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Ausstellungen Text: Karin Hirzmann

Der Wiener Kongress 1814/15 – Neuordnung Europas

Drei Ausstellungen widmen sich in Wien dem historisch bedeutsamen Thema Wiener Kongress. 200 Jahre bevor Wien zum Gastgeber des Eurovision Song Contests wurde, fand hier eines der bedeutendsten Großereignisse europäischer Geschichte statt. Der Wiener Kongress machte 1814 bis 1815 die österreichische Hauptstadt zum politischen und gesellschaftlichen Zentrum und sollte Staatsgrenzen neu definieren und Frieden sichern.

Polititker beim Wiener Kongress von Jean Godefroy
© www.histoire-image.org | „Congress of Vienna“ von Jean Godefroy

Vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 war Wien Schauplatz eines außergewöhnlichen Ereignisses, welches Europa zu jener Zeit in Atem hielt. Der Wiener Kongress, bei dem sich mit Einladung von Kaiser Franz I. von Österreich und unter der Leitung des österreichischen Außenministers Fürst von Metternich vor 200 Jahren die europäischen Großmächte in Wien versammelten. Nach den Napoleonischen Kriegen (auch Koalitionskriege genannt), die durch die französischen Revolution ausgelöst und von 1792 bis 1815 zwischen Frankreich und seinen europäischen Rivalen fortgeführt wurde, sollten die politischen Machtverhältnisse und Grenzen auf diesem Kontinent neu geregelt und dauerhaft für Frieden gesorgt werden.Grundlage des Wiener Kongresses bildete der Erste Pariser Frieden, der mit dem Frieden- und Freundschafts-Tractat am 30. Mai 1814 in Paris nach dem Sturz Napoleon Bonapartes zwischen dem König Ludwig XVIII. von Frankreich und den alliierten Mächten Österreich, Großbritannien, Preußen, dem Russischen Reich, Spanien, Portugal sowie zwischen Schweden und Norwegen geschlossen wurde.

Drei Ausstellungen in Wien zum Wiener Kongress

Ausstellung im Belvedere
Europa in Wien - Der Wiener Kongress 1814/15

Belvedere, Unteres Belvedere und Orangerie
noch bis 21.6.2015

Das Unteren Belvedere zeigt die Auswirkungen des Wiener Kongresses auf das kulturelle Leben in Wien, das in zahlreichen schriftlichen und bildlichen Dokumenten festgehalten ist. Internationale Künstler zog es zur Zeit des Kongresses in die Kaiserstadt. Wertvolle Exponate geben Zeugnis über die  politischen als auch gesellschaftlichen Aspekte dieses außergewöhnlichen Ereignisses.

Belvedere - Unteres Belvedere & Orangerie
Rennweg 6, 1030 Wien
+ 43 1 795 57 200
info(at)belvedere.at

Öffnungszeiten:
Unteres Belvedere
Täglich 10 bis 18 Uhr
Mittwoch 10 bis 21 Uhr

Tickets

Ausstellung in der Hofburg
Idee Europa - 200 Jahre Wiener Kongress

Hofburg: Bundeskanzleramt, Amalientrakt, Reichskanzleitrakt und Hofburgkapelle
noch bis 31.10.2015

Zentrale Ausstellungsobjekte sind die historischen Schauplätze, allen voran der Kongresssaal und die wichtigen Dokumente wie die Schlussakte, die heute Weltkulturerbe ist.

Hofburg
Heldenplatz , 1010 Wien
+ 43 1 587 36 66
vienna(at)hofburg.com

Öffnungszeiten:
Bundeskanzleramt Montag bis Samstag, 10:00-17:00 Uhr

Ausstellung in der Wagenburg Schönbrunn
Der Kongress fährt!

Museum Kaiserliche Wagenburg
noch bis 1.11.2015

Die Kaiserliche Wagenburg zeigt prachtvolle, historische Fuhrwerke, mit denen die Kongress-Gäste kutschiert wurden. Einige dieser kunstvollen Gefährte sind in der Wagenburg in Schönbrunn erhalten und erstrahlen erstmals seit 200 Jahren wieder im alten Glanz. Ergänzt werden diese Objekte durch prachtvolle Hof-Uniformen und opulente Ordensornate, mit denen sich die Herrscher zum Zeichen ihrer Verbundenheit gegenseitig beschenkten.

Kaiserliche Wagenburg Wien
Schönbrunner Schlossstraße, 1130 Wien
+43 1 525 24 4025
info.wb(at)khm.at

Tickets
Jahreskarte € 34
Schönbrunn Gold Pass:
Erwachsene € 49,-
Kinder € 24,-
Erwachsene € 8,-
Wien-Karte € 7,-
Ermäßigt € 6,-
Gruppen p.P.
(ab 10 Personen) € 6,-
Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren frei

Öffnungszeiten
November bis April:
täglich 10 - 16 Uhr,
Mai bis Oktober:
täglich 9 - 18 Uhr

Video
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Rund zweihundert europäische Staaten, Herrschaften, Körperschaften und Städte entsandten Repräsentanten in das Außenministerium am Wiener Ballhausplatz, dem heutigen Bundeskanzleramt. Die vier Hauptverbündeten waren u. a. mit Zar Alexander I., Russland, König Friedrich Wilhelm III. und Kanzler K. A. Fürst von Hardenberg, Preußen, R. St. Viscount Castlereagh und A. W. Duke of Wellington, England vertreten. Frankreich war mit C. M. de Talleyrand die fünfte entscheidende Macht.

Obwohl Kleinstaaten versuchten, den Kongress zu intervenieren, dieser somit spannungsgeladen war und anfangs auch ins Stocken geriet, wurde nicht nur politisiert und verhandelt, sondern auch getanzt: Charles Joseph Fürst von Ligne, Schriftsteller, Offizier und Diplomat in österreichischen Diensten, soll gesagt haben "Der Kongress tanzt, aber er geht nicht weiter" ("Le congrès danse beaucoup, mais il ne marche pas"). Die verhandlungsfreie Zeit war für prunkvolle Feste und gesellschaftliche Veranstaltungen vorgesehen, was besonders in der Anfangsphase den Eindruck erweckte, dass der Kongress hauptsächlich aus Auftritten der prominenten Teilnehmer zu bestehen schien. Diese Festivitäten, die zahlreich schriftlich und bildlich dokumentiert sind, belasteten die Staatskasse enorm und so wurden bereits im Jänner 1815 die Steuern massiv erhöht.

Mit einer Schlussakte, die 121 Artikel umfasste und 200 Seiten stark ist, endete der Wiener Kongress am 9. Juni 1815. Sie kann als erstmaliger Versuch einer internationalen Kooperation angesehen werden, militärischen Konfrontationen entgegenzuwirken. Allerdings bestand ihre Funktion auch darin, Zustände in Europa wiederherzustellen, wie sie vor der Französischen Revolution von 1789 geherrscht hatten. Das bedeutete auch, mit polizeistaatlichen Methoden und militärischen Interventionen demokratische und nationale Strömungen zu unterdrücken.
Die unmittelbaren Folgen des Wiener Kongresses für Österreich waren unter anderem die Rückführung von Westkärnten, Krain, Istrien, Dalmatien in seinen Besitz. Österreich konnte durch den Wiener Kongress noch einmal seine Position in Europa behaupten und seine Vormachtstellung in Deutschland und Italien wahren. Zudem kam es zu einer Kodifizierung des Gesandtschaftsrechts (Wiener Reglement),  der Freiheit der internationalen Flussschifffahrt sowie der Ächtung des Sklavenhandels.

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