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Kunst & Kultur

Ernst Barlach

Ernst Barlach und Käthe Kollwitz ist im Leopold Museum von 13.02 bis 25.05 2009 eine Ausstellung gewidmet. Es ist die bisher umfangreichste Retrospektive Ernst Barlachs (1870 – 1938) in Österreich, zu der Prof. Rudolf Leopold über 40 Skulpturen und etwa 80 Zeichnungen ausgewählt hat. Gustav Peichl, mit der Ausstellungsarchitektur beauftragt, hat die Kunstwerke in einer Skulpturenstraße angeordnet, die ringsum an den Wänden von Zeichnungen und Skizzen des Künstlers begleitet werden.

Ernst Barlach

Ernst Barlach und Käthe Kollwitz ist im Leopold Museum von 13.02 bis 25.05 2009 eine Ausstellung gewidmet. Es ist die bisher umfangreichste Retrospektive Ernst Barlachs (1870 – 1938) in Österreich, zu der Prof. Rudolf Leopold über 40 Skulpturen und etwa 80 Zeichnungen ausgewählt hat.

Gustav Peichl, mit der Ausstellungsarchitektur beauftragt, hat die Kunstwerke in einer Skulpturenstraße angeordnet, die ringsum an den Wänden von Zeichnungen und Skizzen des Künstlers begleitet werden. Am Ende der Barlach-Avenue ist ein eigener Bereich für die Skulpturen und Zeichnungen von Käthe Kollwitz (1867 – 1945) eingerichtet. Angestrebt ist so einerseits eine Art Zwiegespräch zwischen dem skulpturalen und dem graphischen Werk Barlachs, wie auch andererseits die eine Gegenüberstellung mit dem Schaffen von Käthe Kollwitz.

Beiden deutschen Künstlern ist das tiefe Interesse am Menschen und der künstlerische Ausdruck dessen das unmittelbare Anliegen. Im Zentrum stehen einfache und stille Charaktere, entnommen aus dem direkt erfahrenen Leben, Menschen der Mittelschicht oder Bauern und Bettler, die in ihrer stillen Größe mit Innigkeit mehr oder weniger realistisch dargestellt werden. Die bitteren Erfahrungen durch den Krieg, geschmäht im Nationalsozialismus, verstärken in den Werken Barlachs die Tendenz zur Reduktion, die Körper seiner Figuren werden auf das Notwendigste verknappt, die Umrisse geschlossen. Sie scheinen eine ruhige und tiefe Spiritualität  zu atmen.

Käthe Kollwitz, deren Sohn 18-jährig im Krieg gefallen ist, findet im erdverbundenen Material der Bronze wie im schwarz – weißen Medium der Zeichnung , Radierung und des Holzschnitts die größte Möglichkeit um ihr Engagement für den Menschen zum Ausdruck zu bringen. Sie schafft ihre Kunst im selbst gesetzten Auftrag gegen Krieg und Gewalt aufzurufen. Im Mittelpunkt steht der unterdrückte Mensch  in Not und Elend, auf welches sie aufmerksam machen will. Es entsteht unter anderem eine Folge von Radierungen unter dem Titel „Ein Weberaufstand“ oder zum historischen Roman „Der Bauerkrieg“. Wegen der realistischen Darstellung einer armen, abgearbeiteten Frau wird ihr Plakat zur Deutschen Heimarbeit-Ausstellung aus der Öffentlichkeit entfernt.

Beide Künstler, Ernst Barlach und Käthe Kollwitz schätzten einander sehr, auch als Mensch. Verbunden waren sie aber vor allem durch das gemeinsame künstlerische Ziel. Wie verwandt ihre Formensprache ist, und wie sehr sie auch heute mit ihrem Schaffen bewegen, kann in der aktuellen Ausstellung im Leopold Museum anschaulich verglichen und unmittelbar erlebt werden.

Autor: Mag. Margareta Sandhofer

Ernst Barlach und Käthe Kollwitz
Sonderausstellung 13.03. bis 25.05.2009

Leopold Museum

Museumsplatz 1, 1070 Wien
Verkehrsanbindung: U-bahn: U2, U3 (Volkstheater); Straßenbahn: 1, 2, D (Dr.-Karl-Renner-Ring)
Kontakt und Information:
Tel: +43 (1) 53570-0
Web: www.leopoldmuseum.org

Geöffnet

täglich außer Dienstag, 10:00 bis 18:00 Uhr
Donnerstag 10:00 bis 21:00 Uhr
Dienstag geschlossen

Eintrittspreise

Erwachsene € 10,00
Ermäßigt (Schüler, Studenten, Präsenz- und Zivildiener, Behinderte, Beschäftigungslose) € 6,50
Senioren € 7,50
ÖAMTC-Mitglieder, Club Ö1, Wien-Card, Jugend in Wien € 9,00
Masterticket (KHM + Leopold Museum) € 17,50
Familienkarten (2 Erwachsene + bis zu 3 Kindern) € 20,00
Gruppenkarte (ab 10 Personen) pro Person € 7,50
Jahreskarte € 55,00; ermäßigt € 35,00

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