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Ausstellungen Text: Mag. Margareta Sandhofer

Monet bis Picasso - Dauerausstellung in der Albertina

Eine der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen der klassischen Moderne ist nun in der Albertina in Wien beherbergt und seit September 2007 in einer Ausstellung zu sehen.

Pablo Picasso, Nackte Frau mit Vogel und Flötenspieler, 1967
© Albertina | Picasso, Nackte Frau mit Vogel und Flötenspieler, 1967

Monet bis Picasso - Sammlung Batliner als Dauerleihgabe in der Albertina

 Eine der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen der klassischen Moderne ist nun als Dauerleihgabe in der Albertina in Wien beherbergt und seit 13. September in den neu adaptierten Schauräumen zu besichtigen. Dem Direktor der Albertina, Klaus Albrecht Schröder, ist es gelungen, die etwa 500 Werke umfassende Stiftung aus dem Besitz von Rita und Herbert Batliner für eine Mindestdauer von zehn Jahren im Rahmen des historischen Bestandes des Museums zu bewahren und zu präsentieren.

Der erfolgreiche Anwalt aus Liechtenstein hatte erst in den 60er Jahren begonnen Kunstwerke zu sammeln. Ausgelöst wurde das wachsende Interesse durch das Gemälde „Der Schimmel ‚Gazelle’“ von Henri Toulouse Lautrec, das als Honorar für einen gewonnenen Prozess an Batliner gelangte. In der Folge wirkte sich die Bekanntschaft mit dem Bildhauer Alberto Giacometti prägend aus, dessen Büste er für einen noch niedrigen Preis bei einem Pariser Händler erwarb.

Vor allem die Auseinandersetzung mit diesem Künstler motivierte Batliner nicht nur zu intensivem Befassen mit Kunst, vorwiegend auf dem Gebiet der klassischen Moderne, sondern auch dazu, monatliche Erträge seiner Kanzlei in Kunst und Immobilien zu investieren. Die sich zur Leidenschaft entwickelnde Begeisterung veranlasste Batliner zu zahlreichen Ankäufen bedeutender Werke der internationalen Moderne, wobei sein Enthusiasmus nie von musealen Grundsätzen geleitet wurde, stets waren die Erwerbungen aus spontaner Entscheidung, „Bilder, die mir ins Auge gesprungen sind“. Dennoch entstand eine Sammlung, die einen umfassenden Einblick in eines der spannendsten Kapitel der Kunstgeschichte bietet.

Die aktuelle Ausstellung in der Albertina wurde mit dem Titel „Monet bis Picasso“ benannt, was als Referenz an die Privatheit der Sammlung gedacht ist, da die Seerosen von Claude Monet und das fulminante Spätwerk Picassos die chronologischen Eckpfeiler der Sammlung darstellen, mit welcher bislang das Ehepaar Batliner in ihrem privaten Heim gelebt hat.

Weitere Informationen für Ihren Besuch in der Albertina

Kunstwerke namhafter Maler der Moderne

Die Kunstwerke spannen einen weiten Bogen, vom französischen Impressionismus bis zur österreichischen Kunst der Gegenwart, Werke von Max Weiler, Arnulf Rainer, Siegfried Anzinger oder Markus Prachensky faszinierten den Anwalt ebenso wie die Gemälde von Pierre Auguste Renoir, Edgar Degas, Paul Cézanne oder Pierre Bonnard. Doch nahezu alle Strömungen der Moderne werden geboten, wie der Expressionismus, die Gruppe Der blaue Reiter oder Die Brücke, mit Porträts und Landschaften von Emil Nolde, August Macke, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky oder Franz Marc. Die russische Avantgarde, der Kubismus, der Surrealismus sind vertreten, Werke von Marc Chagall, Kasimir Malewitsch, Fernand Léger, dem frühen Picasso ebenso wie von Max Ernst, Dalí oder René Magritte sind zu bewundern, oder der abstrakter Expressionismus mit Mark Rothko, Jackson Pollock oder Barnett Newman. Neben Gemälden des späten Picasso umfasst die Sammlung solche von Oskar Kokoschka wie von Francis Bacon oder Yves Klein, Skulpturen von Alberto Giacometti, Constantin Brancusi und Hans Arp. Gegenständliches wie Abstraktes, großformatige Gemälde wie kleinere, Bekanntes und noch weniger Bekanntes, doch stets von hoher Qualität, lassen den Besucher durch die bedeutendsten „Ismen“ der jüngeren Kunstgeschichte wandeln.

Ergänzt wird diese Fülle noch durch die Dauerleihgabe der Sammlung von Eva und Mathias Forberg mit dem Schwerpunkt auf der Künstlergruppe um den Blauen Reiter und einer exquisiten Kollektion von Aquarellen Paul Klees. Beide Privatstiftungen werden in der Präsentation Exponaten aus dem musealen Besitz der Albertina gegenübergestellt, die einzelnen Werke ergänzen sich und verzahnen sich zu einer überwältigenden Einheit, vielfältig, harmonisch und oftmals mit überraschenden Momenten akzentuiert.

Bedeutung der Sammlung für die Albertina

Für die Albertina, die als graphische Sammlung 1776 von Herzog Albert von Sachsen-Teschen gegründet worden war, bedeutet der Zuwachs nicht nur eine große Attraktion, und damit eine zu erwartende hohe Besucherfrequenz, sondern auch eine nachhaltige Veränderung des Profils des Museums. Zeichnungen und Druckgraphik sollen nicht mehr isoliert behandelt, sondern in der Konfrontation mit Gemälden und Skulpturen eine gesamtheitliche Betrachtung der verschiedenen Kunstgattungen ermöglichen. Die Integration der Sammlungen Batliner und Forberg in den Bestand der Albertina schließt nicht nur im musealen Angebot Wiens eine Lücke auf einem längst vermissten Gebiet der Kunst, sie zeigt auch deutlich, wie wertvoll und unverzichtbar privates Mäzenatentum für die österreichische Kunst- und Kulturlandschaft ist - und stellt letztendlich außer einer ungeheuren Bereicherung für die Albertina auch einen ganz persönlichen Triumph für deren Direktor Klaus Albrecht Schröder dar.

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