1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur
Mehr Kunst & Kultur
Artikel teilen
Kommentieren
Kunst & Kultur

Jan Kupecky

Tschechische Malerei im Leopold Museum - Jan Kupecky Portraits - ein Querschnitt durch die tschechische Kunstgeschichte vom 18. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.

Leopold Museum

Grund, Mucha, Capek,.... Tschechische Malerei aus der Sammlung Kooperativa

Im Leopold Museum wird ein interessanter Querschnitt durch die tschechische Malerei – Kunstgeschichte - vom 18. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts geboten. In Zusammenarbeit mit seinem Partner, der Wiener Städtischen Versicherung AG Insurance Group, werden die Bestände ihrer tschechischen Konzerngesellschaft Kooperativa erstmals umfassend der Öffentlichkeit gezeigt.

Aus den rund 2800 Objekten der erst 15 Jahre alten Sammlung wählte der museologische Direktor Prof. Dr. Rudolf Leopold über 120 Gemälde und ergänzende Skulpturen und ordnete sie zu einer repräsentativen Schau. Mit dieser soll nicht nur das kulturelle Bewusstsein der Firma und der künstlerische Austausch zwischen den Ländern manifestiert werden, zugleich wird auch ein aufschlussreicher Einblick in die Charakteristik der böhmisch-tschechischen Malerei gegeben, die bis ins 19. Jahrhundert mit der Kunst der österreichischen Monarchie eng verbunden gewesen war. Mit dem beginnenden 20. Jahrhundert lösen sich die Verwandtschaften da sich die tschechische Kunst zunehmend am französischen Vorbild orientiert. Die Künstler zeigen sich zwar von den internationalen Strömungen wie Kubismus, Surrealismus oder Symbolismus beeinflusst, finden aber durchaus zu eigenständigen und herausragenden Lösungen.

Die Porträts von Jan Kupecky legen ein schönes Zeugnis für die internationalen künstlerischen Beziehungen vor, die zur Zeit des Barock die Zentren Prag und Wien besonders miteinander verbinden, sich aber auch nach Italien erstrecken. Kupecky wird 1667 in Böhmen geboren, in Wien von dem Münchner Johann Carl Loth unterrichtet und bildet seinen Stil in Venedig und Rom weiter aus. Nach einem 20jährigen Aufenthalt verlässt er Italien um sich 1707 bis 1723 in Wien niederzulassen, wo er Einflüsse des französischen Repräsentationsporträts zu einem eleganten Stil verarbeitet und bedeutende Bildnisse schafft, raffiniert in der Farbigkeit, von dekorativer Opulenz und dennoch sachlicher Klarheit. 1740 verstirbt er in Nürnberg.
Auch im 19. Jahrhundert zeigt sich die tschechische Malerei homogen innerhalb der europäischen Kunstgeschichte, die durch das auch intellektuell progressive Bürgertum immer mehr mitbestimmt wird. Landschaften, Stillleben, Genrebilder und Porträts entstehen von durchaus hoher Qualität und weisen auf den später stärker spürbaren Einfluss durch die französische Malerei voraus, der an der Wende zum 20. Jahrhundert in den impressionistischen, romantisch-realistischen Landschaften von Julius Marak, Vaclav Jansa oder Josef Barta sehr deutlich wird. Parallel entwickeln tschechische Künstler auch sehr individuelle Stilistiken, Alfons Mucha schafft durch seine eigenwillige Synthese von Pariser Kultur und Jugendstil mit tschechischen Grundzügen Werke von internationaler Bedeutung, Frantisek Kupka gilt mit seinen visionären Schöpfungen als führende Figur des Orphismus und Pionier der Abstraktion. Die Strömungen der Avantgarde finden auch im heutigen Tschechien reichen Nährboden, Kubismus wie Neoklassizismus oder Surrealismus werden zu einer spezifischen Charakteristik weiterentwickelt und zu einer eigenen Tradition neu formuliert, die bis in die zeitgenössische Kunst reicht und auch zu großen Leistungen führt, so sind etwa die Collagen von Jiri Kolar weit über die europäischen Grenzen hinaus bekannt.
Mit der Ausstellung der Sammlung Kooperativa kann dem Publikum schon heute eine repräsentative Übersicht der tschechischen Kunstgeschichte gezeigt werden - und die unermüdliche Sammeltätigkeit von Generaldirektor Mraz und seinem Kurator Zachar verspricht wohl Prof. Leopolds Worten eine realistische Zukunft, wenn dieser meint: „Ich glaube, die Sammlung Kooperativa ist auf dem guten Weg, eine der wichtigen Kunstsammlungen der Tschechischen Republik zu werden.“

Autor: Mag. Margareta Sandhofer


Abbildungen:

Jiri Kolar (1914 – 2002)
Collage, 1972
Collage, 21 x 30 cm
Copyright: Kooperativa pojistovna, a.s., Vienna Insurance Group

Jan Kupecky (1667 – 1740)
Porträt eines sinnenden Mannes, um 1730
Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm
Copyright: Kooperativa pojistovna, a.s., Vienna Insurance Group

www.leopoldmuseum.at

 

Video
Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur