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Ausstellungen

Expressionismus im Belvedere

Unter dem unmissverständlichen Titel „In Glut und Farbe“ zeigt das Untere Belvedere vom 25. Oktober 2013 bis 2. Februar 2014 eine Ausstellung über das malerische Werk Emil Noldes. Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde entstand, zeigt zentrale Werke aus der reichen Sammlung des umstrittenen Künstlers, darunter Landschaften, Meere, Bildnisse, Szenen aus der Großstadt Berlin, religiöse Bilder und Fantasien sowie ausgewählte Folgen von Aquarellen und aus dem Zyklus der Ungemalten Bilder.

Was: Emil Nolde Ausstellung "In Glut und Farbe"

Wann: 25. Oktober 2013 bis 2. Februar 2014

Wo: Unteres Belvedere, Rennweg 6 (1030 Wien)

Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 18 Uhr, Mittwoch 10 bis 21 Uhr

Preise: regulär € 11, ermäßigt € 8,50


 

Der Aquarellist und die Brücke

Emil Nolde (eigentlich Hans Emil Hansen) kann entgegen eigener Zuordnungen als Expressionist und Maler der Dresdner Künstlergruppe „Brücke“ rezipiert werden, die als ihre erklärten Ziele die gemeinsame künstlerische Arbeit, Organisation von Ausstellungen, Aufgabe des Individualstils und Gewinnung neuer Mitglieder formulierte. Die zwischen 1905 und 1913 bestehende Gruppe und ihre Vertreter wurden durch den Nationalsozialismus geächtet und als „entartete Kunst“ verfolgt. Nolde selbst war hingegen ein Anhänger des Nationalsozialismus und wurde zu seiner eigenen Überraschung 1941 aus der Reichskammer der bildenden Künstler in Berlin ausgeschlossen und es wurde sogar ein „Malverbot“ über ihn verhängt. Sein Alterswerk der Ungemalten Bilder, wie Nolde sie selbst nannte, wird bei der Ausstellung im Belvedere teilweise gezeigt. Es besteht aus über 1.300 kleinformatigen Aquarellen und Gouachen mit frei erfundenen, meist fantastischen Darstellungen, weswegen der Maler auch gerne als Aquarellist bezeichnet wird.

Expressionist und Nationalsozialist

Der gelernte Holzbildhauer Nolde wurde 1867 als Emil Hansen im Dorf Nolde bei Tondern im deutsch-dänischen Grenzgebiet geboren. Seine Kindheit hatte er auf dem elterlichen Bauernhof verbracht, weitere Stationen seines Lebens führten ihn nach Flensburg, St. Gallen und Paris. Ein Verkaufserfolg gelang ihm schon früh mit einer Postkartenserie, in der er Bergen menschliche Züge verlieh. 1934 trat Nolde der Nationalsozialistischen Arbeitsgemeinschaft Nordschleswig (NSAN) bei, die im Jahr darauf in die NSDAP integriert wurde. Sein Gemälde „Leben Christi“ wurde bei der nationalsozialistischen Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ im Jahr 1937 sogar als typisches Beispiel für „entartete Kunst“ in den Mittelpunkt gestellt, was Nolde in einem Schreiben an Joseph Goebbels dazu veranlasste, dass er sich als „fast einzigster deutscher Künstler im offenen Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst“ sehe und Goebbels darauf hinwies, dass er sofort nach der Gründung der NSDAP-Nordschleswig deren Mitglied geworden sei.

Teaserbild: Emil Nolde, Kerzentänzerinnen, 1912 © Nolde Stiftung Seebüll

Weitere interessante Ausstellungen:

Marge Monko "How to Wear Red"

Oskar Kokoschka "Das Ich im Brennpunkt"

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