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Andy Warhol

Andy Warhol cars ist die aktuelle, bis 16. Mai 2010 laufende, Sonderausstellung der Albertina. Die 35 gezeigten großformatigen Gemälde und 12 Zeichnungen sind der ausgeführte Teil der letzten, unvollendet gebliebenen, Serie Andy Warhols.

Andy Warhol: cars

Andy Warhol cars ist die aktuelle, bis 16. Mai 2010 laufende, Sonderausstellung der Albertina. Die 35 gezeigten großformatigen Gemälde und 12 Zeichnungen sind der ausgeführte Teil der letzten, unvollendet gebliebenen, Serie Andy Warhols. 1986 war der Künstler von Daimler Benz anlässlich seines hundertjährigen Bestehens mit der Siebdruckserie cars beauftragt worden, die ursprünglich 80 Sujets umfassen sollte. Der Präsentation von Andy Warhols cars sind spätere Werke im Auftrag von Daimler Benz an Robert Longo, Vincent Szarek und Sylvie Fleury gegenüber gestellt.

Die jüngeren Künstler hatten sich an der unbestrittenen Größe von Andy Warhols Werk zu messen, dieselben Kriterien waren zu erfüllen: das Automobil in seiner Geschichtlichkeit, das individuelle Design des jeweiligen Modells bei industrieller Massenproduktion und der reflektierende Bezug zur tatsächlichen Realität unserer Gesellschaft und deren Zeitgeist, sollten in der Bildhaftigkeit eines Kunstwerks impliziert sein - zumindest sind diese Aspekte in Andy Warhols cars auf den Punkt gebracht.

Andy Warhol hatte sich schon zuvor mit dem Thema Auto befasst. Erst durch seine Pop Art ist das Auto bildwürdig geworden. Bis zur Etablierung der Gegenständlichkeit der alltäglichen Konsumwelt als Quelle kunstwürdiger Motive durch Andy Warhol und andere gleich gesinnte Künstler der 60er und 70er Jahre, war das Auto ein von Kunstgeschichte und künstlerischer Produktion missachteter Gebrauchsgegenstand. Andy Warhol fand nicht nur seine Sujets in massenhaft präsenten Objekten der zeitgenössischen Konsumwelt, er bediente sich auch bei der Erzeugung seiner Gemälde einer multiplizierenden Verfahrensweise. Er fand im Siebdruck die entsprechende Formgebung um Versatzstücke aus dem Alltag mit künstlerischer Aussage geladen aus dem Gewöhnlichen zu heben und letztendlich musealen Anspruch zu verleihen. Das Gemälde der Campbell’s Soup von 1962 ist heute ein wichtiger Bestandteil im Inventar des MOMA (Museum of Modern Art, New York). Andy Warhol hat den Aufstieg einer Fertigsuppendose aus dem Supermarktregal in eines der meist etablierten Museen vollbracht.

Vergleichbar ist das Auto mit Andy Warhols Car Crash Bildern der frühen 60er Jahre zum kunstwürdigen Motiv avanciert. Dass Daimler Benz Andy Warhol etwa 20 Jahre danach mit der Darstellung von 20 ausgesuchten Modellen der Produktion beauftragte, ist auch als Würdigung dieser Leistung zu sehen, die das Kunstverständnis im 20. Jahrhundert maßgeblich beeinflusste. In der Serie Cars gibt der Künstler dem Auto einen andersartigen Sinngehalt. Sind die früheren Werke Inszenierungen katastrophaler Ereignisse, so zeigen die jüngeren durchaus affirmativen Charakter. Das historische Modell bleibt wieder erkennbar, doch sind die Fahrzeuge ihrer Funktionalität entrückt, reduziert in Formgebung und entmaterialisiert durch irreale Farbigkeit. In frontaler Ansicht und einfacher Symmetrie wieder gegeben, schweben sie in reiner Bildhaftigkeit auf abstraktem, raumlosem Farbgrund. Das einzelne Daimler Benz Modell wird in Andy Warhols Werk zur Ikone.

Bildnachweis, Copyright: The Andy Warhol Foundation fort he Visual Arts.Inc./VBK, Wien 2010

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Ich glaube nicht nur das, in der Albertina ist ja eben auch ein Zyklus Warhols ausgestellt, der unvollendet blieb, ein Auftragswerk, abseits der normalerweise abgebildeten Massenprodukte Amerikas, deutsche Ingenieurskunst, trotz allem Luxus - frei enthoben seiner Bedeutung, seines Preises und seiner Bedeutung für die Automobilgeschichte!

, 11.02.2010 um 13:32

Die Ausstellung ist relativ interessant, besonders für jene, die sich für Autos interessieren. Als Soziologin finde ich die Ausstellung spannend, da sich die Werke auch mit der Frage, in wie fern die Autos die moderne Welt beeinflusst haben, beschäftigen.

, 02.02.2010 um 12:13
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