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Jürgen Weber
Ausstellungen Text: Jürgen Weber

Trotzdem Kunst! Österreich 1914-1918 im Leopold Museum

Das Leopold Museum eröffnete seine Ausstellung „Trotzdem Kunst!“ vom 9.5. bis 15. 9. am Tag der Befreiung, dem 8. Mai, der sich auf das Kriegsende von 1945 bezieht. Der Erste Weltkrieg ist dieses Jahr Gegenstand vieler Ausstellung im In- und Ausland. Die Ausstellung zeigt Kunst von damals und heute, die sich mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzt, darunter auch Werke aus Ländern, mit denen Österreich vor 100 Jahren Krieg führte.

© Leopold Museum | EGON SCHIELE (1890–1918) »Liegende Frau«, 1917

Tatsächlich sei es nämlich sehr schwierig gewesen, eine Ausstellung über den Ersten Weltkrieg zu kuratieren, da das Trauma des Zweiten jenes des Ersten Weltkrieges noch heute überschatte, so die Museumskuratoren Peter Weinhäupl und Franz Smola in der Pressekonferenz zur Ausstellung. Dennoch ist eine Zusammenarbeit auch mit Künstlern aus einigen jener Länder gelungen, mit denen Österreich damals Krieg führte: Serbien, Russland, Italien, Rumänien. Das Leopold Museum zeigt in seiner Ausstellung nämlich nicht nur Zeitgenössisches wie Klimt, Egger-Lienz oder Kolig, sondern auch Kunst von heute noch lebenden Künstlern, die sich teilweise eigens für das Leopold Museum mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzten. Die Ausstellung wird bis Mitte September 2014 dort zu sehen sein.

Anti-Kriegs-Kunst im Leopold

„Das ist keine Kriegsausstellung. Im Gegenteil, es ist eine Anti-Kriegsausstellung!“ betonte die Kuratorin und Gattin des verstorbenen Sammlers Elisabeth Leopold bei der Pressekonferenz zur Ausstellung. Ausgestellt werden im Leopold Museum insgesamt rund 280 Objekte über den Ersten Weltkrieg aus den eigenen Archiven, aber auch Leihgaben von privaten SammlerInnen und Einrichtungen wie zum Beispiel Albertina, Wien Museum und Wienbibliothek. Zudem werden auch Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Plakate Autographen, Dokumente, Briefe von Soldaten, Tagebücher sowie zahlreiche Fotos von Kriegsschauplätzen und Uniformierten und die Original-Kriegserklärung von Kaiser Franz Josef an Serbien, die sonst das Österreichische Staatsarchiv aufbewahrt, gezeigt.

Neue Kunst gegen den Krieg

Zur Ausstellung wird auch eine 20-minütige Filmdokumentation gezeigt. Neben den oben bereits erwähnten österreichischen Malern, die selbst als Soldaten an der Front waren, zeigt die Ausstellung aber auch Werke internationaler Künstler. Die aus Rumänien stammende Raluca Popa hat zum Beispiel eine raumfüllende Kohlezeichnung eigens für das Leopold Museum angefertigt, das die Geschichte eines Deserteurs zeigt. Die italienische Künstlerin Paola de Pietri wiederum hat großformatige Landschaftsfotografien von ehemaligen Kriegsschauplätzen in Italien für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Der russische Künstler Dmitry Gutov aber auch Rasa Todosijevic aus Serbien überraschen ebenfalls mit ihren ausgeklügelten Beiträgen zur Ausstelllung im Wiener Leopold Museum.

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 „Die Waffen nieder!“

Der Katalog zur Ausstellung ist in deutscher und englischer Sprache im Verlag Brandstätter erschienen und ist u. a. im Museumsshop des Leopold Museums erhältlich. Ein Symposion, das anlässlich der Ausstellung organisiert wurde erinnert auch an die österreichische Friedensaktivistin und Nobelpreisträgern Bertha von Suttner, die mit ihrem Aufruf „Die Waffen nieder!“ den Krieg ebenso verhindern wollte, wie viele andere österreichische und internationale Künstler. Der Eintritt zum Symposium, das am 15. und 16. Mai stattfindet ist mit gültigem Museumsticket frei. Es wird aber um Anmeldung unter symposium@leopoldmuseum.org gebeten.

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