1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur
  3. Museum
  4. Jüdisches Museum
Mehr Kunst & Kultur
Artikel teilen
Kommentieren
Jürgen Weber
Jüdisches Museum Text: Jürgen Weber

Tales of 2 Cities

21. Jänner - 19. April: Jeweils drei KünstlerInnen aus Russland und Österreich beziehen sich in dieser Ausstellung auf Objekte des 20. Jahrhunderts aus den beiden Sammlungen von Memorial Moskau und dem Jüdischen Museum in Wien. Am Standort Museum Judenplatz werden alle sechs Installationen bis 19. April gezeigt und laden auch junge Interessierte zur Mitarbeit ein. Ein Kunst-Vermittlungsprogramm des JMW zeigt, wie lebendig Geschichte sein kann.

Ekaterina Shapiro-Obermair, Legato
© Jüdisches Museum Wien /Memorial Moskau, Vera Undritz | Ekaterina Shapiro-Obermair, Legato

An die Vergessenen erinnern

Die Ausstellung, die bis April im Museum Judenplatz des Jüdischen Museums gezeigt wird, erzählt anhand verschiedener Objekte und Installationen von verdrängter Geschichte und wird so zur Mahnung wider das Vergessen. Die 1990 entstandene Gesellschaft Memorial in Moskau, deren Archiv Objekte zur Geschichte der politischen Repression und der Verletzung der Menschenrechte in der UdSSR speichert und ausstellt, wurde dabei von den österreichischen Künstlern genützt, während das Archiv des Jüdischen Museums von den russischen Künstlern benutzt wurde. So entstand auch ein Austausch der Erinnerungskulturen der beiden Länder, der die Vergessenen der Lager wieder zurück in unsere Geschichte und Gegenwart holen will, denn auch die Vergangenheit wirkt nach wie vor in unser Alltagsleben hinein.

Geschichte als Kulturauftrag

Das Jüdische Museum Wien und Memorial, die - laut eigenen Angaben - älteste zivilgesellschaftliche Organisation Russlands, würden mit ihrer Kooperation genau das anbieten, was das heutige politische Russland zu vermeiden suche. „Unser gemeinsames Projekt verkörpert alles das, was den gegenwärtigen Strom der politischen Entwicklung widerspricht, nämlich Kontakt zum Westen und Kulturaustausch“, nannte die Vertreterin von Memorial, Natalia Petrova, auf der Pressekonferenz zur Ausstellung als eines der Hauptanliegen der Ausstellung und der Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Wien. Die Ausstellung wurde gemeinsam von Astrid Peterle, Natalia Petrova und Simon Mraz, österreichischer Kulturattaché in Moskau, kuratiert.

Video
Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Installationen und Interventionen

Die Installation "Ohne Titel" der russischen Künstlerin Olga Jitlina zeigt zum Beispiel einen schwarzen Sarg, der zum Ruderboot umfunktioniert wurde. Auf drei Seiten des Sarges sind Bildschirme installiert, die einen jungen Mann, der Louis-Ferdinand Célines „Reise ans Ende der Nacht“ zitiert, zeigen. Diese künstlerische Intervention wirkt auch symptomatisch für die heutige Situation zwischen Russland und der Ukraine, denn obwohl die Bewohner beider Länder verwandt sind miteinander - und sich noch vor ein paar Jahren niemals einen Krieg vorstellen hätten können - wird heute Krieg geführt, wie die Künstlerin nach der Pressekonferenz in einem Interview exklusiv mit www.stadt-wien.at erklärte.

Der österreichische Künstler Hans Weigand wiederum hat für seine Installation Wladimir Majakowski in den Mittelpunkt gestellt, der stellvertretend für seine und die Ideale jener Generation steht, die noch in den Dreißigern Zuflucht in der Sowjetunion suchte. Aber auch diese Hoffnungen auf ein besseres Leben wurden enttäuscht. Weitere künstlerische Interventionen stammen von Zenita Komad and the Unity Operators, Ekaterina Shapiro-Obermair, Haim Sokol und Alisa Yoffe.

Kunst-Vermittlungsprogramm

Im Rahmen der Ausstellung Tales of 2 Cities wird vom Jüdischen Museum auch ein Kunst-Vermittlungsprogramm angeboten, bei dem SchülerInnen zwischen 14 und 19 Jahren eingeladen werden, ein eigenes Objekt, einen Alltagsgegenstand oder etwas Persönliches ins Museum mitzubringen und seine Geschichte zu erzählen. „Kunst kann!“ ist eine thematische Reihe, die zeigen will, dass Kunst nicht nur erfreuen, irritieren, verstören und bilden kann, sondern auch von jeder und jedem mitgestaltet werden kann.

Öffnungszeiten

Museum Judenplatz
So - Do 10:00 - 18:00
Fr 10:00 - 14:00
Sa Geschlossen

Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur