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Jürgen Weber
Ausstellungen Text: Jürgen Weber

Anselm Kiefer's Holzschnitte in der Retrospektive

18.3. - 19.06. 2016: 30 monumentale Hauptwerke des in Donaueschingen geborenen Künstlers Anselm Kiefer zeigt die Albertina 2016. Die umfassende Retrospektive zeigt seine berühmten Holzschnitte und Bildzyklen, darunter auch das umstrittene Werk Wege der Weltweisheit: Die Hermannsschlacht, die Rhein-Bilder und Brunhilde: Grane.

Ein Ausschnitt aus dem Holzschnitt an den größten deutschen Fluss: Rhein
© Albertina, Wien, Bildrecht, Wien, 2015 | Anselm Kiefer, Der Rhein (Ausschnitt), 1993; Acryl, Schellack über Holzschnitt auf Papier, auf Leinwand kaschiert

Anselm Kiefer Retrospektive

Wann: 18.3.-19.06.2016

Wo: Albertina
Albertinaplatz 1, 1010 Wien

Anfahrt und Öffnungszeiten im Adressblock

Retrospektive Anselm Kiefer

Die deutsche Geschichte, Kulturgeschichte und Mythologie stehen im Zentrum des bis heute in Paris lebenden Anselm Kiefer (geb. 1945 in Donaueschingen). Kiefers Werk ist von einer intensiven Auseinandersetzung mit der deutschen Kultur gekennzeichnet und arbeitet mit einer individuell entwickelten Collage-Technik, die auch durch zahlreiche malerische Überarbeitungen von ihm verfremdet wird. Kiefer verwendet zudem auch experimentelle Materialien und so wird jedes seiner Werke zu einem für sich stehenden Unikat.

Preisgekröntes Werk in der Albertina

Inhaltlich und formal werden von Kiefer verschiedene Bildwelten in seinem Werk zu Kosmogonien vernetzt, so in seinem Spätwerk in dem er auch Einflüsse des jüdisch-christliche, ägyptische und orientalische Mythenkreises in seinem Oeuvre bearbeitet. Seine Kunstausstellungen auf der documenta 6, 7 und 8 oder auf der Biennale von Venedig waren von Skandalen begleitet, da er auch teilweise nationalsozialistisches Gedankengut verwendet und zweckentfremdet, was natürlich besonders im fremdsprachigen Ausland auf Unverständnis stieß. Folgende Werke sind auf der Ausstellung in der Albertina zu sehen:

  • Hermannsschlacht
  • Rhein-Bilder
  • Brunhilde: Grane

 

Albertina zeigt Kiefer Retrospektive

Der Bilderzyklus „Wege der Weltweisheit – Die Hermannsschlacht“, der in den Siebziger Jahren entstanden war, ist eines seiner „beeindruckendsten, aber auch umstrittensten“ Exponate. Es handelt sich dabei um eine ganze Werkgruppe, die aus einem monumentalen Gemälde (sieben Meter breit) und Holzschnitt-Collagen besteht. Die beiden Buchobjekte mit Holzschnittporträts bekannter Personen aus der deutschen Kulturgeschichte sind einer Nazi-Publikation, die die Dichter Hölderlin und Eichendorf sowie Philosophen wie Kant und Heidegger für sich vereinnahmte, entnommen. In „Hermannsschlacht“ geht es Kiefer vorwiegend um eine (deutsch-)nationale Rezeptionsgeschichte und um die „Tendenz zu Nationalismus und Chauvinismus in der deutschen Geistestradition", die es eben auch schon vor dem Nationalsozialismus gegeben habe. Da mehr als ein halbes Dutzend Versionen der Monumentalcollage mit unterschiedlichen Variationen desselben Themas existieren, kann man gespannt sein, welche Version die Albertina nun tatsächlich zeigt. Im März 2016 erscheint beim Ostfilderner Hajte Cantz Verlag eine Publikation mit dem Titel "Die Holzschnitte über das Werk von Anselm Kiefer. Texte darin stammen u.a. von Antonia Hoerschelmann, Peter Sloterdijk und Werner Spies. 

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