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Jürgen Weber
Ausstellungen Text: Jürgen Weber

Sammlung Klewan: Porträt(s) der Moderne

17. Februar bis 11. Juni 2017: In der Orangerie im Unteren Belvedere werden insgesamt 193 Werke von mehr als fünfzig Künstlerinnen und Künstlern aus der Sammlung Helmut Klewan gezeigt. Seit mehr als vier Jahrzehnten hat Klewan eine beachtliche Sammlung der Moderne zusammengetragen, seine Sammlung umfasst heute hunderte Werke der Moderne von Cy Twombly bis Joseph Beuys. Der Fokus der Ausstellung in der Orangerie liegt bei Porträts.

Das Kunstwerk des italienischen Künstlers das Geschichte schrieb
© Sammlung Klewan, Piero Manzoni: VG Bild-Kunst, Bonn 2016 | Piero Manzoni, ebenfalls in der Sammlung Klewan

Sammlung Klewan

Wo: Orangerie Unteres Belvedere

Wann: 17. Februar bis 11. Juni 2017

Ausstellung Porträts der Moderne im Belvedere

Der Sohn zweier Wiener Kunst- und Antiquitätenhändler interessierte sich schon sehr früh für zeitgenössische Kunst, die ihm durch eine Begegnung mit dem österreichischen Maler Arnulf Rainer in den 1960er Jahren nahegebracht wurde. Durch diese Bekanntschaft wurde der spätere Sammler und Galerist auch in den illustren Kreis der Wiener Aktionisten eingeführt. Der am 27. Mai 1943 in Bad Friedrichshall geborene Helmut Klewan, der seine Kindheit teilweise in Linz und Wien verbrachte gründete dann mit Kurt Kalb und Hubert Winter Ende der Siebziger eine  Galeristenvereinigung und belegte Kunstgeschichte an der Universität Wien.

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Helmut Klewan verfasste auch einige Bücher zur Kunstgeschichte als Herausgeber oder Mitautor sowie als Verleger von Kunstbüchern. 1986 schloss er seine Wiener Galerie, die Münchner Galerie blieb aber noch bis 1999 weiter bestehen, aber Helmut Klewan tritt bevorzugt nur mehr als Sammler und Leihgeber für Museen auf, und widmet sich weiterhin den Kunstbüchern.

Klewan: Kunstkenner der Extraklasse

Nachdem Klewan 1999 auch seine Galerie in München aufgegeben hatte begann er – wider Erwarten – nicht etwa damit, seine Kunstsammlung zu veräußern, sondern  seinen ohnehin unübertroffenen Bestand sogar noch zu ergänzen. Die meisten reichen Sammler würden ohnehin nur mit den Ohren sammeln, denn sie hören nur auf prominente Namen. Klewan interessiert sich aber nicht für die Bekannten und Berühmtheiten,  sondern für die künstlerische Originalität eines Werks, wie er unlängst in der deutschen Wochenzeitschrift DIE ZEIT freimütig zugab.

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Auch die Österreicherin Maria Lassnig wurde von Helmut Klewan seit 1981 gesammelt, obwohl damals ihre  body awareness noch auf viele Galeristen befremdlich wirkte. Als er Jahrzehnte später, 2014, das Ölbild „Brettl vorm Kopf“ (1967) bei Kinsky, Wien, ersteigerte zahlte er - für damals - sensationelle 400.000 Euro. Schon zwei Stunden später war der Betrag bereits von einer neuen Höchstsumme übertroffen worden, und in diesem Jahr brachte eines ihrer Spätwerke im Handel es sogar auf 1,2 Millionen Euro.

Schwerpunkt österreichische Malerei

Die gezeigten Porträts zeigen etwa Francis Bacon oder den nahezu unbekannten Armand François Henrion, aber auch ausgefallene Werke der Kitschrezeption haben darin ihren Platz. Die Sammlung von Helmut Klewan beinhaltet u.a. auch Schlüsselwerke der österreichischen Kunst seit 1945, da er Kontakt mit bedeutenden österreichischen Künstlerinnen und Künstlern, darunter Arnulf Rainer, Maria Lassnig oder Friedensreich Hundertwasser, pflegte. Als Galerist agierte Klewan auch als wichtiger Vermittler der österreichischen Kunstproduktion im Ausland.

Die Ausstellung zeigt Werke von österreichischen Künstlern wie:

  • Christian Ludwig Attersee,
  • Helmut Klewan
  • Arnulf Rainer
  • Hans Staudacher
  • Fritz Wotruba
  • Günter Brus
  • Hermann Nitsch
  • Otto Mühl

....aber auch internationalen wie:

  • Francis Bacon
  • Giorgio de Chirico
  • Jean Dubuffet
  • Salvador Dalí
  • Alberto Giacometti
  • Pablo Picasso
  • u. v. m. 

Galerist, Autor und Sammler 

Außerdem ist Helmut Klewan Herausgeber der beiden Bücher "Dichter, Denker, Dadaisten" und "Selbstportraits. Sammlung Klewan" sowie zuletzt 2010 mit "Küsse, Bisse, erotische Trophäen". In „Dichter, Denker, Dadaisten“ widmet sich der Kunstsammler dem Schaufenster der Moderne, dem er sich mit viel Leidenschaft gewidmet hat, und das als physiognomisches Studienbuch verstanden werden kann: Es ermöglicht einen neuen, gänzlich anderen Zugang zu Menschen wie Johann Georg Hamann, Karl May, Arthur Rimbaud, Walter Benjamin oder Oswald Wiener, Porträts von Gisèle Freund, Alberto Giacometti oder Pablo Picasso. Aber auch zu einem Künstler wie Piero Manzoni, der schon 1961 ein Porträt der ganz besonderen Art gestaltet hatte: "Merda d’artista", Metalldose mit bedruckter Banderole 4,8 x 6,4 cm, ebenfalls in der Sammlung Klewan.

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