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Ausstellungen

Die Farbe Rot im Dualismus von Politik und Lust im MUMOK

Das Mumok zeigt im von 25.10.2013 bis 2.2.2014 mit „How to Wear Red“ eine der neuesten Arbeiten der estnischen Henkel Art Award Preisträgern 2012. Marge Monko nimmt schon im Titel ihrer Ausstellung die Geschichte der Farbe Rot aufs Korn. Einerseits als Farbe des politischen Widerstands und Staatssozialismus, andererseits als Farbe des ältesten Gewerbes der Welt und Milieus.

Was: Marge Monko Ausstellung "How to Wear Red"

Wann: 25. Oktober 2013 bis 02. Februar 2014

Wo: MUMOK, MuseumsQuartier
Museumsplatz 1, A-1070 Wien

Öffnungszeiten:
Montag: 14.00 - 19.00 Uhr
Dienstag bis Sonntag: 10.00 - 19.00 Uhr
Donnerstag: 10.00 - 21.00 Uhr

Preise: regulär € 10, ermäßigt € 7/8


 

Die Farbe Rot – politisch und sinnlich

Monko‘s Werk „How to Wear Red“ besteht aus einer Holzkonstruktion mit Projektionsfläche, auf der ein Video die Wiederanbringung beziehungsweise Restaurierung des titelgebenden Schriftzuges „Punane koit“ (Rote Dämmerung) auf dem Dach einer ehemaligen Miederwarenfabrik zeigt. Die Konstruktion gleicht jener, auf der die Arbeiter in einem zu sehenden Video gerade die Buchstaben vor aufgehender Sonne anbringen. Rot wird also sowohl für die politische Farbsymbolik des Kommunismus, als auch als poetisch-sinnliche Referenz auf die erzeugte Ware (Mieder) interpretiert. Die Ambivalenz zwischen dem Politischen und dem Sinnlichen, zwischen Ideologie und Mode, wird zu einer Montage für eine bessere Zukunft, die sich – für Frauen - vielleicht weder in dem einen noch dem anderen finden lässt.

Das Gleichheitsversprechen im Systemwandel

Die 1976 in Tallinn/Estland geborene Film- und Fotokünstlerin Marge Monko zeigte auch in ihren bisherigen Arbeiten sehr gerne den historischen Wandel vom Kommunismus zum Kapitalismus. Im Zentrum ihres Interesses steht dabei die Veränderung des gesellschaftlichen Rollenverständnisses zwischen Mann und Frau durch den Systemumbruch. Entgegen der Propaganda und dem Pathos der kommunistischen Ideologie weist Monko aber auch darauf hin, dass weder im Kapitalismus noch im Kommunismus das einstige Gleichheitsversprechen für die Frau eingelöst wird.

Eine Entschleierung am Schwarzenbergplatz

Ihr Geschichtsbewusstsein bewies Marge Monko aber auch im Umgang mit dem Erbe des Kommunismus in Österreich. Die Künstlerin machte in ihrer Fotoarbeit über das Sowjetdenkmal am Wiener Schwarzenbergplatz augenscheinlich, wie das Land mit seiner Vergangenheit umgeht. Das im Gedenken an die gefallenen Rotarmisten und Befreier von 1945 errichtete Kriegerdenkmal wird durch die Verschleierung des Monuments durch die farbig beleuchteten Wasserfontänen des benachbarten Hochstrahlbrunnens quasi demontiert. Denn damit werde auch ein Schleier über einen Teil der österreichischen Geschichte gelegt, der auch als Sinnbild der Verdrängung unliebsamer Geschichte betrachtet werden könnte.

Kurator: Rainer Fuchs


 

Führung + Workshop

UNSER TIPP:

Inside Art. Für alle, die mehr wissen wollen
06.11., 04.12., 08.01., 05.02., 16.00 Uhr

Inside Art ist ein monatlich stattfindendes Kunstgespräch über moderne und zeitgenössische Kunst, bei dem KuratorInnen, RestauratorInnen, VermittlerInnen und andere ExpertInnen aus dem mumok in einer kurzen Einführung einen anschaulichen Einblick in ihre Arbeit oder ihre aktuellen Forschungsergebnisse geben. Im Anschluss laden wir Sie zu einem Ausstellungsrundgang ein.
Freie Teilnahme für AusstellungsbesucherInnen

Workshops für Erwachsene
09.11., 14.12., 11.01., 08.02., 16.00 Uhr

Unser 130 m² großes Atelier bietet Ihnen und Ihren Freunden, Kunden oder Mitarbeitern die Möglichkeit begleitet und angeleitet von Künstlern, Ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und den ‘Künstler’ in sich zu entdecken.
4 Euro für AusstellungsbesucherInnen

Teaserbild: Marge Monko, (Ausschnitt) Shaken not Stirred, 2010, © Marge Monko

Weitere interessante Ausstellungen:

Alfred Kornberger "Das Spektrum des Universums"

Ursula Mayer "But we loved her"

Video
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