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Kolo Moser im Leopold Museum ab 25. Mai 07

Das Leopoldmuseum zeigt mit rund 550 Exponaten bis 10. September die bisher größte Schau von Kolo Mosers vielfältigen Werken.

Armlehnstuhl schwarz/weiß gewebt - Kolo Moser

Koloman, der "Tausendkünstler"

Kolo Moser (1868 - 1918) zählt neben Gustav Klimt und Josef Hoffmann zu den wichtigsten Künstlern des Wiener Jugendstils. Das Leopoldmuseum zeigt mit rund 550 Exponaten bis 10. September die bisher größte Schau seines vielfältigen Werks.

Chronologisch geordnet beginnt die Ausstellung mit der Präsentation seiner intensiven Illustrationstätigkeit für österreichische und deutsche Kunstzeitschriften, mit welchen er sein Studium an der Kunstgewerbeschule finanzierte. Seine Kompositionen, in welchen er Schrift und Bild in graphischer Stilisierung zu optischer Einheit verschmilzt, zeigen in kleineren wie größeren Formaten einen innovatorischen Wert, der sich vor allem für die Plakatkunst durchwegs zukunftsweisend auswirkte.

Als Gründungsmitglied der Wiener Secession (1897) setzte er maßgebende Impulse in der Künstlervereinigung und deren Ausstellungen. Er entwarf die Fassade des von Josef Maria Olbrich geplanten Secessionsgebäudes am Getreidemarkt, gewann den Wettbewerb für das Vereinsembelm und beeinflusste bis zu seinem Austritt 1905 vorwiegend die Konzeption und Gestaltung der Vereinszeitschrift Ver sacrum.

Die Idee des Gesamtkunstwerks, sowie das tägliche Leben überhaupt mit Kunst zu durchdringen, prägte Kolo Mosers gesamtes Denken und Schaffen und führte 1903 zur Gründung der Wiener Werkstätte. 

Gemeinsam mit Josef Hoffmann und dem Industriellen Fritz Waerndorfer als Financier rief er diese Instiution als eine Produktionsstätte ins Leben, in der durch die enge Zusammenarbeit von entwerfendem Künstler und ausführendem Handwerker ein völlig neues Qualitätsniveau im Kunsthandwerk erreicht werden sollte. Die gefertigten Gegenstände, die eine Palette von Wandverkleidungen über Möbel, bis zu Handtuchhaltern, textilem Dekor, Geschirr und Schmuck umfassten, trugen als Signatur neben der Firmenmarke auch das quadratische Monogramm des Entwerfers und das runde Monogramm des Handwerkers, was einen starken Symbolwert hatte. Gemeinsam gestalteten Moser und Hoffmann zahlreiche Interieurs, die allerdings aufgrund des hohen Anspruchs einer wohlhabenderen Käuferschicht vorbehalten blieben.

1907 verließ Kolo Moser auch diese Vereinigung und widmete sich konsequent der Malerei, die sein ursprüngliches Metier gewesen war.

Die Ausstellung im Leopoldmuseum präsentiert neben zahlreichen Graphiken und Entwürfen zu allen Werkgruppen, die die unterschiedlichsten Kunstgattungen, selbst Bühnenbild und Kostüm, beinhalten, nicht nur ausgeführte Gebrauchsgegenstände, Glasfenster und Möbel, sondern auch die stilistische Entwicklung der Malerei des Künstlers. War Kolo Mosers bildnerisches Oeuvre bisher als reproduktive Nachahmung des berühmteren Schweizers Ferdinand Hodler kaum geehrt worden, findet dieses nun vor dem internationalen Publikum neue Achtung. Wie in der Gegenüberstellung der Werke beider Künstler in der Wiener Ausstellung anschaulich gemacht wird, zeigt sich Kolo Mosers Originalität auch im Medium der Malerei, in seiner individuellen Struktur und Anordnung der Bildmotive, sowie spezifischen Entfaltung der Farbenklänge.

Diese vielen Facetten im Schaffen Kolo Mosers veranlasste schon seinen Zeitgenossen, den Wiener Schriftsteller Herrmann Bahr, zu dessen Charakterisierung als "Tausendkünstler" - und den langjährigen Sammler und Museologischen Direktor Rudolf Leopold heute zum enthusiastischen Zuspruch "ich bin ein begeisterter Anhänger von Kolo Moser."

 

Text: Margareta Sandhofer

Foto: Leopold Museum

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