Ablenkung

Informationen über die Möglichkeit, Ablenkung als Arbeitsstil einzusetzen

Ablenkung als Arbeitsstil

(Mario Tosto, Danville, Kalifornien)

 Nur weil Sie sich ablenken lassen, heißt das noch lange nicht, dass Sie nicht aufpassen.

 Ich weiß, ich mache alles falsch.  Wenn ich die vielen Ratschläge über Produktivität in Betracht ziehe, dann muss ich zugeben: ich kann mich nicht auf eine Sache konzentrieren.  Stattdessen husche ich von einem Ding zum andern, wie ein Schmetterling.

 So gut wie ALLES kann mich ablenken.  (Zum Trost sagte mir kürzlich ein Freund, dass das nicht Ablenkung sei, sondern „den Augenblick ernst nehmen“.  Ich mag das!)  Meine Liste von zu erledigenden Dingen ist schlecht geführt und ein Telefonanruf, eine Sofortnachricht, eine e-mail Message, ein Vogel vor meinem Fenster – sie alle bekommen meine Aufmerksamkeit – und das sofort. 

 Wie ich überhaupt irgendetwas erledige?  Ich weiß es nicht, aber ich erledige VIELES.  Ich werde hier nicht aufzählen, was ich alles tue.  Ich möchte nur allen Menschen, die sich nicht auf eine Sache konzentrieren können, sagen: Das ist völlig in Ordnung!

 Es gibt sogar einen Namen dafür: Multi-tasking; die Fähigkeit, viele Dinge gleichzeitig zu tun.  Die Ratgeber wollen einem Multi-tasker einreden, dass er ein Versager ist.  Sie sagen dir, dass du nicht das Telefon abnehmen und nicht die Sofortnachricht entgegennehmen sollst, nicht den Artikel lesen und nicht an Diskussionen teilnehmen.  Hör auf sie und du fühlst dich wie das Letzte, denn auf deinem Schreibtisch ist das Chaos und auch sonst bist du wahrscheinlich nicht „wie aus dem Ei gepellt“. 

 Wissen Sie was?  Ich hör’ einfach nicht mehr auf sie, die Ratgeber.  Ich habe endlich Frieden geschlossen mit meinem Arbeitsstil.  Nein, ich glaube nicht, dass diese Art zu arbeiten besser ist als irgendeine andere Arbeitsweise, aber sie funktioniert für mich.  Und dass ist kein Zeichen, dass ich vom Teufel besessen bin, oder dass ich die gesamte Schöpfung auf den Kopf stelle, nur weil ich mich ständig ablenken lasse.  Es ist bloß eine andere Art zu arbeiten, und es ist einfach göttlich!

 Um das wörtlich zu nehmen, stelle ich mir vor, dass Gott ein Multi-tasker sein MUSS.  Oder können Sie sich einen Gott denken, der sich nur auf eine Sache konzentriert und alles andere ausblendet bis er damit fertig ist? 

 „Sie sind aber nicht Gott!“, könnte jemand einwenden.  Das kann man wohl sagen!  Aber ich weiß, dass ich göttliche Qualitäten besitze, so wie alle Menschen.  Und während Gott nicht unbedingt herumhuscht von einem Ding zum anderen – nicht einmal ganz, ganz schnell – ist es genau das was ich in dieser menschlichen Dimension tun kann um dem Überall-gleichzeitg-sein der schöpferischen und erhaltenden Kraft am nächsten zu kommen.

 Nochmals stelle ich klar: ich sage das nicht, um all die erfolgreichen, ordentlichen und konzentriert arbeitenden Menschen herunterzumachen, es gibt eben solche und solche.  Für den einen funktioniert die eine Methode besser, für den anderen eine andere Methode.  Aber es ist ein Plädoyer für die Menschen, die eben nicht so arbeiten können, und sich deshalb – wie ich – jahrelang schlecht gefühlt und sich gezwungen haben, anders zu sein. 

 Doch mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass es okay ist, so wie ich bin.  Denn abgesehen von den Resultaten der Arbeit –  habe ich einfach mehr Freude dabei!  Ich bin am glücklichsten, wenn ich zehn Dinge auf einmal tun kann. 

 Aber ich muss auch gestehen, dass ich mich manchmal einer Sache so intensiv widme, dass die Zeit nur so davonfliegt.  Das sind meistens Dinge, die spannend sind und die ich extrem gerne tue, nicht etwas, das ich tun muss bevor ich wieder Spaß haben kann.  Es ist die Arbeit selber, die Spaß macht und meistens kommt auch etwas Ordentliches dabei heraus, oder zumindest lerne ich dabei etwas, das ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt gebrauchen kann. 

 Es gibt diesbezüglich vielleicht eine Ausnahme:  Ich glaube, sich Zeit für Gebet zu nehmen (sich mit dem schöpferischen Guten zu verbinden) bis eine spirituelle Tatsache gedanklich ganz klar greifbar wird, dass man sie im täglichen Leben anwenden kann, ist eine gute Sache.  Aber auch hier gibt es eine größere Form von Gebet in welchen ein ganzes Leben – auch ein Leben mit vielem Herumhuschen – als Gebet gesehen werden kann. 

 Jemand hat mir kürzlich dieses Zitat geschickt:  „Alle Dinge wenden sich zum Guten durch ein Leben, das sich auf das Licht konzentriert und niemals Dunkelheit sieht.“  Dem kann ich nur zustimmen.  Kann ich dieses Leben einen ALLGEMEINEN FOKUS nennen?  Ist das ein Widerspruch?  Nein, nicht wenn man eine freudige Einstellung und positive Erwartung besitzt.  Die Erfahrung zeigt, dass dann im Allgemeinen die Dinge gut ausgehen.

 Aber vielleicht doch nicht.  Ich werde Ihnen später davon erzählen – im Moment gibt es etwas Interessan…..

 Kontaktinfo:

Christiana Ritter, Praxis für ganzheitliche Gesundheit, Wien, christiana.ritter@yahoo.com,

tel. +431 522 2616, oder +43 650 980 1585.

 Mehr Artikel (in Englischer Sprache) von Mario Tosto und über Spiritualität am Arbeitsplatz finden Sie unter www.spiritonthejob.com.

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