1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur
  3. Kunst und Künstler
Mehr Kunst & Kultur
Artikel teilen
Kommentieren
Jürgen Weber
Kunst und Künstler Text: Jürgen Weber

Das größte Graffiti der Welt befindet sich in Wien Neu Marx

Das größte je von einem Künstler geschaffene Bild ist ein Graffiti und es steht in Wien, in "Neu Marx". Das Werk des in Tirol aufgewachsenen Urban Art-Künstlers GOLIF zeigt ein schwarz-weißes Gesicht eines Riesen und macht damit auf die im Zuge des Terrorismus zunehmende Überwachung aufmerksam. Durch das Kunstwerk wird auch auf das Stadtentwicklungsgebiet Neu Marx, im dritten Wiener Gemeindebezirk, gebührend hingewiesen: es gibt noch viel Platz.

Ob von oben oder unten: eine wirklich riesige Attraktion im Dritten Bezirk Wiens
© Dieter Brasch | "Der Beobachter" - 30.000m2 Graffiti in Wien Neu Marx

Sechs Fußballfelder in Schwarz/Weiss

„Der Beobachter“ – so der Titel des gigantischen Bodenbildes - kann von einem eigens errichteten 50 Meter hohen Kran aus besichtigt, gefilmt und fotografiert werden. In sechs Wochen hat der Künstler, der schon als Vergolder, Schildermaler, Illusionsmaler und Anstreicher arbeitete, aus 2.880 kg „Beobachter W“ (weiß) und 2.040 kg „Beobachter S“ (schwarz),  das wohl größte Bild seiner Art eigens für die Stadt Wien geschaffen. Als Mann vom Fach hat er natürlich auch auf die Umweltverträglichkeit der Farbe Wert gelegt, denn der Projektpartner Murexin hat dazu eigens eine eigene Farbe produziert. Es wurde auch auf Topf-Konservierungsmittel, die Farben üblicherweise gegen Algen, Pilze und Schimmel zugegeben werden, verzichtet. Während der sechs Wochen Arbeitszeit legte der Künstler 120 Kilometer auf dem Gelände in Neu Marx zurück. Kein Wunder, denn die bemalte Fläche entspricht sechs Fußballfeldern.

Ben Hur in Neu Marx

Im Zuge der Entstehung des Kunstwerks entstand auch ein Video, das den Entstehungsprozess des „Beobachters“ erzählt und mit welchen Hilfsmitteln der Künstler arbeitete, um die gigantische Menge Farbe - insgesamt 4.920 kg - auf dem riesigen Platz zu verteilen. Golif baute u.a. auch einen Rennwagen und einen Panzer aus Karton, um den Platz effizienter bemalen zu können. Ein Wagenrennen à la „Ben Hur“ ist zwar nicht daraus geworden, dafür aber ein Wettlauf mit der Zeit, denn je früher er mit seinem Gemälde fertig werden würde, desto länger besteht es. Das größte Gemälde der Welt ist nämlich nur temporär in Neu Marx und als Blickfang für das dort neu entstehende Stadtviertel gedacht.

Neue Perspektiven und Dimensionen: Golifs "Beobachter"
© Dieter Brasch | Das Gemälde kann von einem eigens errichteten Kran besichtigt werden

Ohne Steuergelder, mit "Bio"zertifikat

Das gesamte Projekt ist frei finanziert und kommt ohne Förderungen aus und wurde durch den freiwilligen Einsatz vieler HelferInnen und durch Kompetenzpartnern, die fachliches Know-how und Material zur Verfügung gestellt haben, ermöglicht. Die WSE Wiener Standortentwicklung, ein Unternehmen der Wien Holding, hatten einen städtebaulichen wettbewerblichen Dialog mit dem Titel „Neu Marx gemeinsam gestalten“ ausgerufen und Golif gewann ihn. „Hier entstand in den vergangenen Jahren ein lebendiger Forschungs-, Medien- und Technologiestandort, der weiter ausgebaut wird. Schon jetzt arbeiten und leben mehr als 7.000 Menschen in Neu Marx. Dass im Rahmen der Zwischennutzung noch unbebauter Liegenschaften ein junger Künstler hier eine derartige Möglichkeit zur Präsentation seiner Arbeit bekommt, passt zu einer offenen und innovativen Kulturstadt wie Wien“, sagte Gemeinderätin Sybille Straubinger und WSE-Geschäftsführer Stephan Barasits fügt hinzu: „Der Kunst hier einen – wenn auch temporären – Platz in der Zwischennutzung zu geben, ist ein wesentlicher Bestandteil des Planungsprozesses.“ 

Zum Kunstwerk findet auch eine Ausstellung statt:

GOLIF „observed“

Wo: KMG ART GALLERY, Mariahilfer Straße 103, 1060 Wien

Wann: 1. September bis 15. September 2016

Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur