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Maria Mayrhofer
Museum Text: Maria Mayrhofer

Eröffnung Jüdisches Musem

Die Neueröffnung des Jüdischen Museum findet am 19.Oktober 2011 ab 10 Uhr statt. Zum Auftakt gibt es die Ausstellung "BIGGER THAN LIFE. 100 Jahre Hollywood" im Jüdischen Museum Wien zu sehen.

Sanierung des Jüdischen Museums

Anfang des Jahres begann man mit einer Sanierung des Jüdischen Museums Wien im Palais Eskeles in der Dorotheergasse. Während der neun Monate andauernden Umbauzeit wurde zum einen die Infrastruktur des Gebäudes durch neue Aufzüge und Modernisierung der Klima- und Haustechnik verbessert. Ebenso restaurierte man die Außenfassade und ließ den Eingangsbereich des Museums weitgehend originalgetreu wiederherstellen. Zum anderen werden sowohl die Schausammlung als auch die Dauerausstellung und das Kinderatelier völlig neu präsentiert.
Betritt man das Museum, gelangt man zunächst in einen großzügigen Empfangsbereich, der mit einer zentralen Kassa und einem Informationsschalter ausgestattet ist. Der modernisierte Bookshop befindet sich an seinem alten Platz, bietet den Lesern jedoch eine noch größere Auswahl und der ehemalige Kassenbereich beherbergt jetzt das Museumscafé Felber. Der etwas größere Veranstaltungssaal befindet sich nun im zweiten Stockwerk.

Laut Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny war von Anfang an klar, dass das Museum zum Amtsantritt von Danielle Spera einer Sanierung und Adaptierung bedarf. Heute zeigt sich Mailath-Pokorny von einer gelungenen Neugestaltung des Museums überzeugt:“ Ich freue mich, dieses für Wien so wichtige Museum nun im neuen Gewand eröffnen zu können. Stadt Wien und Wien Holding haben dafür beträchtliche Zusatzmittel zur Verfügung gestellt - keine Selbstverständlichkeit, in Zeiten wo Etats eng sind. Mit einem Betrag von rund 2,6 Mio. Euro ist eine wichtige Kulturinstitution nun auf dem letzten Stand moderner Museumsführung: Eine zukunftsträchtige Neuerung ist der Ansatz, das Publikum die Erarbeitung der ständigen Ausstellung miterleben zu lassen. Auch das neue Atelier für Kinder im Museum ist ein sichtbarer Ausdruck für die Öffnung des Museums, die Einbindung der Besucherinnen und markieren ein verstärktes Zugehen auf die Menschen, die sich für jüdische Religion, Geschichte und Kultur interessieren.“

Danielle Spera selbst beschreibt das neue Konzept folgendermaßen: „Wir präsentieren ein in jeder Hinsicht neu gestaltetes Haus. Wir haben im Schaudepot des Museums eine Neuinterpretation unserer Sammlungen vorgenommen und haben die Schätze des Jüdischen Museums kontextualisiert, das heißt wir stellen sie in einen Zusammenhang – mit den Orten, aus denen die Objekte stammen, den Synagogen oder den Sammlern. Erstmals stellen wir auch jene Persönlichkeiten vor, denen wir unsere Sammlungen verdanken, etwa Max Berger oder Martin Schlaff. Das Atelier des Jüdischen Museums ist nicht mehr nur Werkstatt, wir haben den pädagogischen Bereich zum Ausstellungsraum gemacht, in dem die Rituale in einem jüdischen Leben anhand von Museums-, aber auch Alltagsobjekten dargestellt werden. Im Audioguide führen zwei Jugendliche dazu einen Dialog und bringen jungen und erwachsenen BesucherInnen den jüdischen Alltag näher.“

Als wichtige Neuerung wurde das Schaudepot wie das Atelier als fixer Teil der Dauerausstellung des Museums vorgesehen. Das Depot erscheint als „Sammlungslandschaft“, die alle großen Sammlungen des Jüdischen Museums sichtbar macht. Dazu zählen die Sammlung der Israelitischen Kultusgemeinde, die Neuerwerbungen des Jüdischen Museums Wien seit den frühen 1990er Jahren, sowie die erworbenen und gestifteten Privatsammlungen Berger, Schlaff und Stern. Neu ist auch, dass die Sammlerpersönlichkeiten selbst vorgestellt werden.
Die zerstörten Synagogen Wiens werden durch 3D-Animationen zugänglich gemacht.
Die neue Dauerausstellung wird erst Ende 2012 in ihrer Gesamtheit zu sehen sein, da sie nur etappenweise fertiggestellt werden kann. „Eine neue Dauerausstellung erfordert umfangreiche wissenschaftliche und museologische Vorbereitungen. Diesen Prozess nehmen wir sehr ernst und wollen uns dafür die nötige Zeit nehmen. Daher haben wir dieses Projekt entworfen. Wir präsentieren im Rahmen einer Ausstellung Themenbereiche, die uns für eine neue Dauerausstellung wichtig erscheinen und wollen sie mit unseren BesucherInnen, aber auch mit ExpertInnen diskutieren“, meint dazu die neue Museumsdirektorin Spera.

Das neue, markante Ankündigungsschild an der Fassade des Museums wurde von der international renommierten Künstlerin Brigitte Kowanz gestaltet und stellt in Leuchtschrift den hebräischen Schriftzug für „Museum“ dar.
Die Sanierung des Hauses wurde mit Unterstützung der Stadt Wien, der Wien Holding und zahlreicher Sponsoren finanziert. Der Geschäftsführer der Wien Holding Komm.-Rat Peter Hanke meint zum Umbau des Museums: „Insgesamt haben Stadt Wien und Wien Holding in die Funktionssanierung und den neuen Ausstellungsbereich des Jüdischen Museums im Palais Eskeles rund 2,6 Millionen Euro investiert. Abgewickelt und gemanagt wurden die Umbauarbeiten von der Immobilienabteilung der Wien Holding. Gemeinsam mit den Architekten hat das Team im Jüdischen Museum nicht nur die Infrastruktur im Haus auf den letzten Stand gebracht - vom Einbau neuer Aufzüge bis zur kompletten Erneuerung der Klima- und Haustechnik, wir haben mit der architektonischen Umgestaltung des Eingangsbereichs und der Renovierung der Fassade, die beide in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt erfolgten, auch für das Publikum deutlich wahrnehmbare Zeichen gesetzt.“

BIGGER THAN LIFE

Die erste große Wechselausstellung im umgebauten und neugestalteten Standort Dorotheergasse trägt den Titel „BIGGER THAN LIFE. 100 Jahre Hollywood“ und läuft von 19. Oktober 2011 bis 15. April 2012. Zur vom Chefkurator des Hauses, Werner Hanak-Lettner, konzipierten Ausstellung äußert sich Danielle Spera euphorisch: „Unsere erste Wechselausstellung ist ein Glanzpunkt und passt punktgenau zu unserer Eröffnung des Hauses, denn die Traumfabrik wurde im Oktober 1911 mit der Eröffnung der ersten Studios in Hollywood von jüdischen Emigranten aus Ost- und Mitteleuropa gegründet, daran knüpfen wir an und gehen dieser Erfolgsstory bis heute nach.“
„Die Ausstellung begibt sich auf die Spurensuche in eine der spannendsten globalen Kulturgeschichten des 20. Jahrhunderts. Wir haben Meilensteine der Filmgeschichte mit der europäisch-jüdischen Erfahrung in Beziehung gesetzt“, so der Chefkurator selbst. „Wir wollen den BesucherInnen einen Blick hinter die Kulissen des 20. Jahrhunderts geben und haben dafür zahlreiche interessante Objekte als Leihgaben nach Wien geholt.“ Zu sehen sind wesentliche Filme, riesige, bisher noch nie gezeigte Filmplakate aus der Stummfilmzeit und überraschende Exponate: Von einer silbernen Zigarrenbox des Kettenrauchers und Paramount-Gründers Adolph Zukor über einen Sessel aus Rick’s Cafe Americain aus dem Film „Casablanca“ bis hin zu Kostüm- und Architekturentwürfen für den ersten Blockbuster der Geschichte „Vom Winde verweht“.“

Öffnungzeiten und Ticketpreise

Öffnungszeiten für den Standort Dorotheergasse 11:
Sonntag bis Freitag 10 – 18 Uhr
Öffnungszeiten für den Standort Judenplatz:
Sonntag bis Donnerstag 10 – 18 Uhr Freitag 10 – 14 Uhr

Für beide Museen gibt es ein geimeinsames Ticket von € 10, ermäßigt € 8
Gruppen: € 7 Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr frei
SchülerInnen (ab 15 Jahren), Lehrlinge, StudentInnen (bis 27 Jahre), Zivil- und Präsenzdiener: € 5
Schulklassen haben freien Eintritt, für die Schülerführung ist ein Kostenbeitrag von € 20 zu leisten
Weitere Informationen unter www.jmw.at Jüdisches Museum am Judenplatz

Am Mittwoch den 19.10.2011, ist das Museum von 15 – 18 Uhr bei freiem Eintritt zugänglich!

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