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Jüdisches Museum

Jüdisches Museum Ausstellungen

2016 startet mit einer Buchpräsentation: Christian Buckard erzählt am 25. Jänner die faszinierende Geschichte jenes Mannes, der das bewusstheitsschärfende Potenzial der leichten Bewegung entdeckte - Moshé Feldenkrais. Im März startet diie Austellung Ab ins Vergnügen über den Wiener Prater. Ab April werden den Besuchern dann bei der Ausstellung Stars of David jüdische Größen aus der internationalen Musikwelt näher gebracht.

Museum am Judenplatz, abends von Außen gehen Besucher durch das Eingangstor.
© Agentur Wulz Services | Das Museum am Judenplatz und das jüdische Museum in Dorotheergasse 11 laden heuer wieder zu zahlreichen Ausstellungen.

Das Ausstellungsprogramm 2016 im Überblick

Stars of David. Der Sound des 20. Jahrhunderts

Sonntag, 13. April 2016 - Sonntag, 16. Oktober 2016
Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11
1010 Wien

Barbra Streisand, Bob Dylan, Billy Joel, Neil Diamond, Amy Winehouse, Paul Simon, Leonard Cohen, Lou Reed oder Matisyahu, das sind nur einige Namen von Künstlerinnern und Künstlern, die Musikgeschichte geschrieben haben. Die „heimliche“ Hymne der USA, „God Bless America“, aber auch „White Christmas“ stammen von Irving Berlin, einem Sohn jüdischer Einwanderer aus Weißrussland. Jüdische Musikerinnen und Musiker prägten das Musik-Business des 20. und 21. Jahrhundert und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Unterhaltungskultur. „Stars of David“ thematisiert unterschiedliche Genres, porträtiert wesentliche Exponenten und geht zurück bis in die Zeit der k.u.k.-Monarchie, wo wesentliche Wurzeln dieser (Musik-) Geschichte zu finden sind.

Die Ausstellung zeigt dies anhand der wichtigsten Komponisten und Interpreten: Musical-Komponisten von George Gershwin über Jerome Kern bis zu Leonard Bernstein und Stephen Sondheim, landeten Kassenschlager am Broadway oder in Hollywood und schufen Klassiker der Filmmusik, viele wurden mit Oscars, Grammys ausgezeichnet. Vor allem im Jazz avancierten jüdische Musiker wie Benny Goodman, Artie Shaw, Stan Getz oder John Zorn zu Szene-Ikonen. In Rock und Pop, in Punk und Rap stachen Gruppen wie Kiss, die Ramones und die Beastie Boys hervor. Neben den internationalen Stars werden die israelische, französische und Wiener Szene beleuchtet: Von Serge Gainsbourg bis hin zu den Sabres um Edek Bartz, Geduldig und Thiman oder Arik und Timna Brauer.

Während der gesamten Ausstellungsdauer erhalten BesucherInnen des Jazzclubs Porgy & Bess gegen Vorlage eines Veranstaltungstickets ermäßigten Museumseintritt von € 8,-.

Mit der Eintrittskarte des Museums erhalten Sie ermäßigte Tickets für folgende Veranstaltungen im Porgy & Bess:

Sonntag, 01. Mai: Roberto Rodriguez Cuarteto Masada plays the music of John Zorn
Montag, 09. Mai: Kurt Rosenwinkel Trio
Samstag, 14. Mai: Omer Klein Trio

>> Mehr zu Stars of David. Der Sound des 20. Jahrhunderts

Wichtiger Hinweis: An den hohen jüdischen Feiertagen Rosh Haschana am 3. und 4. Oktober 2016 und Jom Kippur am 12. Oktober 2016 sind das Jüdische Museum Wien und alle Einrichtungen (Bibliothek, Archiv, Café) ausnahmsweise geschlossen.

Buchpräsentation: Georg Ransmayr "Der arme Trillionör. Austieg und Untergang des Inflationskönigs Sigmund Bosel"

Donnerstag, 22. September 2016 um 18:30 Uhr
Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11
1010 Wien

Georg Ransmayr begibt sich auf die Spuren des legendären Inflationskönigs Sigmund Bosel. Als blutjunger Bankchef und Börsenguru wird der Wiener Finanzjongleur Anfang der 1920er-Jahre zum „Trillionär“ hochgejubelt. Hin- und hergerissen zwischen zwei Frauen lebt der spendable Plutokrat, wie es ihm gefällt. Doch reich zu sein, ist Bosel nicht genug. Der schillernde Millionensassa will die alteingesessene Hochfinanz an die Wand spielen. Dabei verstrickt er sich in grenzwertige Spekulationsdeals. Bosels Verlustgeschäfte werden ein riesiger Skandal. Der jüdische Glücksritter wird im damaligen antisemitischen Klima zum alleinigen Sündenbock gestempelt. Hinter den Kulissen bleibt er aber ein mächtiger Strippenzieher. Kurz vor dem „Anschluss“ 1938 fährt Bosel noch einmal von Paris zurück nach Wien. Aus dem Wirtschaftskrimi rund um den schillernden Finanzabenteurer wird eine mörderische Holocaust-Tragödie ...
Georg Ransmayr, geb. 1966, ORF-Journalist, ausgezeichnet mit dem „Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis“ 2013. Für die Sendung „kreuz und quer“ drehte er die Dokumentation „Der Massenmörder und der Trillionär“.

Marcel Prawy - Vater des Broadway-Musicals in Wien - Ein Abend mit Christoph Wagner-Trenkwitz

Donnerstag, 29. September 2016 um 19:00 Uhr
Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11
1010 Wien

Die meisten kennen ihn als den Opernführer der Nation, nur wenige wissen, dass Marcel Prawy nach dem Zweiten Weltkrieg das Broadway Musical nach Wien an die Volksoper brachte und auch die ersten deutschen Übersetzungen der amerikanischen Kassenschlager organisierte. Geboren wurde Marcell Horace Frydmann, Ritter von Prawy 1911 in Wien. 1938 rettete der prominente Sänger Jan Kiepura dem jüdisch stämmigen Prawy das Leben, indem er ihn als persönlichen Sekretär in die USA mitnahm. 1946 kehrte Prawy als US-Kulturoffizier nach Österreich zurück. Von 1952 bis 1955 brachte er als Moderator und Conférencier unter der Patronanz der US Information Services Branch (ISB) Musical-Shows in Wien zur Aufführung, die vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurden. 1955 wurde Marcel Prawy zum Chefdramaturgen der Wiener Volksoper ernannt, und versuchte das in Wien vollkommen unbekannte Genre Musical im Spielplan zu integrieren, was ihm trotz heftigstem Widerstand seitens der Belegschaft der Volksoper auch gelang. Das Musical ”Kiss me Kate” war 1956 einer seiner großen Erfolge und die erste Musical-Produktion in Kontinental-europa überhaupt. Es folgten ”Wonderful Town”, ”West Side Story” seines persönlichen Freunds Leonard Bernstein sowie ”Annie get your gun”, ”Porgy and Bess”, ”Show Boat” u.a. 1972 wurde er als Dramaturg an die Wiener Staatsoper berufen, blieb jedoch nach wie vor seinem Faible für das Musical treu. In Musical-Shows, Rundfunk- und Fernsehsendungen stellte er auch weiterhin sein profundes Wissen über die (Kultur)Geschichte des amerikanischen Musicals, dessen Komponisten, Librettisten, ProtagonistInnen, als Produzent, Präsentator und Conférencier zur Verfügung. Marcel Prawy starb am 23. Februar 2003 und wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof bestattet.
Christoph Wagner-Trenkwitz ist heute Chefdramaturg der Volksoper Wien und ein profunder Kenner der Arbeit Marcel Prawys: Er ist Co-Autor (gemeinsam mit Thomas Trabitsch) von „Glück, das mir verblieb”, der Ausstellungskatalog zur Marcel Prawy-Ausstellung (2002) im Österreichischen Theatermuseum und mit
„Es grünt so grün… – Musical an der Volksoper” hat er 2007 ein Standardwerk geschaffen, das die Musical-Metropole Wien im Geiste Marcel Prawys zeigt. Regelmäßig moderiert Christoph Wagner-Trenkwitz die Radio Übertragung des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker und ist auch einer der TV-Kommentatoren des Wiener Opernballs. Er plant, schreibt, gestaltet und präsentiert Werke und Persönlichkeiten der Oper, Operette und des Musicals und entwickelt auch musikalische Specials für Hörfunk und TV, die er selbst präsentiert. Im Rahmen seiner Präsentation im Jüdischen Museum wird Christoph Wagner-Trenkwitz auch Film- und Videoausschnitte präsentieren, die er in Zusammenarbeit mit Ausstellungskurator Alfred Stalzer ausgewählt hat.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Stars of David. Der Sound des 20. Jahrhunderts“.

Wege ins Vergnügen. Unterhaltung zwischen Prater und Stadt

Mittwoch, 16. März 2016 - Sonntag, 18. September 2016

Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11
1010 Wien

Mit der Eröffnung des Praters hatte das Vergnügen in Wien 1766 einen Hauptwohnsitz gefunden. Auf dem Weg aus der Stadt entstanden im Laufe der nächsten 150 Jahre immer neue Vergnügungsorte. Als die Leopoldstadt ab 1850 ein jüdischer Einwandererbezirk aus den Ländern der Monarchie wurde, entwickelte sich das Straßengeflecht zwischen Donaukanal, Augarten und Praterstern zum Zentrum der multikulturellen Wiener Moderne. 1927 berichtete Joseph Roth: „Die zwei großen Straßen der Leopoldstadt sind: die Taborstraße und die Praterstraße. Die Praterstraße ist beinahe herrschaftlich. Sie führt direkt ins Vergnügen. Juden und Christen bevölkern sie.“ Die Ausstellung „Wege ins Vergnügen“ spürt den interessantesten Darbietungsorten nach. Zu Wort kommen Zuschauer, Zensur und Presse. „Auftritte“ haben aber auch die damals gefeierten Stars der urbanen Szene wie Heinrich Eisenbach, Abisch Meisels, Gisela Werbezirk, Gertrud Kraus oder Hans Moser.

Buchpräsentation: Christian Buckard „Moshé Feldenkrais“

Montag, 25. Jänner 2016, 18.30 Uhr
Jüdisches Museum Wien Dorotheergasse 11
1010 Wien

In einer kalten Winternacht des Jahres 1918 besteigt der 14-jährige Moshé Feldenkrais in seiner umkämpften ukrainischen Heimatstadt einen Pferdekarren und wird von einem Schmuggler durch ein gefährliches Sumpfgebiet nach Polen gebracht. Seine weitere abenteuerliche Odyssee führt ihn auf die staubigen Baustellen Tel Avivs und mitten hinein in die Straßenkämpfe mit feindlichen Arabern, in das Radium-Institut des Ehepaars Joliot-Curie in Paris, das London des „Blitz“ und in die geheime Anti-U-Boot-Forschungsabteilung Churchills im Norden Schottlands. Dank seiner Freundschaft mit dem Judo-Erfinder Jigoro Kano und einer vermeintlich unheilbaren Knieverletzung entdeckt der promovierte Ingenieur, was Gehirnforscher erst seit wenigen Jahren belegen können: dass Körper und Geist eine Einheit bilden, dass es eine „Muskulatur der Seele“ gibt und das Gehirn durch bestimmte Bewegungsabläufe beeinflusst werden kann.

Moderation: Renata Schmidtkunz

Internationaler Holocaust-Gedenktag

Mittwoch, 27. Jänner 2016, 17.00 Uhr
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11, 1010 Wien

Eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2005 erklärte den 27. Jänner offiziell zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.  Das Jüdische Museum Wien verweist mit seinen Sammlungen und durch einzelne Objekte auf den Holocaust und lädt zu einer Gedenkveranstaltung.
Wir werden gemeinsam eine Gedenkminute abhalten und Ihnen danach ausgewählte Objekte und deren Geschichte vorstellen.
Eintritt frei

Buchpräsentation: Louise Hecht „Ludwig August Frankl (1810-1894). Eine jüdische Biographie zwischen Okzident und Orient“

Donnerstag, 28. Jänner 2016, 18.30 Uhr
Jüdisches Museum Wien Dorotheergasse 11
1010 Wien

Der im böhmischen Chrast geborene Ludwig August Frankl gelangte durch seine patriotischen Gedichte schon früh zu literarischen Ehren. Als Literat und Zeitungsherausgeber spielte er seit dem Vormärz eine herausragende Rolle im Wiener Geistes- und Kulturleben. Gleichzeitig engagierte er sich als Sekretär der Wiener jüdischen Gemeinde für jüdische Anliegen. Seine Expedition in den Orient im Jahre 1856 und deren literarische Beschreibung etablierten Frankls Ruf als Orientexperte. In der vorliegenden Biographie versuchen 15 AutorInnen, Frankls Lebenswerk an der Schnittstelle verschiedener (Sprach)Kulturen, politischer Konzepte und religiös-kultureller Identitätssuche kritisch zu verorten. Durch seine supranationale Mehrfachidentität besitzt Frankls Biographie zudem kulturpolitische Bedeutung für ein postnationales Europa und das Verständnis der deutsch/österreichisch-jüdisch-tschechischen Beziehungen.

Einlass 18:15 Uhr
Eintritt frei

Der Grenzgänger: Gedenkveranstaltung für Carl Djerassi

Sonntag, 31. Jänner 2016, 17.00 Uhr
Jüdisches Museum Wien Dorotheergasse 11
1010 Wien

Am 30. Januar 2015 starb Carl Djerassi im Alter 91 Jahren in San Francisco. Als Sohn einer österreichisch-bulgarischen jüdischen Ärztefamilie musste er 1938 aus Wien flüchten und begann in den Vereinigten Staaten eine steile wissenschaftliche Karriere als Chemiker. Durch seinen Beitrag zur Entwicklung der "Pille" wurde er weltberühmt. Nachdem der Professor an der Stanford University weit über 1000 wissenschaftlichen Beiträge publiziert und mit Ausnahme des Nobelpreises alle wichtigen Preise in seinem Fach erhalten hatte, wandte er sich in den 1980er Jahren der Literatur zu. Mit seinen Romanen, Dramen, Kurzgeschichten und Gedichten etablierte er ein neues literarisches Genre, die „Science-in-Literature“, das die Naturwissenschaften und insbesondere ihre Protagonisten als kulturelle Phänomene darstellt. Mit dem Beginn seiner literarischen Periode hat er seine Beziehung zu seiner Heimatstadt Wien und zu Österreich erneuert und verstärkt – sinnfällig ausgedrückt u.a. durch die Schenkung der Hälfte seiner Klee-Sammlung an die Wiener Albertina.
In dieser Gedenkveranstaltung werden Walter Grünzweig und Gabriele Seethaler Carl Djerassis Stellung als Grenzgänger zwischen Kulturen und Disziplinen, zwischen Chemie, Literatur und Kunst, als Wiener Jude und austroamerikanischer Wissenschaftler würdigen.

Einlass 16:45 Uhr
Eintritt frei

Die Universität. Eine Kampfzone?

21. Oktober 2015 bis 6. März 2016
Jüdisches Museum Wien Dorotheergasse 11/Palais Eskeles
1010 Wien

Wien um und nach 1900: Wissenschaft und Forschung wird von zahlreichen jüdischen Protagonisten vorangetrieben und jüdische Wissenschaftlerinnen erkämpfen sich den Weg auf die bis dahin ausschließlich männlich dominierte akademische Bühne. Ihre Projekte, ihre Erfolge – darunter Nobelpreise, sind heute zum Teil im akademischen Bewusstseins verankert. Weniger bekannt sind die ihnen verweigerten Professuren, der damit zusammenhängende braindrain vor 1938 sowie ihre Vertreibung und Ermordung in der Zeit des Nationalsozialismus bzw. ihre neuen Karrieren im Exil. Das Spannungsfeld zwischen Wiener Moderne und Faschismus ist einer von mehreren Ausstellungsschwerpunkten, die erstmals einen umfassenden Einblick in die Beziehungsgeschichte zwischen Jüdinnen und Juden und den Universitäten Mitteleuropas, insbesondere Wiens, vermitteln.

Wiesenthal in Wien

20. September 2015 bis März 2016
Museum Judenplatz
1010 Wien

Simon Wiesenthal (1908-2005) hat wie kaum ein anderer die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit und damit ein wichtiges, lange ausgeblendetes Kapitel der Nachkriegsgeschichte Österreichs geprägt. Die Ausstellung zeigt anlässlich seines 10. Todestags seine Verbindung zur Stadt seines Wirkens. Die Ausstellung wird zu einem vielschichtigen Porträt, zeigt sowohl sein öffentliches Gesicht als weltberühmter Aufklärer von Nazi-Verbrechern, seinen Umgang mit den heftigen, auf ihn gerichteten antisemitischen Attacken als auch seinen umtriebigen Charakter als  „Politiker“ innerhalb der Wiener Kultusgemeinde.

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