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Jürgen Weber
Jüdisches Museum Text: Jürgen Weber

Ringstraße ein jüdischer Boulevard

25. März bis 04. Oktober: Die Ringstraße versinnbildlichte vor 150 Jahren den Aufstieg des Großbürgertums. Auf dem Gebiet der ehemaligen Stadtmauern und des militärischen Exerzierfeldes entstand die genau die Prachtbauten, für die man Wien heute kennt: das Parlament und im Verhältnis dazu viel zu große Rathaus, die Universität, die Börse und viele weitere Repräsentationsbauten. Die Ausstellung des Jüdischen Museums in der Wiener Dorotheergasse widmet sich dem jüdischen Anteil des Prachtboulevards und untersucht Stereotype und deren Schattenseiten.

Plakat des Jüdischen Museums zur Ausstellung
© JMW | Plakat des Jüdischen Museums zur Ausstellung

Wann: 25.3. - 4.10. 2015

Wo: Jüdisches Museum Dorotheergasse & Judenplatz

Öffnungszeiten Museum Dorotheergasse
Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Samstag geschlossen.

Öffnungszeiten Museum Judenplatz
Sonntag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 17 Uhr.

Tickets

Für beide Museen gibt es ein gemeinsames Ticket (gültig vier Tage ab Ausstellungsdatum) - Preis:

  • Normalpreis € 10
  • ermäßigt € 8
  • Gruppen € 7
  • Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr frei
  • StudentInnen (bis 27 Jahre), Zivil- und Präsenzdiener € 5

Schulklassen haben nach wie vor freien Eintritt, für die Schülerführung ist ein Kostenbeitrag von € 20 zu leisten.

Die Palais' an der Ringstraße

Die prächtigen Palais‘ an der Wiener Ringstraße tragen noch heute ihre Namen - Todesco, Schey, Königswarter, Goldschmidt, Ephrussi, Lieben oder Auspitz - aber ihre Bewohner wurden vertrieben. Wenig bekannt ist, dass zahlreiche jüdische Unternehmer und Bankiers die prächtigen Palais‘ entlang der Ringstraße, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut wurden, finanziert hatten. Der wirtschaftliche Aufschwung der Gründerjahre, von dem einerseits Kunstsammler und Mäzene profitierten, andere aber an den sozialen Rand gedrängt wurden, gehört sicherlich zu den Kehrseiten hinter den glanzvollen Ringstraßenfassaden.

Aufstieg und Neid

Soziale Probleme und eine zunehmende politische Radikalisierung verursachten Ende des 19. Jahrhunderts große Spannungen, dem besonders das Kleinbürgertum als klassischer Modernisierungsverlierer ausgesetzt war. Der politisch geschürte Antisemitismus, der sich einerseits des Schreckengespenstes eines „armen, zerlumpten Ostjuden“ und „sozialistischen, jüdischen Aufwieglers“ bediente und andererseits den „kapitalistischen Wiener Börsejuden“ geißelte, fand besonders bei jenen sozialen Schichten Anklang, die einen Sündenbock für ihre eigene wirtschaftliche Misere suchten.

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Sammlung Max Berger

In der Ausstellung sind vor allem Exponate der ehemaligen Sammlung Max Berger zu sehen. Er hatte nach dem Zweiten Weltkrieg die Idee einer Wiedergründung eines Jüdischen Museums in einem Ringstraßenpalais geboren und richtete vorerst in einer Privatwohnung ein kleines Privatmuseum mit Judaika ein. Seine Sammlung ist das eigentliche Herzstück des heutigen Jüdischen Museums Wien, das 1988 auf Initiative des Wiener Bürgermeister Helmut Zilk gegründet wurde und bis heute zentraler Bestandteil der Ausstellung im Palais Eskeles ist.

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