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Jürgen Weber
Jüdisches Museum Text: Jürgen Weber

Das jüdische Museum Wien zeigt Michael Horowitz

2. Dezember 2016 bis 28. Mai 2017: In der Ausstellung „50 Jahre Menschenbilder“ zeigt das Jüdische Museum Wien Porträts von Menschen des Fotografen, Journalisten und Autors Michael Horowitz. Seine Eltern waren als einige von Wenigen nach dem Krieg nach Wien zurückgekehrt, wovon sie zuvor vertrieben worden waren. Michael Horowitz wurde 1950 in Wien geboren und das JMW zeigt 50 Porträts von Menschen.

Der Zahn der Zeit, der Zug, der wartet
© Michael Horowitz | Ein Bild vom Ende des Ostblocks, ein Kuss vor dem Abschied

Ausstellung mit Porträtfotos

Als Sohn eines Theaterfotografen hatte Michael Horowitz die Möglichkeit, die wesentlichsten Protagonisten der Nachkriegszeit persönlich kennenzulernen. Einige davon hat er porträtiert, gekannt hat er sie alle. Ob aus Politik, Wissenschaft, Kunst oder Kultur Horwitz fand zu allen Menschen einen fotografischen Zugang, den er sich schon mit 16 Jahren aneignete. Seine Einblicke in die Welt der Siebzigerjahre zeigen Menschenbilder, spätere Aufnahmen aus den letzten Jahren stammen aber auch von Reisen in viele Teile der Welt oder zeigen das heutige Österreich. Horowitz' Familie stammte aus Galizien und kam durch die Wirrnisse des Ersten Weltkriegs erstmals nach Wien, wo sie eine neue Heimat fanden. Durch den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg daraus vertrieben, fanden sie Exil in Frankreich und Schanghai, allerdings überlebten leider nur sein Vater und seine Großmutter. Als Journalist und Chefredakteur der KURIER-freizeit hat Michael Horowitz trotzdem wesentlich am Bild eines neuen Österreichs in der Welt mitgearbeitet und auch dessen Geschmack wesentlich mitgestaltet: er schrieb auch für das Gourmetmagazin "Tafelspitz".

Das Goldene Wien im Porträt

Michael Horowitz ist auch Verfasser des Buches "Das goldene Wien - eine ambivalente Liebeserklärung", ein Wien-Buch, zu dem auch der Wiener Altbürgermeister Helmjut Zilk ein Nachwort geschrieben hat und das es sogar in die Annalen der Wiener Stadtgeschichte geschafft hat. Eines seiner Bilder, das bei der neuen Ausstellung im Jüdischen Museum Wien gezeigt wird, zeigt auch André Heller und Peter Alexander beim Plaudern. Aber auch die Gugginger Künstler, eine Künstlergemeinschaft außerhalb Wiens, wurden von Horowitz als Gruppe porträtiert, wodurch auch David Bowie auf sie aufmerksam geworden war. Bundeskanzler Fred Sinowatz als talentierter Zauberer: so wie Horowitz ihn porträtiert hat, hat ihn - der einst als Unterrichtsminister die Prügelstrafe an Schulen verbot - bestimmt noch niemanden gesehen. Erika Pluhar, Senta Berger oder Karin und Klaus Maria Brandauer - so intim hat sie bestimmt noch niemand gesehen. 

Ausstellung Michael Horowitz: 50 Jahre Menschenbilder

2. Dezember 2016 - 28. Mai 2017

Jüdisches Museum Wien

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Kurzbiographie:

Das KURIER freizeit-Magazin wurde von Horowitz ebenso wie Österreichs erfolgreichster Gourmet-Guide "Tafelspitz" wesentlich mitgestaltet und sogar -gegründet. Als Gymnasiast arbeitete er für Zeitungen und verfasste später insgesamt mehr als 20 Bücher, darunter Biografien über H.C. Artmann, Heimito von Doderer, Egon Erwin Kisch und Karl Kraus sowie über seine Freunde Otto Schenk und Helmut Qualtinger. Horowitz schrieb auch schon Drehbücher für den ORF sowie für den bei den Filmfestspielen Cannes 1989 mit dem "Prix de la Jeunesse" ausgezeichneten Kino-Film "Caracas". 

 

 


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