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Smart Home Text: Elisabeth Rauter

Smart Living - Österreich im weltweiten Vergleich

Während die innovativen Technologien, die das tägliche Leben smarter machen, in Österreich erst langsam Anklang finden, wird Smart Living anderenorts bereits aktiv gelebt.

Man sieht den Umriss eines Planeten, hinter dem gerade die Sonne aufgeht.
© LoganArt/pixabay.com | Der Welt geht 'ein Licht auf'

+ 30 Prozent Umsatzzuwächse

Das Statistik-Portal Statista prognostiziert, dass die Marktsegmente rund um Smart Home im Jahr 2017 einen Umsatz von etwa 22,854 Mrd. Euro generieren könnten, wobei der Großteil davon die USA betreffen. Hier erwartet man einen Verkaufserlös von rund 13,197 Mrd. Euro für dieses Jahr. Das Wachstumspotenzial scheint mit einem derzeit jährlichen Plus von 33 % durchwegs interessant zu sein.

Als diesbezügliche führende Verbraucherstaaten werden neben den USA auf Platz 1, China, Deutschland, Großbritannien und Südkorea gereiht, obwohl diese im Schnitt vergleichsweise weit weniger in Smart Homes investieren. Besonders interessant und dadurch mit viel Umsatz bedacht, scheinen die Bereiche Home Automation und Gebäudesicherheit.

In Österreich wird für 2017 ein Umsatz von rund 114 Mio. Euro erwartet. Jedoch sieht man das Potential an Wachstum rein prozentuell als noch höher an – 38,7 % jährlich.

Doch interessant sind nicht nur die Zahlen, sondern auch die Frage: Wie schaut Smart Living anderorts aus?

Die Smart Home Entwicklung in den USA

Unangefochten auf Platz eins, wenn es um private Investitionen im Bereich Smart Living geht sind die Vereinigten Staaten. Das Interesse ist vor allem in der Generation Millenials, auch als Generation Y bezeichnet, hoch, wie das New Yorker Unternehmen Business Insider – das hauptsächlich Online-Nachrichtenseiten betreibt – mit vielen verschiedenen Charts ausdrücklich zeigt. Sie sind nicht nur am meisten interessiert, sie geben an, sich smarte Produkte kaufen zu wollen und sind dafür auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen.

Eine vom Medienhaus in Auftrag gegebene und im Jahr 2015 veröffentlichte Studie unter dem Titel „The American Smart Home: How The Smart Home Market Will Evolve In the US“, durchgeführt vom IoT-Expreten John Greenough will genau das beschreiben, was der Titel der Arbeit bereits offenbart: Eine sehr anschauliche Prognose dazu, wie sich das Smarte Leben in den USA entwickeln wird.

Ein großes Problem gibt es bei Smart Home-Produkten jedoch nach wie vor: Sie sind einfach zu teuer – vor allem für die Zielgruppe der Millennials, die über viel weniger monetäre Mittel verfügen als die ältere Generation X, deren Vertreter ungefähr zwischen 1965 und 1980 geboren wurden. Das mittlere Haushaltseinkommen aus dem Jahr 2013 zeigt, dass zwischen den beiden Gruppen eine Differenz von 12.271 US-Dollar festgestellt werden kann.

Infomationsgrafik, die darlegt, dass smarte Produkte im Vergleich sehr viel teurer als 'klassische', derzeit übliche Güter sind
© Screenshot aus "The American Smart Home Market" von John Greenough | Vergleich der Preise von 'normalen' und smarten Produkten

Eine andere Folie zeigt aber auch, dass es ein großes Potenzial gibt, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Die Hälfte der Befragten würde gerne jemanden damit beauftragen die erstandenen Produkte installieren zu lassen und ein weiteres Fünftel würde zumindest etwas an Hilfe in Anspruch nehmen wollen.

Die 'Löwenstadt' Singapur

Im flächenmäßig kleinsten Staat Südostasiens spielt das Internet eine zentrale Rolle. Man hat nicht nur die weltweit höchste Penetrationsrate an Handys mit rund 150 % vorzuweisen, sondern ebenso die höchste Spitzengeschwindigkeit von mobilem Internet. Man versucht, die erste smarte Nation der Welt zu werden.

Die Penetrationsrate ist im Übrigen eine kumulierte Zahl aus der Anzahl der Käufer eines bestimmten Produktes in einem gegebenen Zeitraum, welches mit den potenziellen Konsumenten des Gutes in Verbindung gesetzt wird. Andere Begriffe wie Verbreitungsgrad oder auch Durchdringungs- bzw. Versorgungsgrad werden verwendet.

Um das ambitionierte Ziel des Insel- sowie Stadtstaates erreichen zu können wurde ein Ausschuss unter dem Namen Housing and Development Board – kurz HDB – gegründet. Mit Hilfe der Bevölkerung will man nun smartes Leben testen und aufgrund des Feedbacks der Menschen gewisse Technologien mehr ins tägliche Leben miteinbeziehen.

Dies findet in einem Centre of Building Research statt – bekannt unter dem Spitznamen ‚The Kitchen‘. Ziel ist, smarte Technik im von Menschen bewohnten Wohnraum zu erproben, um auch die Reaktionen der Bewohner beobachten zu können.

Die SingapurerInnen haben bereits einige Innovationen fix in ihr tägliches Leben integriert, wie zum Beispiel im Bereich der Medizin und Gesundheit. Mit dem National Electronic Health Record. Eine Plattform, die Gesundheitsdaten der Patienten speichert, um optimale Behandlungen für die Patienten finden zu können, ähnlich der Österreichischen elektronischen Gesundheitsakte ELGA.

Neben Hongkong ist Singapur der wichtigste Finanzplatz Asiens. Singapur nimmt nun auch die Stellung eines ‚lebenden Labors‘ ein. Eingebettet in ein technologisch aufgeschlossenes Umfeld, dass zusätzlich durch eine reaktionsfreudige Regierung geprägt ist.

Man darf also davon ausgehen, dass wir noch viel von dort hören werden, angefangen bei smarten Wohn- und Gesundheitskonzepten über vernetzten Transport und Logistik bis zum Einsatz in Industrie 4.0.

Österreich und die technische Trägheit

Dass sich in Österreich die Welt in Sachen Digitalisierung vergleichsweise langsamer dreht, kann man nicht nur im privaten, sondern auch im wirtschaftlichen Leben beobachten. Wir Österreicher sind stolz darauf, als eine der weltweit führenden Industrienationen gehandelt zu werden, dürfen uns aber nicht dem Gedanken hingeben, dass dies unumstößlich wäre.

Das ‚Institute for Management Developement‘ – kurz IMD – erstellt jährlich ein Ranking zum Thema Wettbewerbsfähigkeit, um internationale Wirtschaftsstandorte vergleichen zu können. Im Jahr 2016 schaffte es Österreich auf den 26. Platz. 2007 hingegen konnte sich die hiesige Wirtschaft noch über den 11. Rang freuen.

Ein Grund dafür könnte sein, dass in den Führungsebenen Österreichs weiterhin die Effizienzsteigerung im Mittelpunkt steht und das Erschließen neuer Umsatzbereiche - geschaffen durch den digitalen Wandel – oft unausgeschöpft bleiben. Hier gibt es bisweilen viel ungenütztes Erfolgspotenzial. Es könnte aber auch an Mutlosigkeit, fehlender Zuversicht, nicht ausreichendem Know-how oder einfach an einer fehlenden Bereitschaft liegen, einen neuen Weg zu gehen.

Weitereführende Links im Internet:

Statistika bietet zum Thema spannende Inforgraphiken und Zahlen.

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