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Jürgen Weber
Ausstellungen Text: Jürgen Weber

Zeichnungen und Aquarelle von Egon Schiele im Albertina

22.02.2017 - 18.06.2017: In der Wiener Albertina sind die Werke des 1918 verstorbenen Künstlers Egon Schiele in einer Sonderausstellung zu sehen. Vor allem Schieles Entwicklung als Zeichner und Aquarellist werden hier gezeigt, bevor 2018 - zum 100.Todestag des Künstlers – das Gesamtwerk Schieles in den Brennpunkt der Öffentlichkeit gestellt wird. Ein Vorgeschmack.

In expressionistischem Stil gehaltene, für Schiele relativ bunte Zeichnung 2er Mädls
© Albertina | Egon Schiele: Porträtist der Wiener Frauen und Mädels

Ausstellung: Egon Schiele - Zeichnungen und Aquarelle

Wann: 22.02.2017 - 18.06.2017

Wo: Wiener Albertina

Egon Schieles Werke im Albertina Museum

2018, zum 100. Todestag des Künstlers, werden in Wien viele Ausstellungen zu Egon Schiele zu sehen sein und auch das Wiener Tourismusbüro arbeitet schon an einem ähnlichen Hype wie 2012, dem 150-Jahre-Klimt-Jahr. Aber das Werk des 1890 in Tulln an der Donau geborenen und stets im Windschatten Klimts segelnden Künstlers ist viel sperriger und auch der frühe Tod des Künstlers – kaum 28 Jahre alt – dürfte einige Probleme bei der Vermarktung machen. Sein Tod war relativ unprätentiös: Egon Schiele verstarb an der Spanischen Grippe mit der er sich bei seiner Frau im gemeinsamen Wohnhaus in Wien-Hietzing angesteckt hatte. Für seine labile körperliche Konstitution könnte aber auch der Heeresdienst verantwortlich gemacht werden, für den Schiele 1915 eingezogen worden war und wo er nicht entsprechend seinen Fähigkeiten eingesetzt wurde. Nicht zu vergessen: es herrschte Krieg.

Schieles Gemälde und Zeichnungen in der Secession

Egon Schiele gehört neben Gustav Klimt und Oskar Kokoschka zu den bedeutendsten Vertretern und Bahnbrechern der Moderne in Österreich.  Auch wenn sich Schiele sehr bald vom dekorativen Jugendstil zu einer Art Expressionismus zuwandte, wird er doch sehr oft in einem Atemzug mit Gustav Klimt, von dessen früheren Tod Schiele wiederum profitiert hatte. Mit dem Tod Gustav Klimts am 6. Februar 1918 nahm Schiele in der Wiener Kunstszene – wenn auch nur für kurze Zeit – seinen Platz ein und so war etwa die 49. Ausstellung der wichtigen Kunststätte Wiener Secession allein ihm gewidmet. In der Secession stellte der junge Künstler 19 große Gemälde und 29 Zeichnungen aus. Ein Malergenie?

Präsentation von Schieles Werken zu seinem Todestag

Die Albertina zeigt zum Auftakt des Gedenkens an den 1918 verstorbenen Künstler Egon Schiele eine groß angelegte Präsentation aus ihrem eigenen umfangreichen Schiele-Bestand. Die Ausstellung ist als Überblick über die Entwicklung Schieles als Zeichner und Aquarellist konzipiert und soll in sein künstlerisches Werk einführen, dessen großes Thema in der existenziellen Einsamkeit des Menschen lag – also auch heute wieder brandaktuell ist. Auch wenn sich Schiele Zeit seines Lebens stets unverstanden gefühlt hatte, erzielen seine Werke heute auf internationalen Auktionen Höchstpreise. Die größten Sammlungen von weiteren Schiele-Werken befinden sich natürlich in Wiener Museen, wie dem Leopold Museum, dem Belvedere und der Albertina, aber auch international.  Bekannt wurde der Künstler vor allem auch für seine Selbstbildnisse und Aktzeichnungen, die für damalige Verhältnisse relativ freizügig mit nackter Haut umgingen. Auch dass die Akte fast ausschließlich Frauen und Kinder zeigten ist allseits bekannt und brachte Schiele einen gewissen Ruf ein.  Aber auch Schieles Landschaftsbilder erzielen hohe Preise, zuletzt in London bei Sotheby’s  2011, das Bild „Häuser mit bunter Wäsche“ aus dem Jahr 1914. Preis: umgerechnet 27,6 Mio Euro.

In der Ausstellung in der Albertina werden u.a. folgende Werke des Künstlers zu sehen sein:

  • Selbstbildnis in gelber Weste, 1914
  • Sitzendes Paar, 1915
  • Adele Harms, Schwägerin des Künstlers, 1917
  • Alte Häuser in Krumau, 1914
  • Zwei kauernde Mädchen, 1911

Egon Schiele im Kino 

Auch das Kino beschäftigt sich mit Egon Schiele. So ist bereits 2016 der Film Egon Schiele: Tod und Mädchen, nach dem Titel eines Bildes von Schiele benannt, als ein Spielfilm mit Beteiligung aus Österreich und Luxemburg erschienen. Die 110 Minuten unter der Regie von Dieter Berner, basierend auf dem biografischen Roman Tod und Mädchen: Egon Schiele und die Frauen von Hilde Berger zeigen ihn als zwischen den fünf Frauen seines Lebens Zerriebenen. 

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