird neben dem Aufbau einer Sammlung auch kontinuierlich am Aufbau einer Fachbibliothek gearbeitet. Im Jahre 2004 wurde im Erdgeschoß des Hauses ein eigener Bibliotheksraum eingerichtet, wo ein Teil des Buchbestandes den Besuchern und Besucherinnen des Museums als Präsenzbibliothek zur Verfügung steht. Die Bibliothek umfasst Standardwerke zu Karikatur, Bildsatire und Kritischer Grafik, Monographien einzelner Zeichner und Karikaturisten, sowie Ausstellungskataloge und Fachzeitschriften.
Die Bibliothek des Hauses bietet die Möglichkeit, sich im Rahmen des Ausstellungsbesuches im Karikaturmuseum Krems mit Fachliteratur weiterführend zu beschäftigen. Sie lädt jedoch auch dazu ein, in angenehmer Atmosphäre in Zeitschriften und aktuellen Ausstellungskatalogen zu blättern. Die Bibliothek bildet damit eine zusätzliche Serviceleistung für die Besucher und Besucherinnen des Hauses.

Programmatik

Die Karikatur ist die am meisten unterschätzte Kunstgattung. Dabei bietet gerade die Karikatur wie kein anderes Genre Zugang zu formalen und ästhetischen Fragen ebenso wie zu Themen der Politik und der Gesellschaft. Das Karikaturmuseum Krems macht sich als erstes Museum seiner Art in Österreich diese Potenziale zunutze und setzt mit seinem Programm entsprechende Akzente. Folgende drei Kriterien sind dabei für den Ausstellungsbetrieb maßgebend:
- Künstlerische Qualität: das Museum konzentriert sich auf Originalgrafiken großer Zeichner.
- Vielfältigkeit des Angebots: das Museum ist dem ganzen Spektrum der satirischen Grafik verpflichtet – von der politischen Karikatur bis zum Cartoon, vom Comic bis zur satirischen Illustration und darüber hinaus.
- Internationalität: Das Museum realisiert Ausstellungen auf internationalem Niveau und mit international anerkannten Künstlern.

Karikatur im Kontext Kunst zu positionieren, das ist eine wesentliche Zielsetzung des Hauses. Neben der umfassenden Ausstellungstätigkeit, dem Aufbau und der Präsentation der Sammlung des Hauses, sieht sich das Karikaturmuseum Krems als das wissenschaftliche Kompetenzzentrum für Karikatur, Satire und kritische Grafik in Österreich.

Das Museum, das anlässlich der Eröffnung im September 2001 als originelle Bereicherung der Museumslandschaft gefeiert wurde, war von Anfang an ein Publikumsmagnet: So haben bis zum 5-Jahres-Jubiläum 2006 eine halbe Million Besucher das „einzige Haus für Humor in Österreich“ besucht.

Text/Bilder: Karikaturmuseum Krems 

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