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Museum Text: Margareta Sandhofer

Gotik im Belvedere

Die Sammlung des Belvedere gilt als die bedeutendste der österreichischen Kunst. Mit der Neuaufstellung der prominentesten Werke der Gotik im Oberen Belvedere eröffnet die neue Direktorin Agnes Husslein. Hier gibt es einen Überblick über die Sammlungsbereiche und wo die Werke der einzelnen Zeitabschnitte zu finden sind.

Gotik Gemälde von Pacher im Belvedere Wien
© Belvedere, Wien | Geißelung Christi

Die Sammlung des Belvedere gilt als die bedeutendste der österreichischen Kunst. Mit der Neuaufstellung der prominentesten Werke des Mittelalters im Oberen Schloss eröffnete die neue Direktorin Agnes Husslein-Arco 2007 die künftige Präsentation der ihr anvertrauten Kunstschätze.

Die Hauptwerke sämtlicher Sammlungsbereiche vom Mittelalter bis 1945 werden im Oberen Belvedere ausgestellt, im Erdgeschoss Mittelalter und Barock, im ersten Stock die Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, von der Ringstraßenzeit bis zu Expressionismus und Moderne. Das 20er Haus wird ab 2008 Schauplatz der Kunst von 1945 bis zur Gegenwart sein. Die Prunkräume des Unteren Belvedere dienen seit ihrer Restaurierung Oktober 2007 zusammen mit der Orangerie und dem Atelier Augarten ausschließlich Sonderausstellungen.

Seit Mai 2007 sind im Westflügel die Meisterwerke der gotischen Kunst zu sehen. Die Entwicklung der österreichischen Kunst lässt sich vom Internationalen Stil der Zeit um 1400 bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts verfolgen.

Im ersten Saal werden frühe Meisterwerke der gotischen Skulpturen auf einer zentralen Plattform präsentiert, sodass sie einerseits mit der sie umgebenden barocken Freskoausstattung des Italieners Carlo Carlone eine harmonische Synthese eingehen, andererseits der Besucher die vollen Plastiken von allen Ansichten betrachten kann. Unter ihnen ist mit der Sonntagberger Madonna (um 1360) auch der Typus der sog. Schönen Madonnen in seiner frühen Form vertreten. Das schwingende Linienspiel von Körper und Draperien, das grazile und höfische Figurenideal vergegenwärtigen den sog. Internationalen oder auch Schönen Stil, der mit seiner Bezeichnung ein gesamteuropäisches Phänomen charakterisiert.

Im zweiten Raum zeigt sich in der religiösen Tafelmalerei das Eindringen des niederländischen Naturalismus, der in den Reliefs der Passionsszenen des Znaimer Altars (von 1440 / 45) zu krassem Realismus und expressiver Übersteigerung von Form und Farbe findet.

Tafeln von spätgotischen Flügelaltären präsentieren im dritten Saal die Beeinflussung der österreichischen Malerei durch italienische Errungenschaften. Die perspektivische Erweiterung der Bildräume, wie sie von Michael Pacher in Werken wie dem Laurentiusaltar (1465) effektvoll eingesetzt und virtuos beherrscht wird, deutet auf die Auseinandersetzung dieser führenden Künstlerpersönlichkeit mit Vorbildern wie etwa Andrea Mantegna in Padua hin.

Im Prunkstall nahe dem Unteren Belvedere sind seit Juli 2007 weitere Kunstwerke des Mittelalters zu sehen, sodass damit, nach dem Konzept von Agnes Husslein-Arco und Veronika Pirke-Aurenhammer erstmals die Mittelaltersammlung der österreichischen Galerie vollständig der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

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