Smarte Lautsprecher am Vormarsch: Vergleich, Datenschutz und Kritik

Bild eines Lautsprechers vor grauem Hintergrund
© pixabay.com | Smart Lautsprecher ziehen in unsere Wohnungen ein.

Alexa, Cortana, Google Assistant oder Siri – Nutzer lieben die sprachgesteuerten Assistenten, die zuerst Einzug auf unseren Smartphones oder Tablets hielten. Nun kommen sie auch fix installiert in unsere Wohnräume – in Form von smarten Lautsprechern. Super für die eigene Bequemlichkeit, aber wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Was muss ich sonst wissen und welche Angebote gibt es? Lesen Sie mehr dazu im folgenden Artikel.

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Echo, HomePod, Google Home, Invoke - Vergleich

Amazon, Apple, Microsoft und Google sind die momentan wichtigsten und beliebtesten Anbieter von digitalen, sprachgesteuerten Assistenten und den dazugehörigen smarten Lautsprechern. Jedes der Angebote hat seine Vor- und Nachteile als Mitbewohner und Unterstützung im eigenen Zuhause. Um die Entscheidung für den richtigen Assistenten zu erleichtern hier ein Überblick mit den Hardfacts:

 

Amazon Echo - Alexa

Apple HomePod - Siri

Google Home - Google Assistant

Invoke - Microsoft Cortana 

Anbieter

Amazon

Apple

Google Inc.

Harman Kardon, Microsoft

Preis

99,99 €

349,00 US Dollar

149,00 €

199,95 US Dollar

Maße

14,8x8,8x8,8 cm

17,2x14,2 cm

14,3x9,6 cm

24,2x10,7 cm 

Gewicht

1 kg

2,5 kg

0,5 kg

1 kg

Sprachen

Deutsch, Englisch (UK & US)

Englisch (US & UK)

Englisch (UK & US), Deutsch…

Englisch (US & UK)

Suchmaschine

Bing

Google

Google

Bing

Codewort

Alexa

Hey, Siri!

Hey, Google! OK, Google!

Hey, Cortana!

Farben

Anthrazit Stoff, Eiche Optik, Nuss Optik, Sandstein Stoff, Silber Optik

Grau (Stoff), Weiß (Stoff)

austauschbares Plastikgehäuse in verschiedenen Farben

Pearl Silver (Weiß), Graphite (Schwarz)

In Österreich verfügbar

Ja

Nein

Ja

Nein

kompatible Betriebssysteme

Fire OS, Android, iOS

iOS

Android, iOS, Mac, Windows

Alle Microsoft Geräte und Dienste

Musikfunktion

Ja

Ja

Ja

Ja

Bestellfunktion

Ja

Nein

Nein

Nein

Apps von Drittanbietern

Ja

Ja

Ja

Ja

Organisatorisches (Termine, Wecker, usw.)

Ja

Ja

Ja

Ja

Smart-Home-Control

Ja

Ja

Ja

Ja

Datenschutz: Das wissen Echo, HomePod und Co. über uns

Smarte Lautsprecher sind heutzutage gern gesehene Mitbewohner, da sie einem nicht nur beim täglichen Leben behilflich sind, sondern auch ein weiterer Schritt zu einem vernetzten Leben in einem Smarthome sein können. Ein Lautsprecher, der im Wohnraum steht und sich mit der Zeit zu einem immer personalisierteren Assistenten entwickeln soll muss zu diesem Zweck natürlich ständig Daten sammeln.

Der Preis für die digitalen Gehilfen endet also nicht beim Einkauf, sondern wir bezahlen sie auch mit persönlichen Informationen aller Nutzer. Diese werden natürlich zu einem Großteil dafür benutzt das Service laufend zu verbessern und individuell anzupassen, doch die Unternehmen schlagen auch Profit daraus, indem sie beispielsweise personalisierte Werbung schalten können. 

Der Vorteil, dass Lautsprecher wie Amazons Echo, Google HomeApples HomePod oder Microsofts Cortana jeden Befehl hören und sofort darauf reagieren, kann sich so in einen Nachteil wandeln. Um ständige Bereitschaft zu gewährleisten muss der Raum die ganze Zeit abgehört werden, um ja nie ein Signalwort zu verpassen. Dies kann man nur verhindern, wenn man das Mikrofon am Gerät ausschaltet, dann kann man es aber auch nicht verwenden.

Zwar versichern die Anbieter, dass die Gespräche in Hörweite der smarten Lautsprecher nicht rund um die Uhr aufgezeichnet werden, aber wo es Technik gibt, gibt es auch immer wieder Pannen. Das was aufgezeichnet wird, landet meist auf Servern in den USA und wird dort lange gespeichert. Google und Amazon bieten hier allerdings die Möglichkeit die aufgezeichneten Sprachaufnahmen einzusehen und gegebenenfalls zu löschen. Dennoch bleibt ein Restrisiko, da man nie zu 100% wissen kann wer wann und so Zugriff auf diese teils sensiblen Daten hat, denn die Anbieter machen ihren Umgang mit den Daten nicht transparent. 

2018 könnten Amazon, Google und Co. allerdings vor Probleme bei der Datenverarbeitung bekommen. Am 25.05.2018 tritt nämlich die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bzw. das österreichische Datenschutzgesetz (DSG) in Fassung des Datenschutz-Anpassungsgesetzes 2018 in Kraft. 

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Smarte Lautsprecher - Kritik, Probleme, Herausforderungen

Abgesehen vom Datenschutz gibt es auch noch andere Probleme bzw. Herausforderungen wenn es um digitale Home-Assistant-Systeme geht. Hier eine kleine Auflistung der wichtigsten Kritikpunkte:

  • Elektrosmog: Vor allem bei Smart-Living-Konzepten, bei denen mehrer Geräte miteinander verknüpft sind und die Steuerung beispielsweise über einen Lautsprecher erfolgt werden hochfrequente Funksignale gesendet. Eine gesundheitsschädliche Wirkung ist zwar bisher nicht nachgewiesen, dennoch sollten elektronische Geräte nicht in unmittelbarer Nähe des Bettes bzw. des Arbeitsplatzes aufgestellt werden. Grundsätzlich befinden sich die in Österreich verkäuflichen Gadgets innerhalb des unbedenklichen Bereichs.
  • Ungewollte Inbetriebnahme: In letzter Zeit hört man öfter von Fällen, in denen smarte Lautsprecher Services für ihre Nutzer ausgeführt haben, ohne dass diese sie anforderten. So kam es beispielsweise schon vor, dass Alexa von selbst Bestellungen bei Amazon aufgegeben hat oder Musik abspielte ohne dass jemand den Befehl dazu gab. In solchen Fällen ist man auf die Kulanz des jeweiligen Anbieters angewiesen. Ein Rücktritt von fälschlich abgeschlossenen Kaufverträgen ist jedoch meist möglich.
  • Hacker: Trotz der immer besseren Verschlüsselung der Datenübertragung von Smarthome-Geräten ist bisher kein System völlig vor Hackern geschützt. Gerade bei vollständig vernetzten Wohnräumen kann ein Hacker potentiell von außen nicht nur Musik abspielen oder Einkäufe tätigen, sondern auch Heizung, Fenster oder Geräte wie Waschmaschinen und Fernseher stören oder gar Sicherheitssysteme außer Kraft setzen. Diese Art der Cyber-Kriminalität stellt nicht nur Nutzer und Anbieter, sondern auch die Exekutive vor neue Herausfoderungen.
  • Bequemlichkeit: Zu guter Letzt ist noch zu erwähnen, dass ein ständig verfügbarer persönlicher Assistent durchaus die Bequemlichkeit seiner Nutzer erhöhen kann. Ohne Frage ist es praktisch alle seine Termine und wichtigen Informationen digital zur Verfügung zu haben, doch fällt das System aus irgendeinem Grund aus, kann dies im Chaos enden.

Alles in allem bieten smarte Lautsprecher und ihre Möglichkeit zu vernetztem Wohnen viele Vorteile, doch man sollte sie mit Vorsicht genießen und ihnen nicht sein ganzes Leben ausliefern.

Lesen Sie mehr über die gängigen smarten Lautsprecher am Markt

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