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Trinkwasser-Kraftwerk Mauer

Informationen über das neue Trinkwasser-Kraftwerk in Mauer.

Trinkwasser-Kraftwerk Mauer

Trinkwasser-Kraftwerk

Ökostrom für 1.000 Wiener Haushalte Innovative Kooperation zwischen Siemens und den Wiener Wasserwerken

"Sauberer kann Strom nicht sein", betonte Umweltstadträtin Maga Ulli Sima heute, Donnerstag, anlässlich der gemeinsam mit Maga Brigitte Ederer, Generaldirektorin der Siemens AG Österreich, vorgenommenen Eröffnung des Trinkwasser-Kraftwerks Mauer in Wien-Liesing. Das Trinkwasser der II. Wiener Hochquellenleitung legt auf seinem Weg vom steirischen Hochschwab in die Bundeshauptstadt rund 200 Kilometer zurück. Durch den Höhenunterschied von 361 Metern ist dies im natürlichen, freien Gefälle ohne den Einsatz von Pumpen möglich. In Wien angelangt, musste die Gravitationsenergie des Wassers bisher mechanisch vernichtet werden, um den optimalen Druck für das Leitungssystem zu erreichen. Sima: "Mit dem neuen Trinkwasser-Kraftwerk gehört das der Vergangenheit an. Die überschüssige Energie des Hochquellenwassers wird zu Ökostrom, selbstverständlich ohne die hervorragende Qualität des Wiener Trinkwassers zu beeinträchtigen. Das neue Kraftwerk, das 1.000 Wiener Haushalte mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgt, leistet einen Beitrag zur Steigerung des Ökostromanteils in Wien und zur Erreichung des ehrgeizigen Klimaschutzprogramms, das sich die Stadt gesetzt hat."

Realisiert wurde das Trinkwasser-Kraftwerk Mauer, das jährlich rund drei Millionen Kilowattstunden Strom liefert, in Zusammenarbeit der Wiener Wasserwerke mit der Siemens AG Österreich. Generaldirektorin Ederer: "Siemens ist seit vielen Jahren an Projekten rund um die Wiener Wasserversorgung beteiligt. Mit dem Trinkwasser-Kraftwerk Mauer konnten wir einmal mehr eine maßgeschneiderte Lösung anbieten. Das betrifft nicht allein die technische Umsetzung sondern auch das innovative Finanzierungs- konzept. Dadurch ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten entstanden."

Ganzheitliche und kostengünstige Lösung

Siemens entwickelte für das Trinkwasser-Kraftwerk Mauer ein Contracting-Geschäftsmodell: Die eigens gegründete Hochquellstrom Vertriebs GmbH finanziert das Kraftwerk (Investitionsvolumen rund 1,25 Millionen Euro) aus den Erlösen des Energieverkaufs. Ing. Thomas Feige, Geschäftsführer der Hochquellstrom Vertriebs GmbH: "Die Wiener Wasserwerke gestatten uns, das durchfließende Hochquellwasser für die Stromproduktion zu nutzen. In 13 Jahren wird sich das Kraftwerk amortisiert haben, dann können die Eigentumsrechte zum Restwert an die Wiener Wasserwerke übergehen." Einen weiteren Vorteil für die Wiener Wasserwerke betont Betriebsvorstand Dipl.-Ing. Hans Sailer: "Die Druckvernichtung, die wir brauchen, damit der Wasserdruck für das Trinkwasser- Leitungsnetz die geeigneten Werte hat, erfolgt für uns in Zukunft kostenfrei. Bis jetzt haben dafür hydraulische Regelventile gesorgt, deren Betrieb allerdings permanente Wartungs- und Erhaltungskosten verursacht hat."

Durch die Druckentlastungskammer in Wien-Mauer fließen bei einer Druckdifferenz von rund 30 Höhenmetern rund 2.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde. Damit wird eine Leistung von mehr als 400 kW erzielt, was einer Jahresstrommenge von rund drei Millionen Kilowattstunden entspricht.****

"Für das Trinkwasser besteht überhaupt keine Gefahr", räumt Sailer alle Sorgen aus. Im Kraftwerk Wien-Mauer kommt eine Francis-Turbine zum Einsatz, bei der das Wasser selbst für die Abdichtung von den Maschinenteilen sorgt. Wasserwerke-Chef Sailer: "Da das Kraftwerk unmittelbar in den Trinkwasserkreislauf eingebaut ist, war es uns wichtig, dass wir einen Partner finden, der sich mit Wasserversorgung auskennt. Mit Siemens arbeiten wir seit Jahrzehnten erfolgreich zusammen. Das Unternehmen ist entscheidend am Überwachungs- und Steuerungssystem des Wiener Wassernetzes beteiligt."

Wiener Wasserwerke: Ökostrom seit 75 Jahren

Die Erzeugung von Strom aus Trinkwasser hat bei den Wiener Wasserwerken eine große Tradition. Die entlegenen Orte in den Quellgebieten der Hochquellenleitungen hatten lange Zeit keine Chance, an die weit entfernten Stromnetze angeschlossen zu werden. In den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts begann man, die durch den Bau der Wasserversorgung entstandenen kurzen und steilen Gefällestufen ("Abstürze") vorerst für die Stromversorgung der lokalen Bevölkerung zu nutzen. So entstanden zwischen 1930 und 1936 die vier Kraftwerke im steirischen Wildalpen. In den Quellschutzgebieten und entlang der beiden Hochquellenleitungen erzeugen heute 13 Trinkwasserkraftwerke pro Jahr rund 65 Millionen Kilowattstunden an elektrischer Energie damit könnte der Strombedarf einer Stadt wie St. Pölten gedeckt werden.

 

Text: Rathauskorrespondenz
Link:
www.wien.gv.at

 

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