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Ausstellungen

Ausstellungen des Wien Museums

Informationen über die nächsten Ausstellungen des Wien Museums

August Stauda, 8., Alser Straße / Ecke Skodagasse, 1907, Copyright: Wien Museum

Wien war anders

August Stauda, Stadtfotograf um 1900
27.April 2006 bis 27. August 2006

Ein Schatz der städtischen Sammlung wird erstmals umfassend der Öffentlichkeit präsentiert: Die Werke des Fotografen August Stauda, der „Alt Wien“ wie kein anderer dokumentiert hat. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts war die Stadt extremen Veränderungen ausgesetzt. Ganze Stadtteile verschwanden, unzählige Häuser und Straßenzüge mussten der Modernisierung weichen.

Den Stadt- und Landschaftsfotografen Stauda haben gerade solche Viertel interessiert: verwinkelte Nebengassen, abgewohnte Armenbehausungen in der Vorstadt, ländlich anmutende Gegenden. Aber auch in der Innenstadt war der Dokumentarist mit seiner Kamera unterwegs. Stauda hat Wien vor und um 1900 festgehalten – nüchtern, sachlich, „realistischer“ als die romantisierenden Vedutenmaler jener Zeit. Rund 3000 Bilder August Staudas zählen zum Bestand des Wien Museums, die Highlights daraus sind ab 26. April 2006 unter dem Titel „Wien war anders“ zu sehen.

KINETISMUS – Wien entdeckt die Avantgarde

25. Mai 2006 bis 1. Oktober 2006

Die einzige abstrakte Kunstströmung in der österreichischen Zwischenkriegszeit wurde zwar in diversen Ausstellungen am Rande bereits thematisiert. Eine umfassende Würdigung des Wiener Kinetismus steht jedoch aus – und wird im Frühjahr 2006 vom Wien Museum erstmals unternommen. Das Wien Museum besitzt mit dem Nachlass von Franz Cizek, dem Ideengeber der Bewegung, die größte Sammlung von Arbeiten des Wiener Kinetismus. Cizek, ein anerkannter Pionier der Kunstpädagogik („Ornamentale Formenlehre“), vermittelte an der Wiener Kunstgewerbeschule die internationalen Kunstströmungen seiner Zeit, zu seinen StudentInnen zählten Paul Kirnig, My Ullmann und Erika Giovanna Klien. Vor allem das subtile Werk von Klien hat in den vergangenen Jahren große Beachtung erlangt. Während der Vorbereitungen zur Ausstellungen wurde auch ein bisher unbekanntes, fünf Meter langes Fries von ihr entdeckt („Der Gang durch die Großstadt“). Einem größeren Publikum noch unbekannt sind My Ullmann und Paul Kirnig.
Zwischen 1920 und 1925 entstanden abseits des Kunsthandels zahlreiche außerordentliche Werke, die von Expressionismus, Kubismus und Futurismus beeinflusst waren. Um den Stellenwert des lange unterschätzten Wiener Kinetismus soll es in der Ausstellung ebenso gehen wie um seine Nähe zur ungarischen und tschechischen Avantgarde sowie zum Weimarer Bauhaus.  Die Kunst sollte „neue Kräfte wecken“, so Cizek, und den „Rhythmus als kosmisches Prinzip“ visuell umsetzen.

UNGARN 1956: Flucht nach Wien

7. September 2006 bis 26. November 2006

Anfang November 1956 schlagen sowjetische Truppen die ungarische Revolution blutig nieder. Rund 200 000 Ungarn flüchten nach Österreich, zunächst vornehmlich nach Wien. Die spontane Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist zunächst groß, doch bald mischten sich in die Anteilnahme kritische Töne. Die rasche Weiterwanderung eines Großteils der Flüchtlinge in andere europäische Staaten und nach Übersee entschärfte die Spannungen.  

Die Ausstellung, die ab Dezember 2006 auch in Budapest gezeigt wird, beleuchtet fünfzig Jahre nach dem historischen Ereignis Ankunft, Aufnahme und Erstversorgung der Flüchtlinge und verfolgt anhand einzelner Biografien die Optionen zwischen Rückkehr, Weiterwanderung oder Integration in Österreich. Weiters fragt sie nach den Folgen für die österreichische Identität und zieht Parallelen zur aktuellen Flüchtlingspolitik.

GROSSER BAHNHOF – Wien und die weite Welt

28. September 2006 bis Februar 2007

Die großen Fernbahnhöfe prägten die Entwicklung der Großstadt – und waren und sind Brennpunkte des modernen Stadtlebens. Im späten 19. Jahrhundert wurden die großen Bahnhöfe zu monumentalen Zeichen und mythischen Orten großstädtischer Dynamik. Sie haben die Stadttore abgelöst und waren architektonisch und funktionell neuartigen Eintrittshallen in die Stadt. Mit der Eisenbahn begann die Tyrannei der Pünktlichkeit, 150 Jahre Ankunft und Abfahrt spiegeln den urbanen Rhythmus ebenso wie das Schicksal von Millionen Menschen, ob einheimisch oder fremd, ob zuwandernde Migranten oder bürgerliche Sommerfrischler, ob Heimatlose oder Pendler - der Bahnhof als vielfältiges Soziotop zwischen mondän und schäbig.    

Die Ausstellung zeichnet die Geschichte der „Kathedralen des Fortschritts“ nach: vom ersten Aufnahmegebäude der Nordbahn im Jahr 1839 über die riesigen Hallenbauten der Gründerzeit und Moderne bis zum künftigen Wiener Zentralbahnhof. Anders als in London oder Paris sind die Großbahnhöfe aus dem 19. Jahrhundert aus dem Wiener Stadtbild und aus der Erinnerung  verschwunden. Es handelt sich also um eine Expedition in die Vergangenheit – mit Nord-, Süd-, Ost-, West-, Nordwest- und Franz-Josefs-Bahnhof als Hauptdarstellern.  

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Technischen Museum. Neben dem ebenerdigen Sonderausstellungsraum wird auch das Atrium des Wien Museums bespielt.

PHOTO: BARBARA PFLAUM – eine Bildjournalistin aus Wien

9. November 2006 bis Februar 2007

Jackie und John F. Kennedy vor dem Wiener Stephansdom anlässlich des Gipfeltreffens 1961, Helmut Qualtinger als „Herr Karl“: Die berühmten Fotos davon kennt (fast) jeder, die Frau hinter der Kamera nur mehr wenige: Barbara Pflaum. Dabei ist ihre Biografie so spannend wie ihr Werk: 1955 bewirbt sich die geschiedene Mittvierzigerin und dreifache Mutter bei Fritz Molden („Die Presse“, „Wochenpresse“) als Fotoreporterin – und erobert schnell mit Talent und dem Charme einer Grande Dame der Gesellschaft eine Männerdomäne. Pflaums Spezialität: intime Porträts öffentlicher Persönlichkeiten, die hinter die Fassade blicken lassen. Niemand vor Pflaum hatte es gewagt, mächtige Politiker so respektlos zu fotografieren. Legendär waren ihre Großaufnahmen auf Seite 1 der Wochenpresse. Sie hielt Figl beim Kartenspielen fest, porträtierte Hannes Androsch in der Freizeit, näherte sich der großen Callas, verliebte sich mit der Kamera in die Schauspieler ihrer Zeit (Oskar Werner, Josef Meinrad, Hans Moser u. a.). Ihre eigentlichen „Lieblinge“ waren jedoch die einfachen Leute, die sie in berührenden bis bissigen Schnappschüssen festhielt.

Das Wien Museum zeigt die erste Ausstellung des Werks von Barbara Pflaum, das in den vergangenen Jahren auf Initiative ihres Sohnes, des Anwalts Hannes Pflaum, aufgearbeitet wurde.

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