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Sozialer Wohnungsbau: Bedürfnisse älterer Wiener im Fokus

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) hat in einer Pressekonferenz festgestellt, dass schon im Jahr 2044 etwa 30 Prozent der Wiener über 60 Jahre alt sein werden. Deshalb will sich die Stadt Wien in den kommenden Jahren im sozialen Wohnungsbau verstärkt um die Bedürfnisse älterer Menschen kümmern.

Zwei alte Menschen, männlich und weiblich, sitzen auf einer braunen Parkbank an einem Seeufer und werden von hinten abgebildet.
© Dollarphotoclub/ eyetronic | Ziel ist ein integrativer Wohnungsbau, wo Menschen verschiedener Altersgruppen leben.

Schon heute leben etwa zwei Drittel der Wiener in geförderten Wohnungen. Das „Wiener Modell“ ist eine international anerkannte Erfolgsgeschichte. Wohnraum in Wien ist bezahlbar. In Wien sind die Wohnviertel gut durchmischt. Es gibt keine guten und schlechten Adressen. Nun will sich die Stadt stärker um ihre älteren Einwohner kümmern.

Reine „Alterssiedlungen“ kommen bei Senioren nicht gut an

Um nicht die ältere Generation zu generalisieren, werde über verschiedene Wohnkonzepte nachgedacht. Hierzu gehören Barrierefreiheit und Wohnformen wie Rentner-WGs. Auch Mehrgenerationenhäuser werden in die Planung mit einbezogen.

Christoph Reinprecht, Professor am Institut für Soziologie der Universität Wien betont, dass ältere Menschen nicht in reinen Alterssiedlungen wohnen wollen. Das ergaben seine Forschungen zu diesem Thema. Vielmehr wünschen sich Senioren und Seniorinnen, am gesellschaftlichen Leben generationenübergreifend teilnehmen zu können.

Dem Wunsch nach mehr Teilhabe kann man durch Mehrgenerationenhäuser gerecht werden. Generell sollen Neubauten im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus nicht nur von Anfang an barrierefrei sein. Sie sollen zudem von vornherein Mietern aller Altersgruppen offen stehen. Damit dürfen sich nicht nur Senioren, sondern auch Studenten und Familien mit Kindern über den neu entstehenden Wohnraum freuen.

Barrierefreiheit für Bestandsimmobilien

Bei der Sanierung von bereits bestehenden Wohnungen soll gezielt auf Barrierefreiheit geachtet werden. Hierzu gehört unter anderem der nachträgliche Einbau von Fahrstühlen. Mieter, die in ihrer Wohnung bauliche Veränderungen vornehmen möchten, sollen hierbei laut Ludwig unterstützt werden. Es wurde eine Kompetenzstelle für barrierefreies Planen, Bauen und Wohnen eingerichtet. Diese wird nach Angabe des Stadtrates viel besucht.

Rentner-WGs als Mittel gegen die Vereinsamung im Alter

Studien ergaben, dass mittlerweile etwa 70 Prozent der über 80-Jährigen ihren Haushalt mit niemandem mehr teilen, hauptsächlich, weil es keine Kernfamilie mehr gibt. Um der Vereinsamung im Alter entgegen zu wirken, sollen künftig Senioren-Wohngemeinschaften angeboten werden.
 
Um all diese Vorhaben zu ermöglichen, soll es nicht nur Änderungen im Mietrecht geben. Zudem plant der Baustadtrat, mit Bauträgern und sozialen Dienstleistern Kooperationen einzugehen. Gerade im Bezug auf die Finanzierbarkeit der verschiedenen Vorhaben werden wohl verschiedene Fördertöpfe angezapft werden müssen.

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