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Jürgen Weber
Ausstellungen Text: Jürgen Weber

Wien Museum: 150 Jahre Ringstraße

11. Juni bis 4. Oktober 2015: Das 150. Jubiläum des Wiener Prachtboulevards wird gleichzeitig von mehreren Wiener Museen mit eigens zusammengestellten Ausstellungen gefeiert. Das Wien Museum widmet sich vor allem dem Anfang der Ringstraße, also der Planungsphase bis zu feierlichen Eröffnung am 1. Mai 1865.

Andreas Groll: Hofoper in Bau, 1865 Fotografie
© Wien Museum | Andreas Groll: Hofoper in Bau, 1865 Fotografie

Pracht und Elend eines Boulevards

Die Ausstellung im Wien Museum zeigt bisweilen noch nie der Öffentlichkeit zugängliche Pläne, Entwürfe, Modelle und Fotografien und erzählt von Architekten, Malern und Bildhauern die allesamt – gemeinsam und einzeln - den unverwechselbaren Stil ihrer Zeit schufen, den "Ringstraßenstil". 150 Jahre nach der Fertigstellung der „schönsten Straße des Jahrhunderts“ wird aber auch die Anlage selbst kritisch hinterfragt und stellt Adolf Loos‘ „Plan von Wien“ zur Diskussionsgrundlage, der 1912/13 eine radikale Revision der Ringstraße angeregt hatte, um die bauliche Trennung zwischen heutiger Innenstadt und den umliegenden Bezirken wieder aufzuheben und so auch den Reichtum aus dem Zentrum heraus in die damalige Peripherie zu verlagern.

Die Pionierjahre des Prachtboulevards

1865 war Wien auf dem Weg zur modernen Großstadt und zum 150. Jubiläum der Ringstraße 2015 rückt das Wien Museum deren Pionierjahre in den Mittelpunkt. Das Nebeneinander von Alt- und Neu-Wien, Baustellen und Brachland, Abbruch und Neubau wird ebenso dargestellt, wie die Prachtstraße, ihre großzügigen öffentlichen Gebäude und privaten Paläste. Die Ringstraße steht einerseits für diesen Aufbruch in die Moderne, aber zugleich auch für die Interessenskonflikte zwischen Kaiserhof, Staat, Militärverwaltung, Kommune, Aristokratie und Bürgertum.

Flaniermeile des Bürgertums

Nachdem das Glacis, das Exerzierfeld der Armee, zur Bebauung frei gegeben wurde und die Stadtmauern niedergerissen waren, wurde die Ringstraße vor allem zur Flaniermeile des neuen Adels, dem Bürgertum, das die nächsten Jahrhunderte beherrschen sollte. Die „Via Triumphalis" der Donaumonarchie wurde durch ihre Architektur in den damals bevorzugten historischen Stilformen sicherlich zur „schönsten Hauptstraße des 19. Jahrhunderts“, sie steht aber auch für die - heute scheinbar überwundenen - Gegensätze zwischen Reich und Arm. Das Wien Museum eröffnet mit seiner Ausstellung die Diskussion um eine Neubewertung des Prachtboulevards des 19. Jahrhunderts.

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Sehr gut !!danke für dein information

, 13.06.2015 um 19:05

Ja,sehr gut...wir besichtigen !!

, 13.06.2015 um 18:59
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