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Kunsthalle Wien Ausstellung Korea

Informationen über eine Ausstellung von Kunst aus Korea in der Kunsthalle Wien.

Kunst aus Korea

Kunsthalle Wien - Ausstellung Kunst aus Korea

Kunsthalle Wien zeigt zeitgenössische Kunst aus Korea

"Elastic taboos" nennt sich eine von Kim Seung-duk und Franck Gautherot kuratierte Schau über Koreanische Kunst der Gegenwart, die am Donnerstag von Kunsthallen-Direktor Gerald Matt eröffnet wurde. Bis einschließlich 10. Juni gibt die Schau weniger einen austarierten, alles bedenkenden Überblick, sondern beschäftigt sich, ausgehend von den sich in Wandel befindlichen Tabuzonen der koreanischen Gesellschaft, mit Standpunkten verschieden alter Künstlergenerationen. Während die ältere noch an der Aufarbeitung bzw. Übertragung westlicher Kunststile der Moderne interessiert ist, zeigen die präsentierten Kunstwerke der jüngeren Generation ein laut Matt "deutlich unverkrampftes Verwenden zeitgenössischer Kunst, verbunden mit Musik und Video." Beeindruckend hierbei ist etwa das zig Meter lange Wandgemälde "History of Contemporary Korea - Gapsoonyee and Gapdolyee" aus dem Jahr 2002 des Künstlers Shin hak-chul welches die Widersprüchlichkeit der Tabuzonen in Korea kennzeichnet: Weil der Beginn des Bildes an die Propagandasprache Nordkoreas erinnerte - es zeigt, in sozialistischem Realismus gehalten, eine arkadische Landidylle - geriet das Werk in Südkorea in Konflikt mit den staatlichen Stellen, obwohl das Bild in Summe keineswegs den nordkoreanischen Propagandastil pflegt. Bürgerkrieg, Teilung des Landes, letzter Ort des "Kalten Krieges", aber auch Demokratisierung, beeindruckendes Wirtschaftswachstum, explodierende Städte, Ablegen des Konfuzianismus. All diese Brüche und Konfliktstellungen finden sich als Grundmelodie wider, wiewohl die meisten der insgesamt von 23 Künstlern und Gruppen beigesteuerten Beiträge ein erstaunlich farbiges, buntes Bild einer für westliche Augen doch auch schwer zu dechiffrierendes Gesellschaft entwerfen.

Frühjahrs-Schwerpunkt widmet sich dem "Fernen Osten"

Mit "Elastic taboos" eröffnet die Kunsthalle ihren heurigen Frühjahrs-Schwerpunkt, der sich dem Fernen Osten widmet. Weitere Ausstellungen, darunter demnächst etwa Beiträge der koreanischen Künstler Bong joon-ho und Park Chan-wook in der "ursula blickle videolounge" (1. bis 31. März) oder "image transfers" im project space karlsplatz (21.3. bis 8.5.) sind als Fortführung der Auseinandersetzung bzw. Befragung jenes Teiles der Welt anzusehen, der binnen weniger Jahrzehnte von einer ruralen Gesellschaft in eine urban geprägte Welt sich verwandelt hat.

Rahmenprogramm über europäische Fettnäpfchen

Zur Schau "Elastic taboos" bietet die Kunsthalle auch wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm an. Neben thematischen Rundgängen, etwa kommenden Samstag (24.2., beginn: 16.00 Uhr) mit Michael Reiter zum Thema "Das Andere im Selbst. Koreas Kunst im Spannungsfeld von Nationalismus und Internationalisierung" und etwa "Koreanische Tabus und europäische Fettnäpfchen" (Julia Draxler, 3. März, 16.00 Uhr) führen am 26. April auch die beiden Kuratoren der schau, Kim Seung-duk und Franck Gautherot durch die Schau (Beginn: 16.00 Uhr).

 

Text + Bild: Rathauskorrespondenz

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