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Ausstellungen

Das Auge staunt bis zum Ende

Die Albertina widmet der Grazer Künstlerin Sonja Gangl ab 30. Oktober die Einzelausstellung -Dancing with the end-. Die 1965 geborene Künstlerin war 2009 erste weibliche Preisträgerin des Kunstpreises der Stadt Graz und davor auch Stipendiatin des Bundeskanzleramtes für Fotografie in New York und London. Sonja Gangl arbeitet in großformatigen Zeichnungen vor allem Details heraus. Ihre Zoom-art Reduktion auf das Wesentliche, vergrößert bestimmte Details wie etwa das menschliche Auge oder konzentriert sich auf einen Bildausschnitt eines bestimmten Objekts.

Was: Sonja Gangl Ausstellung "Dancing with the end"

Wann: 30. Oktober 2013 bis 23. Februar 2014

Wo: Albertina, Albertinaplatz 1 / 1010 Wien

Öffnungszeiten: Täglich 10 - 18 Uhr, Mittwoch 10 - 21 Uhr

Preise: regulär € 11,90 ermäßigt € 7 - € 9,70


 

Im Fokus: das Auge

So wird etwa das menschliche Auge in Großaufnahme gezeigt und es spiegelt sich in der Pupille ein Kaleidoskop. Oder sie zeigt ein Auge im Profil, das sich in einer Art Spiegelung selbst reflektiert. Ihre in der Albertina ausgestellten neuen Arbeiten zeigen das menschliche Auge als Objekt der Begierde, so wird das Organ des Voyeurismus quasi selbst zum Objekt des Voyeurs. Das Auge wird zwar zur Kontaktaufnahme mit der Welt benutzt, kann also Distanzen aufheben und gleichzeitig herstellen, ist selbst aber ein äußerst verletzbares Organ, da es auch schreckliche Bilder in das Gehirn weiterleiten kann und dort bestimmte Reize auslöst. Sonja Gangl’s Augen wirken aber nie bedroht, eher melancholisch und staunend über die Wunder der Welt, die sich dem einzelnen vor allem durch den Blick erschließen.

Archiv „The End“

Die Grazerin arbeitet quasi interdisziplinär in den Medien Fotografie, Video, Film und Computer und verbindet diese mit den eher klassischen Medien wie Zeichnung oder Malerei. Der Ausstellungstitel „Dancing with the end“ knüpft an eine andere Ausstellung der Künstlerin in der Albertina an, die sich „The End“ nannte. Ausgehend von Erinnerungen an viele letzte Minuten im Kino, in denen man nicht aufstehen wolle, um stattdessen den Nachspann aufzusaugen, um so das Zurückkehren in die Realität möglichst lange hinauszuschieben, erarbeitete sich Sonja Gangl seit 1991 sogar ein eigenes „Archiv von Schlussszenen“ diverser Hollywood-Filme.

Kunst im Cinemascope-Format

„Mit einem Seitenverhältnis von 4:3 oder 16:9 sind diese Zeichnungen im Format alle an Cinemascope angelehnt“, sagte sie in einem Interview über das Projekt. Das „The End“ wird damit zu einer Wehmut nach einer vergangenen Welt, in die man zumindest für 90 Minuten Hollywoodspielfilmlänge eintauchte und von der man selbst ein Teil war, sich aber nicht mehr trennen möchte. In ihrem Atelier im Dritten Wiener Gemeindebezirk, wo die geborene Steirerin schon länger arbeitet, steht ein sechsteiliges Graphitbild, das auf jeder einzelnen Tafel mittig in Weiß das Wort „Ende“ zitiert, geschrieben auf Arabisch, Ungarisch, Russisch, Portugiesisch, Chinesisch und Hindi. Es soll auch auf unterschiedliche filmische Traditionen jenseits von Hollywood verweisen, so die Künstlerin. „Für mich sind die Momente der Erinnerung und des Gedächtnisses wichtig. Es geht um gespeicherte Bilder im Kopf, die sich manchmal wie aus dem Nichts ins Bewusstsein schieben. Es ist mir dabei egal, welche Filme ich zitiere. Vielmehr interessiert mich, ob und wie sehr diese Bilder unser Denken und Handeln bestimmen“, so Sonja Gangl.

 

Teaserbild: captured on paper_eyes (Alphaville), 2012 © Sonja Gangl, Albertina Wien

Weitere interessante Ausstellungen:

Michael Neder "Ohne Kompromisse"

Emil Nolde "In Glut und Farbe"

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