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Liquid Logic

Informationen über Liquid Logic, eine Ausstellung im Wiener MAK.

„Cunt-Tiki“, 2006 Im Hintergund: Arthistory- I've been there", Malerei auf Seide, 2006 © Martin Frommhagen/MAK

The Height of Knowledge and the Speed of Thought

Elke Krystufek seziert das MAK und generiert eine neue Werkgruppe

Eröffnung 5. Dezember 2006, 20.00 Uhr
Ausstellungsort MAK-Ausstellungshalle
MAK, Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer 6. Dezember 2006 – 1. April 2007
Öffnungszeiten Di MAK NITE© 10.00–24.00 Uhr
Mi–So 10.00–18.00 Uhr, Mo geschlossen

Mit der Ausstellung „LIQUID LOGIC. The Height of Knowlegde and the Speed of Thought“ dringt Elke Krystufek intensiv wie keine Künstlerin zuvor in das MAK ein. Mehrere Monate erforschte Krystufek die Geschichte des Hauses und die tradierten Aufgaben des Museums und entwickelte in einem kontinuierlichen Prozess eine dialektische, komplexe, aber dennoch in sich logische Ausstellung. „LIQUID LOGIC“ eröffnet mit unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen in enger Verwebung mit Themen wie Religion, Weiblichkeit, Wert und Mythos neue Perspektiven zu Überleben und Vergänglichkeit von Kunst, Sammlungsstrategien und die Rolle der Frau im Kunstbetrieb.

Ihre Auseinandersetzung mit der MAK-Sammlung reduzierte Krystufek nicht auf das „tote“ Objekt. Sie suchte einen engen Dialog mit den Kustoden des Hauses, mit denen sie sämtliche MAK-Sammlungsgebiete diskutierte. Gemeinsam mit ihnen traf sie eine Auswahl von Objekten, die in die Ausstellung „LIQUID LOGIC“ einfließen. Auswahlkriterien waren die Themenkomplexe Gehirn, Religion, Vagina und Heirat. Inspiriert von diesen Objekten, aber auch von der Ordnung der Sammlung, entwickelte Krystufek neue Objekte, Möbel, Bilder und Fotografien, die zu den Sammlungsstücken gruppiert präsentiert werden.

Anregungen holte sich Elke Krystufek auch aus Interviews mit den MAK-Kustoden. Diese Gespräche, in denen die Kustoden zu ihren Aufgaben, Interessen und zu ihrer Beziehung zum Museum befragt wurden, finden sich auszugsweise im zur Ausstellung erscheinenden Katalog wieder. Auch ihre eigenen Objekte, die sie für das MAK entwickelte, lässt Krystufek in dieser Publikation von den Kustoden kommentieren.

Schon vor ihrer Auseinandersetzung und Konfrontation mit dem MAK beschäftigte sich Elke Krystufek mit dem holländischen Künstler Bas Jan Ader. 1975 verschwunden, erfährt Bas Jan Ader derzeit eine „Wiederauferstehung“ in Ausstellungen und Publikationen und damit eine posthume Vereinnahmung seines Werks und seiner Person.

Elke Krystufek erlaubt dem Künstler in „LIQUID LOGIC“ eine unerwartete Belebung: Personifiziert als weibliche Künstlerheldin findet sich Bas Jan Ader auf der Osterinsel wieder. In einem Dialog mit Dr. Love sinniert er über Macht und Ohnmacht, über die Unmöglichkeit des Verschwindens und die verlorene Kontrolle über das eigene Werk. Der dazu entstandene Film „Dr. Love on Easterisland“ wird im MAK erstmals gezeigt.

Der Filmschauplatz trägt die behandelte Thematik inhaltlich weiter. Die Selbstaufgabe des Volkes der Rapa Nui für die Entwicklung ihrer Moai-Statuen auf der Osterinsel gab der Forschung viele Rätsel auf und lässt die rationale Forschung an ihre Grenzen stoßen. Antworten finden sich hier nur in Kult und religiösem Fanatismus und damit in Themenkreisen, denen sich Elke Krystufek immer wieder widmet.

Einen speziellen Ausstellungsschwerpunkt widmet Krystufek der Küche von Margarete Schütte-Lihotzky, die als Rekonstruktion in der MAK-Studiensammlung ausgestellt ist. Entworfen als optimierter Arbeitsraum für die berufstätige Frau, steht die „Frankfurter-Küche“ stellvertretend für das Ideal einer modernen Lebensform. Diesem Ideal setzt Elke Krystufek ihre eigene Küche entgegen. Statt schlichter und perfekter Gestaltung wie im Ausstellungsstück finden sich hier Unordnung und Individualität. Geprägt und in Besitz genommen von der Künstlerin selbst, ist Krystufeks Küche ein Ausdruck ihrer individuellen Kraft und Lebensform und zentraler Ort ihres Schaffens.

Für „LIQUID LOGIC“ entwarf und wählte Elke Krystufek Werke, die durch ihren Entstehungsprozess oder ihre künstlerische Bearbeitung neue Bedeutungsebenen erschließen und damit die inhärente Zeichenhaftigkeit von Objekten in Frage stellen. Die Möbel, die sie in der Ausstellung präsentiert und die in einem direkten Zusammenhang mit ihrer eigenen Lebensumgebung stehen, fügen sich gemeinsam mit den MAK-Sammlungsobjekten, Bildern und Fotografien der Künstlerin sowie dem Film „Dr. Love auf Easterisland“ zu einer in sich geschlossenen Werkgruppe.

Elke Krystufek, geboren 1970, hat in den vergangenen 16 Jahren ein komplexes, international anerkanntes Werk geschaffen. Mit ihrem expressiven Kunstschaffen bewegt sie sich an der Grenze zwischen Privatem und Öffentlichkeit. Den eigenen Körper definiert Krystufek, die sich unzählige Male selbst abgebildet hat, als Teil ihrer Kunst. Gesellschaftliche und politische Phänomene interessieren die Künstlerin, die sich gerne verschiedenster Medien bedient. Malerei vermischt sie mit Collagen, Skulpturen, Videos, Fotografie und Performances. Elke Krystufek unterrichtet an der Akademie der bildenden Künste in Wien und bekleidete 2005/06 eine Gastprofessur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: „Elke Krystufek. LIQUID LOGIC. The Height of Knowledge and the Speed of Thought“, herausgegeben von Peter Noever, mit Beiträgen von mit Beiträgen von Xabier Arakistain, Tulga Beyerle, Max Borka, Philip van Cauteren, Silvia Eiblmayr, deutsch/englisch, 224 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2006.

LIQUID LOGIC. The Height of Knowledge and the Speed of Thought

Elke Krystufek seziert das MAK und generiert eine neue Werkgruppe

Eröffnung 5. Dezember 2006, 20.00 Uhr
Ausstellungsort MAK-Ausstellungshalle
MAK, Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer 6. Dezember 2006 – 1. April 2007
Öffnungszeiten Di MAK NITE© 10.00–24.00 Uhr
Mi–So 10.00–18.00 Uhr, Mo geschlossen

Ausstellung Elke Krystufek, Peter Noever
Kuratorin Tulga Beyerle

Katalog „Elke Krystufek. LIQUID LOGIC. The Height of Knowledge and the Speed of Thought“, hrsg. von Peter Noever, mit Beiträgen von Xabier Arakistain, Tulga Beyerle, Max Borka, Philip van Cauteren, Silvia Eiblmayr, dt./engl., 224 Seiten, zahlr. Farbabb., Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2006

Führungen Samstag, Sonntag 16.00 Uhr
Durchgehender Informationsdienst und Kurzführungen: Sa 14.00–16.00 Uhr

MAK-Eintritt € 9,90 mit MAK-Guide / € 7,90 / ermäßigt € 5,50

Jeden Samstag© Eintritt frei.

  

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