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Jürgen Weber
Ausstellungen Text: Jürgen Weber

Georgia O’Keefe im Bank Austria Kunstforum

7. Dezember 2016 - 26. März 2017: Die Ausstellung im Bank Austria Kunstforum zeigt 85 Kunstwerke und 60 Fotografien der amerikanischen Malerin, die gerne auch als „teuerste Künstlerin der Welt“ verschrien wird. Ihre „White Flower Nr.1“ wurde für 41,84 Millionen versteigert und ist neben den vielen anderen wunderschönen Werken ebenfalls im Kunstforum auf der Freyung zu sehen.

Der indizierte Ausschnitt des Bildes rief bei Kritikern Assoziationen hervor
© Georgia O’Keeffe Museum/Bildrecht, Wien Foto: Edward C. Robison III. | Georgia O'Keefe/Bank Austria Kunstforum: Jimson Weed/White Flower No. 1, 1932, Crystal Bridges Museum of American Art, Bentonville, Arkansas

Ausstellung: Georgia O'Keefe

Wo: Bank Austria Kunstforum

Wann: 7. Dezember 2016 - 26. März 2017

Einzelausstellung: Georgia O'Keefe

Beinahe eine Generation dauerte die Wiederentdeckung dieser Künstlerin, die schon seit dem Jahre 1993 nicht mehr ausgestellt wurde. In dem wunderschönen Kunstkatalog, bei dem sich auch ihr teuerstes Gemälde „White Flower Nr.1“ am Cover findet, sogar davon die Rede, dass es schon 100 Jahre her ist, seit ihr Debüt in der New Yorker Galerie „291“ der Welt diese Künstlerin vorgestellt wurde. 2016 geht die Ausstellung, die jetzt in Wien zu sehen ist, auch nach London und Toronto, eine Möglichkeit eine Einzelausstellung von Georgia O’Keefe zu sehen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die „Ikone der amerikanischen Malerei“ war mit dem Fotografen Alfred Stieglitz (1864-1946) verheiratet, von dem ebenfalls einige Sujets auf der Ausstellung zu sehen sind. Um die Ausstellung zu realisieren waren mehr als 50 Leihgeber nötig so verteilt sind O’Keefes Kunstwerke. In London, wo diese Einzelausstellung zuerst zu sehen war, lockte sie 300.000 Besucher in die Tate Modern.

Ein Muss für Kunstfans: Werke von O'Keefe

„Die Chance das Werk von O’Keefe in dieser Vollständigkeit zu sehen, bietet sich jeder Generation nur einmal im Leben. Diese Ausstellung ist ein absolutes Muss für Kunstfans“, betonte Direktorin Ingrid Brugger bei der Eröffnung am Nikolotag im Kunstforum. Georgia O’Keefe (1887-1986) gilt als Pionierin der amerikanischen Moderne. Ohne ihr Werk wäre auch eine Frida Kahlo nicht möglich gewesen, eine Künstlerin, die ebenfalls im Austausch mit einem authentischen Amerika der Ureinwohner stand. Denn Georgia O’Keefe hat mit ihren Blumenbildern nicht nur die amerikanische Pop Art vorweggenommen, sondern mit ihrer Werkserie „Ghost Ranch“ – die ebenfalls im Bank Austria Kunstforum zu sehen ist – auch dem mythischen Südwesten der USA ein Denkmal gesetzt. Ihr spätes Schaffen in ihrer Kunstproduktion ist von einer Rückkehr zur Abstraktion gekennzeichnet, die die Künstlerin in der Abgeschiedenheit New Mexikos – also in Distanz zur urbanen Metropole – verwirklichte. Eine Publikation dazu ist auch beim Schirmer Mosel Verlag erschienen.

"Gefühl der Unendlichkeit" im Werk von O'Keefe

Was sie in der Natur entdeckte war ein „Gefühl der Unendlichkeit“, das sie etwa in „White Place“ oder „Black Place“ ausdrückte, aber auch in den an Stieglitz’ Fotografien angelehnten Wolkenbilder. „Wenn ich allein mit Erde und Himmel bin, entsteht ein Gefühl in mir, das in alle Richtungen in das Unbekannte der Unendlichkeit strebt, und das mir mehr als alles bedeutet, was irgendeine organisierte Religion, mir je geben kann.“ Die aufgrund ihrer Blumenbilder als „Vaginamalerin“ – ein Vorwurf gegen den sie sich zeitlebens wehren musste - verunglimpfte Malerin hat also noch eine Reihe mehr zu bieten, als das, was der männlich dominierte Kunstmarkt einer Frau im Kunstbetrieb zugesteht. Statt Reduktion bestand ihr Werk vielmehr in einer Erweiterung der zitierten Unendlichkeit. 

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