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Jürgen Weber
Kunst & Kultur Text: Jürgen Weber

Dorotheum International – das Wiener Auktionshaus auf Erfolgskurs

Insgesamt 40 Sparten umfasst das Portofolio des traditionellen Wiener Auktionshauses Dorotheum, das 1707 gegründet wurde und immer noch zu den größten Auktionshäusern Kontinentaleuropas gehört. Immer wichtiger wurde in den letzten Jahren auch für das Dorotheum der Bereich Cotemporary Art. Das florierende Unternehmen wächst kontinuierlich und eröffnet international mehr und mehr Filialen, wodurch sich auch der Wiener Stammsitz immer mehr internationaler Beliebtheit erfreut. Denn nach wie vor finden die großen Auktionen in der Wiener Dorotheergasse statt.

Dorotheum London außen
© Dorotheum | Der neue Standort des Wiener Auktionshauses Dorotheum in London.

Tradtionspflege und Weiterentwicklung

Die Erfolgsgeschichte des Dorotheums begann als Pfandleihhaus im 18. Jahrhundert. Damals gab es noch kein Girokonto, geschweige denn Banken im heutigen Sinne und so waren viele Menschen oft gezwungen am Monatsende Schulden zu machen und die Pfandleihhäuser gaben dazu gute Gelegenheit, sich Bargeld zu verschaffen.

Im Laufe der Zeit kamen für das Wiener Pfandleihhaus immer weitere Aufgaben hinzu, mit denen das Dorotheum ganz besonders punkten konnte. Vor allem im Antiquitätenbereich verzeichnete das Dorotheum eine immer größere Nachfrage und bald machten sich Experten aktiv für das Auktionshaus auf die Schatzsuche nach z.B.

  • Glas und Porzellan
  • Jugendstildesign
  • Silberwaren
  • Skulpturen
  • Möbel
  • Design
  • Juwelen und Uhren
  • Malerei 

Das Dorotheum bietet heute unter anderem viele Spezialabteilungen, die sich den traditionellen und neuen Sammelgebieten widmen, wie z.B.

  • Bücher
  • Münzen
  • Autographen
  • Briefmarken
  • Orden
  • historische wissenschaftliche Instrumente
  • historische Militaria und Waffen
  • Spielzeug, Modelleisenbahnen
  • alte Reklame
  • historische Rundfunktechnik
  • Oldtimer und historische Fahrzeuge

Dorotheum: Immer auf Schatzsuche

Informationen zu den fast täglich stattfindenden Auktionen von Bildern, Antiquitäten, Möbel und Schmuck finden sich natürlich auch im Internet unter: Daily Action. Nicht umsonst bezeichnete einer der drei Dorotheum-Sachverständigen für Möbel und dekorative Kunst, Ulrich Prinz, seine Arbeit und die seiner mehr als 100 Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen treffenderweise als "Schatzsuche", denn zur Abbildung in den gedruckten Spezialkatalogen schaffen es verständlicherweise nur die ausgewählten Schätze. Bei den vier großen jährlich stattfindenden internationalen Auktionswochen mit Topauktionen aus den wichtigsten Kunst- und Antiquitätensparten kommen nur die wertvollsten Objekte zur öffentlichen Präsentation. Seit geraumer Zeit erhöht sich immer mehr die Nachfrage nach zeitgenössischer Kunst, welcher mit vermehrten Angeboten und Versteigerungen nachgekommen wird.

Mehr Infos zu den Auktionskataloge.

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Dorotheum goes international

Neben insgesamt 16 Repräsentanzen in den österreichischen Bundesländern hat das Dorotheum im 20./21. Jahrhundert auch seine Internationalität ausgebaut.

  • Brüssel
  • Düsseldorf
  • München
  • Rom und Mailand
  • Prag
  • und kürzlich auch in London

Wie der Co-Geschäftsführer Mag. Martin Böhm (GF gemeinsam mit Mag. Lucas Tinzl) in einem Interview exklusiv für www.stadt-wien.at erklärte, werde ein Großteil des Umsatzes auch weiterhin im Stammhaus in Wien erzielt und daran solle sich auch in Zukunft nichts ändern. Wien wird weiterhin als Zentrum des Unternehmens und als wichtiger Standort erhalten bleiben. Ebenso bleiben die großen Versteigerungen im Wiener Stammsitz in der Dorotheergasse. Der historischen Funktion, der einzigartigen Struktur und die großartigen Flächen des Hauses ist sich GF Böhm durchaus bewusst. Natürlich spielt dabei auch die wachsende Attraktivität des Wiener Standortes eine Rolle.

Die Spitze ist sehr glamourös

Die habsburgische Gründung von Josef I. war vor über 300 Jahren das erste große Auktionshaus und bot einen damals einzigartigen Service an. Seit der Jahrhundertwende als das Dorotheum durch Kaiser Franz Joseph ein neues Gebäude, das damals - mit 13 riesigen Auktionssälen - das größte der Welt war, erhielt,  ist das Dorotheum ständig gewachsen und tut dies auch heute noch. Die Wiener selbst würden das alles aber relativ gelassen sehen, so Böhm. Während ausländische Gäste sich beim Anblick von Pracht und Prunk in der Dorotheergasse ein bewunderndes „Wow!“ kaum verkneifen könnten, seien die Wiener längst daran gewöhnt. Das Dorotheum zählt jedenfalls heute noch zu den größten Auktionshäuser weltweit und in Kontinentaleuropa ist es auch nach wie vor das größte. „Die Spitze ist sehr glamourös“, schmunzelt Martin Böhm im Interview über die Kunstmarktberichterstattung, die nur über Millionen-Verkäufe berichte, „aber es können auch ein paar Tausender ganz ordentlich sein“.


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