1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur
  3. Ausstellungen
Mehr Kunst & Kultur
Artikel teilen
Kommentieren
Jürgen Weber
Ausstellungen Text: Jürgen Weber

Kunstforum Wien: Henri de Toulouse-Lautrec Ausstellung

16.10.2014 - 25.01.2015: Das Bank Austria Kunstforum Wien zeigt aus Anlass des 150. Geburtstages des französischen Malers Henri de Toulouse-Lautrec die erste umfassende Retrospektive in Österreich. Erstmals in dieser Fülle werden Gemälde, Papierarbeiten und Lithographien des durch seine Plakate für das Pariser Moulin Rouge berühmt gewordenen Malers auch in Wien gezeigt. Die Ausstellung zeigt aber auch intimere Darstellungen der menschlichen Psyche durch Feder und Stift, die durch den frühen Tod Toulouse-Lautrec’s – er starb schon im Alter von 36 Jahren - zwar seltener, aber ebenso verzaubernd sind wie seine bekannteren Arbeiten.

Gemälde Frauen beim Essen
© Szépművészeti Múzeum, Budapest | Die Damen im Speisesaal, 1893

Beim Fin de Siècle in Paris

Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) widmete sich als Maler in Paris Menschen, die wie er waren und aus der Masse hervorstachen, auch wenn sie klein von Wuchs waren. Inspirierende Motive fand er etwa im Zirkus, den Vergnügungslokalen am Montmartre - wo er übrigens auch wohnte - und natürlich in Charakterstudien des Rotlichtmilieus. Seine Malerei erweckte die damals schon fast tot geglaubte Lithografie wieder zum Leben (Plakate), wofür er Anregungen bei Edgar Degas, Paul Gauguin oder dem japanischen Holzschnitt fand. Henri de Toulouse-Lautrec war nicht nur der Maler der Metropole Paris am Ende des Jahrhunderts, dem vielzitierten Fin de Siècle, sondern auch ein Maler der kleinen Leute und ein Porträtist eines eigenen Lebensstils, wie er eben nur im Paris des 19. Jahrhunderts möglich war. Zu sehen sind im Kunstforum Wien u.a. folgende Bilder

  • Ambassadeur Aristide Bruant
  • Die sitzende Clownesse
  • Moulin Rouge
  • Die Damen im Speisesaal
  • Im Zirkus
  • Die Frau mit der schwarzen Boa
  • Akstudie
  • Brustbild Marcelle Lender
Video
Beteiligen Sie sich am Beitrag, wir freuen uns:

Der Maler aus den schönsten Städten Frankreichs

Wie sein Name schon andeutet wurde der Maler in der Nähe von Toulouse geboren, wo auch seine Familie ursprünglich herstammte. Die Ortschaft Lautrec, nur 70 km von Toulouse, gehört ebenso wie Toulouse selbst zu den „Les Plus Beaux Villages de France“, also den schönsten Städten Frankreichs. Kein Wunder also, dass der junge Henri schon sehr früh genügend Inspiration für seine Malerei fand. Der Maler, der gerne auch als Wegbereiter der Moderne bezeichnet wird, entdeckte sein Talent allerdings durch eher unglückliche Umstände. Henri litt an einer Pyknodysostose, deren Hauptsymptome etwa im zehnten Lebensjahr auftraten und die sich vor allem durch Kleinwüchsigkeit bemerkbar macht. Als er sich durch zwei Unfälle auch noch beide Beine brach, war klar, dass er als Erwachsener über eine Körpergröße von nur 1,52 m nicht hinauskommen würde. Henri de Toulouse-Lautrec musste oft das Bett hüten und so fand er bald zu seiner Kunst.

Einzigartige Zusammenstellung herausragender Leihgeber

Viele der Leihgaben für diese außergewöhnliche Ausstellung stammen aus internationalen Sammlungen, darunter dem Musée Toulouse-Lautrec in Albi,
dem Metropolitan Museum New York, dem Musée d’Orsay in Paris, dem J. Paul Getty Museum in Los Angeles, dem Pushkin Museum in Moskau oder dem Statens Museum in Kopenhagen. Ein einzigartiges Ereignis, in dem Wien wieder einmal zum Schauplatz der Renaissance eines neuen Lebensgefühls wird.

Kommentar hinzufügen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
weitere Meinungen
Keine Kommentare
  1. Stadt Wien
  2. Kunst & Kultur