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Ruth Kainberger
Ausstellungen Text: Ruth Kainberger

Roger Ballen - Fotoausstellung

Der namhafte Künstler, der sich gerne zwischen Dokumentation und Fiktion austobt, bzw. seine Bilder, gastieren von 22. Februar bis 28. April in der Wiener Galerie Westlicht in der Westbahnstraße. Unter dem viel versprechenden Namen Retrospektive sollen vielseitige Einblicke auf das Werk des passionierten Fotografen Roger Ballen geboten werden. Dabei gibt es Bilder von bedrückend realer Wirklichkeit, die südafrikanische Dörfer und deren Bewohner in ihren tragischen Schicksalen zeigen bis hin zu unheimlich albtraumhaft fiktiv wirkenden Darstellungen aus jüngerer Zeit zu sehen.

Retrospektive
ROGER BALLEN

22.02. – 28.04.2013

ÖFFNUNGSZEITEN

Di, Mi, Fr 14-19 h
Do 14-21 h
Sa, So, Feiertag 11-19 h
Mo geschlossen

WestLicht. Schauplatz für Fotografie
Westbahnstraße 40
A-1070 Wien
T +43 (0)1 523 56 59

Roger Ballen über sein Werk

Am Eröffnungsabend, dem 22. Februar 2013 um 18 Uhr, erzählt Roger Ballen selbst etwas über seine Arbeit.

Die Pressekonferenz zur Ausstellung findet am Donnerstag, den 21. Februar um 17 Uhr statt.
Der Katalog zur Ausstellung Roger Ballen. Fotografien 1969-2009 ist im Kerber Verlag erschienen und ist, so wie weitere Bücher von Roger Ballen im Bookshop der Galerie Westlicht erhältlich.

Über Roger Ballen

1950 in New York geboren, nimmt seine Künstlerkarriere schon früh ihren Lauf. Bereit zwischen 1969 und 1973 entstehen seine ersten, auch gleich mit zukünftig typischen Komponenten gespickten Bilder. Diese typischen Merkmale sind Bilder die zwei Welten zeigen. Irgendwo zwischen Fiktion und Dokumentation lagernd stellt der Fotograf seine auf Groteske und Abgründe beruhende Kunst dar. Zugleich abschreckend und berührend wirken seine Bilder und das ist es auch was sie so besonders macht, denn das Abschreckende hat etwas Tiefgründiges, das es einem beizeiten sogar warm ums Herz werden lässt. Ein ebenfalls besonderer Aspekt seiner Kunst ist die ausschließliche Schwarz-Weiß-Fotographie, die die ohnehin schon etwa beklemmende Atmosphäre auf den Punkt bringt.

Roger Ballens Fotografie

Als junger Mann Anfang 20 bereist Roger Ballen die Welt rund um Asien, Afrika und Europa über mehrere Jahre und hat dabei immer seine Kamera mit im Gepäck. So entwickelt er seinen Stil und fängt zahlreiche Schnappschüsse  ̶ einerseits geprägt von Streetart andererseits von Jugendlichen und Kindern  ̶ ein, die er in seinem ersten Buch Boyhood 1979 veröffentlicht.

Im Jahr 1986 folgt sein zweites Buch, Dorps. Small Towns of South Africa. In seiner neuen Heimat Johannesburg, wo Roger Ballen seit Abschluss seines Studiums wohnt und als Geologe arbeitete, beginnt er die Dorps zu fotografieren. Dorps sind Gemeinden, in denen bis zur Gegenwart die Buren (Nachkommen der niederländischen und deutschen Ansiedler in Südafrika) als weiße Tagelöhner, Dienstboten, Händler, Feld- und Mienenarbeiter, die  ̶  obwohl eigentlich Teil der „herrschenden Klasse“  ̶  in ihren heruntergekommenen Unterkünften leben.

In seinem 1994 veröffentlichten Buch Platteland zeigt Ballen dann auch jene Buren, deren Leben interessant und erschütternd zugleich ist, da sie ein tristes und vereinsamtes Leben fernab jeder zivilisierten Gesellschaft, dafür in höchster Armut führen. Der Bildband Platteland stand eben dafür auch scharf in der Kritik, weil Ballen vorgeworfen wurde, seine Modelle als Objekte darzustellen. Ballen führte diese Kritik auf den Umstand zurück, dass die Darstellung der verarmten Buren bei der weißen Oberschicht zu Verunsicherungen und traumatischen Erinnerungen an die Burenkriege führe.

Im Jahr 2001 folgte dann der Bildband Outland, der die Buren in teilweise befremdlichen Situationen zeigt. Dabei wurden eigenwillige Requisiten wie Masken, Kabel oder Rohre verwendet oder auch Tiere wie Hunde, Katzen und Schweine gezeigt.

Der nächste Band Shadow Chamer, erschienen 2005, geht ein großes Stück weiter in Richtung Fiktion. Von Roger Ballen angefertigte Zeichnungen und Objekte, in denen der Mensch selbst eigentlich nur eine Nebenrolle spielt, kommt eine ganz neue Sicht auf die beklemmende Kunst des Fotografen zum Vorschein.

Diese Richtung findet ihre Weiterführung im Band Boarding House (2009), wobei sich hier wohl der aktuelle Höhepunkt des Zusammenspiels der verschwimmenden Welten zwischen Fiktion und Dokumentation zeigt. Dabei werden Tiere und Menschen in rätsel- bis traumhaft wirkende Situationen versetzt und ein Gefühl des leichten Schauderns macht sich breit. Ähnliches gilt für die aktuelle Serie Asylum, aus der auch einige Werke zum ersten Mal in der Galerie Westlicht präsentiert werden.

 

www.westlicht-auction.com
www.westlicht.com
www.ostlicht.at
www.leicastore.at
www.leicashop.com

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