1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur
  3. Museum
  4. Albertina
Mehr Kunst & Kultur
Artikel teilen
Kommentieren
Jürgen Weber
Albertina Text: Jürgen Weber

Maria Lassnig: Retrospektive der Zeichnungen und Aquarelle in der Albertina

Die erst unlängst verstorbene Künstlerin Maria Lassnig (1919–2014) wird von 5. Mai bis 27. August in der Albertina mit einer Retrospektive ihrer Zeichnungen und Aquarelle geehrt. Mit ihren Körper-Wahrnehmungs-Gemälden zählt sie heute zu den bedeutendsten und außergewöhnlichsten österreichischen Kunstschaffenden der Gegenwart. Eine sehenswerte Ausstellung.

Albertina - Dauerleihgabe der Oesterreichischen Nationalbank
© 2017 Maria Lassnig Stiftung | Maria Lassnig: österreichische Pionierin der internationalen Kunst-Avantgarde

Maria Lassnig - Zwiegespräche

Retrospektive der Zeichnungen und Aquarelle

Wo: Albertina (Infos zur Adresse und Anfahrt finden Sie im Adressblock!)

Wann: 5. Mai bis 27. August 2017

Retrospektive der "Body Awareness"-Pionierin Maria Lassnig

100 der schönsten Zeichnungen und Aquarelle der Künstlerin werden in dieser Ausstellung der Albertina dem Publikum zugänglich gemacht, Schlüsselwerke ebenso wie völlig unbekannte Blätter.

Maria Lassnig war international eine der ersten Künstlerinnen, die sich mit Körperbewusstsein und dem Verhältnis von Mann und Frau mit einem „Body Awareness“- Konzept auseinandersetzte, lange bevor dies die internationale Kunstavantgarde (Louise Bourgeois, Joan Mitchell und Agnes Martin et. al.) machte.

Nicht was sie sah macht sie zum Gegenstand ihrer Bilder, sondern wie sie sich spürte und fühlte, wurde von ihr künstlerisch festgehalten. Damit entsprach ihre Kunst genau den späteren feministischen Forderungen nach der Wahrnehmung des eigenen Körpers der Frauen durch sich selbst. Der dominierende männliche Blick auf die Frau als Objekt wurde endlich demontiert.

» Noch mehr Veranstaltungen in Wien

Durchaus humorvoll, dann wieder ernst brachte die Künstlerin ihre Emotionen zum Thema zu Papier und malte sich „wie sie ist“. „Man malt wie man ist“ soll die Künstlerin selbst über ihre Art des künstlerischen Ausdrucks einmal gesagt haben und wer ihre Bilder sieht, wird verstehen, was sie damit meinte.

Das zentrale Sujet von Maria Lassnig ist zweifellsos das Selbstbildnis, womit sie schon sehr früh in ihrer Schulzeit in Kärnten begann. Anfangs noch mit einem Blick in den Spiegel, verlieh sie dem Motiv alsbald neue Interpretationsmöglichkeiten und eröffnete mit den ersten „Körpergefühlszeichnungen“ das Spektrum eines neuen weiblichen Körperbewusstseins, das nicht mehr vom männlichen Blick dominiert wird, sondern von dem eigenen Blick auf sich selbst. In den späten 1940er-Jahren entstehen diese Bilder, die Lassnig selbst „Introspektive Erlebnisse“ nennt.

» Weitere Ausstellungen in Wien

Lassnig-Ausstellung in der Albertina: Spitze der Kunst-Avantgarde

Ende der 1960er-Jahre übersiedelt Lassnig nach New York und erlebt dort eine pulsierende Kunstszene, die voller feministischer Positionen und Gruppierungen ist und sie zusätzlich in ihrer Arbeit motivieren.

Auch die Walt Disney Studios sollen ihr damals vorgeschwebt haben, aber aus dem angestrebten Nebenjob resultieren dann doch nur ein paar Zeichentrickfilme, in denen sie mittels „Körpergefühlszeichnungen“ ihre privaten Erlebnisse, Sehnsüchte und Erfahrungen zu Papier und „in Bewegung“ bringt.

Nach einem Zwischenstopp in Berlin folgt 1980 die Berufung an die Wiener Hochschule für angewandte Kunst als Professorin für Gestaltungslehre – experimentelles Gestalten.

Maria Lassnig ist inzwischen über 60 Jahre alt. „Die Zeichnung kommt der Idee am nächsten“, meinte Lassnig einmal und thematisierte u.a. auch den grausamen Umgang mit Tieren und der Natur.

Bleistiftzeichnungen folgen in dieser Periode, die auch ihrem zunehmenden Alter Rechnung tragen und es thematisieren: filigraner Strich und Introspektive kennzeichnen auch ihr Spätwerk.

» Was haben andere Museen in Wien gerade zu bieten?

Video
Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Begleitprogramm und Tickets

Im Rahmen der neuen Ausstellung an der Albertina finden auch begleitend einige Veranstaltungen statt.

» Noch mehr aus dem Bereich Kunst & Kultur gibt's hier!

Innere Wirklichkeiten - Podiumsgespräch

Wann: Mittwoch, 17. Mai 2017
Beginn: 18.30 Uhr
Wo: Musensaal der Albertina
Teilnahme ist im regulären Eintrittspreis inkludiert

Wegbegleiter der 2014 verstorbenen Künstlerin diskutieren über Lassnigs Werk, das Verhältnis von Körperwahrnehmung, Gefühlswelten und Realität und ihre zunehmende Würdigung als Pionierin der österreichischen Kunst. Maria Lassnigs Widersprüchlichkeit und ihre eigenständige Bildsprache ermöglichten ein Werk, das ihre Entschlossenheit, ihre Aggressivität, ihre Verletzlichkeit wie auch ihre Brutalität und Härte sich selbst gegenüber in sich trägt.

» Sie sind auch an Musik interessiert? Hier haben wir die aktuellen Musicals in Wien für Sie!

Podium:

  • Daniela Hammer-Tugendhat, Kunsthistorikerin
  • Hans Werner Poschauko, Künstler Und Kurator,
  • Langjähriger Assistent Von Maria Lassnig
  • Eva Schlegel, Künstlerin
  • Moderation: Andrea Schurian, Der Standard

KuratorInnenführung

Wann: 31. Mai 2017
Beginn: 17.30 Uhr
Wer: Dr. Antonia Hoerschelmann
Treffpunkt: Harriet Hartmann Court im Eingangsbereich des Museums
Führungsbeitrag pro Person: 4 Euro (exkl. Eintritt)


Kommentar hinzufügen
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur