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Jüdisches Museum

Wiesenthal in Wien

20.9. 15 - 8.5. 16: Anlässlich des 10. Todestages von Simon Wiesenthal (1908-2005) zeigt das Jüdische Museum Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, die Ausstellung „Wiesenthal in Wien“ im Museum Judenplatz. In Anwesenheit zahlreicher Prominenz aus Kunst, Kultur und Politik, darunter auch der langjährige Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Ariel Muzicant, eröffnete das Museum die Ausstellung.

Danielle Spera, Direktorin Jüdisches Museum Wien und Journalist Michael Lingens.
© wulz.cc | Danielle Spera, Direktorin des Jüdischen Museums und Journalist Michael Lingens.

Wiesenthal in Wien

20. September 2015 - 8. Mai 2016

Museum am Judenplatz
Judenplatz 8, 1010 Wien

Persönliche Erinnerungen an Wiesenthal

In seiner sehr politischen und emotionalen Eröffnungsrede erinnerte sich der österreichische Journalist Peter Michael Lingens an seine 55 Jahre dauernde Freundschaft mit Simon Wiesenthal, den er durch seine Mutter Ella Lingens kennengelernt hatte, für den er arbeitete und den er wie einen Vater verehrte. Für Lingens hat Simon Wiesenthal mit Büchern wie „Doch die Mörder leben“ oder „Recht, nicht Rache“ einen herausragenden Beitrag zur Aufarbeitung und medialen Vermittlung der Verbrechen des Nationalsozialismus geleistet und letztlich sei er es gewesen, der für die Bestätigung der Authentizität der Tagebücher der Anne Frank gesorgt hat, da er jenen Mann ausfindig machte, der Anne Frank verhaftet hat. Lingens verwies auf die zahlreichen öffentlichen Anfeindungen, denen Wiesenthal wegen seiner akribischen Verfolgung von Kriegsverbrechern ausgesetzt war und analysierte die Auseinanderersetzung mit Bruno Kreisky. Er zeichnete ihn als liebenswürdigen und humorvollen Menschen, der unter diesen Anfeindungen persönlich sehr gelitten hat und diesen mit dem Ausspruch begegnete „auch wenn dir manchmal zum Weinen ist, hilft dir Humor, die Dinge zu ertragen“.

Ausstellung „Wiesenthal in Wien“

Simon Wiesenthal hat wie kaum ein anderer die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und damit ein wichtiges, lange ausgeblendetes Kapitel der österreichischen Nachkriegsgeschichte geprägt. Die Ausstellung im Museum Judenplatz zeigt zehn Aspekte, die Wiesenthals Leben und Arbeit zwischen Wien und der Welt charakterisierten: als weltberühmter Aufdecker von Nazi-Verbrechen und als umtriebiger oppositioneller Politiker innerhalb der Wiener Kultusgemeinde, von seiner unablässigen Forderung nach Aufklärung bis zu seiner gelebten Erinnerungsarbeit.

Das Ausstellungsprojekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem kuratorischen Team des Jüdischen Museums Wien und dem Simon Wiesenthal Archiv Wien. Die Ausstellung nähert sich dem Phänomen Wiesenthal über die ihn abbildenden Fotografien aus seinem eigenen Archiv. Die Auswahl von Danielle Spera unter dem Titel „Wiesenthal. Eine Erscheinung“ ist programmatisch für die gesamte Erzählung der Ausstellung und zeigt Wiesenthal zwischen der österreichischen Realität und seinen globalen Aktivitäten, Ehrungen und Zusammenkünften mit Mitstreitern und Berühmtheiten.

Zur Ausstellung ist ein Katalog (ISBN-Nr. 978-3-901398-79-7) zum Preis von EUR 29,90 erschienen, der ab sofort im Museum erhältlich ist.

Die von Werner Hanak-Lettner und dem KuratorInnenteam des Museums erarbeitete Ausstellung ist von 20. September 2015 bis 8. Mai 2016 im Museum Judenplatz, einem Museum der Wien Holding, zu sehen. Das Museum Judenplatz, Judenplatz 8, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr geöffnet. Das Museum in der Dorotheergasse 11, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag ist das Museum geschlossen.

Weitere Informationen unter www.jmw.at oder unter info@jmw.at

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