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Ulrich Habsburg-Lothringen im Interview

Ulrich Habsburg-Lothringen strebt die Kandidatur zum Bundespräsidenten bei den Wahlen 2010 an. In einem Interview präsentiert Ulrich Habsburg sein persönliches Profil und schildert seine Ideen und Visionen.

Ulrich Habsburg
Ulrich Habsburg-Lothringen

Ulrich Habsburg: Kandidat zum Bundespräsidenten?

DI Dr. Ulrich Habsburg-Lothringen gab stadt-wien.at am 26. Jänner ein Interview. Der Habsburger, in seinem Heimatort Gemeinderat der Grünen, strebt eine parteiunabhängige Kandidatur zum Bundespräsidenten von Österreich an, die ihm als Nachkomme eines regierenden oder ehemals regierenden Hauses bislang verfassungsrechtlich verwehrt geblieben ist. In dem Gespräch am 26. Jänner wurde aber weniger Augenmerk auf die gesetzliche Situation in Österreich und die Möglichkeiten für Ulrich Habsburg diese zu ändern um dasselbe Recht wie alle österreichischen Bürger zu erhalten, gelegt. Vielmehr sollten Ulrich Habsburg als eventueller Kandidat, seine persönlichen Ziele und Visionen, die er mit dem Amt des Bundespräsidenten verbindet, vorgestellt werden.

Ulrich Habsburg, aufgewachsen im von Deutschen und Slowenen bevölkerten Kärnten, verheiratet mit einer jüdischen Frau, versteht sich trotz Achtung und Respekt vor der Geschichte des Landes und des Volkes als offenen und Neuem gegenüber aufgeschlossen Menschen. Sicher auch geprägt durch seine eigene persönliche Geschichte, hat er es zu seinem persönlichen Anliegen gemacht, für Minderheiten und Randgruppen einzutreten, gegen deren Ausgrenzung, Missachtung und Unterdrückung zu kämpfen.

Parallel dazu sieht Ulrich Habsburg es als unumstößliche Notwendigkeit auf die ökologischen Veränderungen zu reagieren, durch politische Maßnahmen geleitet, müssen Industrie und wirtschaftliche Institutionen nach modernen Prinzipien und Richtlinien handeln. Mitunter ist der praktische Weg zum Erfolg erfahrungsgemäß auch konventionell und einfach umzusetzen, als simples Beispiel nennt er die gestiegene Hochwassergefahr durch kahlgeschlägerte Landstriche.

Ulrich Habsburg ist selbst in der Forstwirtschaft tätig, hat aber genauso in der Papierindustrie langfristig gearbeitet, hat also auch die andere Sichtweise auf diesen Wirtschaftssektor kennen gelernt, sowohl in leitender Position als auch als einfacher Forstingenieur, der eine fünfköpfige Familie zu ernähren hat und als Schilehrer in 4 Stunden mehr verdiente als in 8 Stunden als Forstassistent.

Ulrich Habsburg hat in seinem facettenreichen Leben viele Erfahrungen gesammelt, die verschiedenen Unruhen in Kärnten, die um die slowenische Bevölkerung, die Familien jüdischer Herkunft, Konflikte mit der Geschichte, Politik und Kirche aufgebrochen sind, mit Herz und vernünftiger Kritik aufgenommen und sieht in dieser Thematik die Herausforderung tätig zu werden. Er begrüßt zwar die Scheidung von Kirche und Staat, doch hätte die neue soziale Ordnung den traditionellen ethischen Werten der Religion kaum adäquates gegenüber zustellen. Ein moralisches Wertesystem sei verlustig gegangen und nur mangelhaft ersetzt. Das bedeutet für Ulrich Habsburg den Auftrag, der Bevölkerung einfache und leicht nachvollziehbare Richtlinien zu präsentieren und vor allem zu institutionalisieren.

Ulrich Habsburg geht es nicht nur darum, als Habsburger dieselben Rechte als Österreicher ausüben zu können und, wie jeder andere österreichische Staatsbürger auch, zur Kandidatur zum Bundespräsidenten antreten zu können. Es geht ihm vor allem um dieselben Rechte für alle Österreicher, politisch wie gesellschaftlich, gleich welcher Abstammung, adelig, jüdisch, slowenisch oder einer Minderheit zugehörig. Und es geht um ein verantwortliches Handeln in den entscheidenden Ebenen, was die ökologische Situation und die zukünftige Lebensbedingtheit erfordert. Diese Ziele wolle er als Bundespräsident verfolgen und zu diesem Zweck nicht zuletzt auch die Position Österreichs in der EU verstärkt nutzen.

Am 2. März beginnt die Frist, in welcher Dr. Ulrich Habsburg-Lothringen 6000 Unterstützungserklärungen zu seiner Präsidentschaftskandidatur bis spätestens 26. März 2010 bei der Wahlbehörde einzubringen hat. Wird Ulrich Habsburg darauf die Kandidatur verwehrt, so bleibt ihm die Möglichkeit, das Wahlergebnis anzufechten. Am 25. April 2010 werden die Wahlen zum österreichischen Bundespräsidenten in Österreich stattfinden.

Autor: Margareta Sandhofer

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