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Umwelt

Müll-LKW der MA 48 mit Partikelfilter ausgerüstet

Informationen über den 100. Müll-LKW der MA 48, der mit Partikelfilter ausgerüstet wurde.

Müll-LKW der MA 48

Müll-LKW

MA 48 aktiv gegen den Feinstaub: Modernste Technik bei Fuhrpark, Winterdienst und Straßenreinigung

"Über eine Million Euro hat die Stadt Wien bislang in die Nachrüstung von Fahrzeugen mit Partikelfiltern investiert. Die MA 48 zeigt in all ihren Zuständigkeitsbereichen, wie aktive Feinstaubbekämpfung funktioniert - das bisherige Ergebnis kann sich sehen lassen: 7 Tonnen Feinstaub und 30 Tonnen NOx spart sich die Stadt Wien jährlich durch die Nachrüstung und Modernisierung im Fuhrpark ein", bilanzierte heute, Mittwoch, Umweltstadträtin Ulli Sima. Gemeinsam mit dem Leiter der MA 48, Josef Thon, hat Sima heute im Technik-Center der MA 48 im 17. Bezirk die tech- nische Neuheiten und bisherigen Maßnahmen der MA 48 im Bereich Fuhrpark, Straßenreinigung und dem Winterdienst präsentiert. Bislang hat die Stadt Wien 510 Geräte und Fahrzeuge mit Partikelfilter nachgerüstet, angeschafft werden selbstverständlich nur noch Fahrzeuge auf technisch höchstem Niveau. In die Umstellung des Winterdienstes zur Splittreduktion hat die MA 48 bislang rund 8 Mio. Euro investiert, mit Erfolg: konnte der Splitteinsatz von 133.000 Tonnen im Jahr 1995 auf 16.000 im Jahr 2006 reduziert werden.

"Die MA 48 geht in ihrem Bereich den Weg konsequent weiter und wird die technischen Entwicklungen nützen, um den Schadstoffausstoß weiter zu reduzieren", so Josef Thon. "Unsere Partner wie etwa MAN, Ford und Reformwerke aus Wels haben gezeigt, dass österreichische Firmen in Sachen Feinstaub-Bekämpfung sehr kompetent sind. Selbst bei jenen Fahrzeugen, bei denen gesetzlich noch keine Partikelfilter vorgeschrieben sind, sucht die MA 48 gemeinsam mit den Firmen Lösungen zur Nachrüstung", so Thon.

Nachrüstung und Modernisierung im Fuhrpark

Im Bereich der Neuanschaffungen für den Fuhrpark setzt die MA 48 auf schadstoffarme Fahrzeuge. So wurden schon seit 2004 nur noch Fahrzeuge mit der Schadstoffklasse EURO-4 angekauft, zwei Jahre, bevor dies verbindlich vorgeschrieben war. Im Jahr 2006 hat die MA 48 38 LKW und 32 PKW neu angekauft. Alte Fahrzeuge, die nicht nachrüstbar sind, werden laufend ausgeschieden. Wo es technisch möglich war, wurde die Abgas-Belastung durch die Nachrüstung von Partikelfiltern minimiert. Die MA 48 hat gemeinsam mit der Firma MAN einen Nachrüstsatz bei Partikelfiltern entwickelt, ein Test an einem Müllsammelfahrzeug konnte im Jahr 2006 erfolgreich abgeschlossen werden. Mit diesem System von MAN konnte trotz der typisch geringen Abgastemperaturen bei Kommunalfahrzeugen ein problemloser Betrieb sichergestellt werden. Der Partikelfilter reduziert die Emission an Partikeln soweit, dass die EURO-5-Grenzwerte bei Partikeln eingehalten werden. Bei 100 Müll-LKW wurden nun nachträglich Partikelfilter eingebaut. Das bislang letzte umgerüstete Müll-Fahrzeug wird am heutigen Tag wieder in Betrieb genommen.

Auch 20 Kleinfahrzeuge der Straßenreinigung wurden mit Partikelfiltern nachgerüstet. Eine Begleitstudie kam zu dem hervorragenden Ergebnis, dass über 98 % der Rußpartikelmasse durch die Filter abgeschieden werden. Nur am Rande sei erwähnt, dass natürlich auch PKW und Off-Road-Geräte nur noch mit Filter gekauft werden, bzw. wo möglich, nachgerüstet wurden.

Arbeitsgeräte der Abfallbehandlungsanlage und Deponie

Alle dort vorhandenen Off-Road-Motoren (1 Radlader, 1 Kompostwendemaschine, 4 Stapler, 1 Bagger, 2 Schredder, 1 Dumper und 1 Notstromaggregat) sind mit einer Partikelfilteranlage nachgerüstet.

Kleinfahrzeuge der Straßenreinigung

Die MA 48 hat 20 der modernen Reform Muli T9 mit Par- tikelfilter nachgerüstet. Ende 2006 wurden noch 6 weitere mit serienmäßigen Partikelfiltern umgerüstet. Der T9 erfüllt EURO-3; mit Partikelfilter jedoch beträgt die Partikelemission sogar ca. 1/10 des EURO-4-Grenzwertes.

Klein- und Rasentraktoren

Auch wenn vom Bundes-Immissionsschutzgesetz Luft aus- geschlossen, werden von der MA 48 Klein- und Rasentraktoren seit Mitte 2006 nur mehr mit Partikelfilter angekauft. Dies waren 5 Stück, weitere 6 Stück wurden 2006 noch geliefert.

Alkylatbenzin statt Benzin

Durch den Einsatz von Alkylatbenzin lässt sich der Ausstoß von besonders gesundheitsgefährdenden Substanzen im Abgas markant reduzieren. Im Magistrat werden Geräte mit 2-Takt-Motoren wie Mo- torsensen, Motorsägen, Handmäher usw. mit Alkylatbenzin betrieben. Dies sind derzeit rund 1.400 Geräte mit einem Treibstoffverbrauch von ca. 55.000 Litern pro Jahr. Auch viele private Firmen fahren im Auftrag der MA 48, sei es im Winterdienst oder bei Transportleistungen wie der Sperrmüllabfuhr. In den Ausschreibungsverfahren wurden Abgaswerte der eingesetzten Fahrzeuge als wesentliches Zuschlagskriterium festgelegt, sodass beispielsweise seit Herbst letzten Jahres bei der Sperrmüllabfuhr nur noch LKW mit EURO-4-Motoren eingesetzt werden. Außerhalb der technischen Möglichkeiten erfolgt eine Reduktion der Schadstoffemissionen durch eine laufende Anpassung und Optimierung der Fahrtstrecken. Beispielsweise kann durch die Umstellung der Altglassammlung auf Großraumbehälter eine wesentliche Reduktion der benötigten Entleerungen erzielt werden.

Alternativ betriebene Fahrzeuge im Magistrat

Insgesamt sind derzeit 161 Fahrzeuge mit alternativen Treibstoffen wie E-Motor, Erdgas oder Biodiesel im Einsatz.

Modernisierung im Winterdienst - Feuchtsalz und Reduktion von Splitt

Die von der MA 48 optimierte Feuchtsalztechnologie hat sich in den letzten Wintern bestens bewährt. Feuchtsalz entsteht durch das Anfeuchten des trockenen Auftausalzes mit einer Salzlösung, Sole genannt. 70 % Auftausalz werden unmittelbar am Streuteller des Winterdienstfahrzeuges mit 30 % Salzlösung vermischt. Dieses feuchte Gemisch haftet auf der Straßenoberfläche, wird also vom Verkehr nicht so leicht weggeweht. Durch modernste Dosiervorrichtungen kann die verwendete Salzmenge immer weiter optimiert werden. Durch den Einsatz von Feuchtsalz konnten die ausgestreuten Splittmengen drastisch reduziert werden: statt 133.000 Tonnen im Jahr 1995 rund 16.000 Tonnen im Jahr 2006. Dadurch sinkt natürlich auch die Staubbelastung. Insgesamt hat die MA 48 über 8 Mio. Euro in die neue Winterdiensttechnologie investiert. Erfreulich: Auch immer mehr private Winterdienstfahrzeuge setzen Feuchtsalz ein.

Rasche Streusplitteinkehrung verringert Feinstaub

Um die Staubbelastung der Luft möglichst gering zu halten, gilt in Wien die "Einkehrpflicht": Bei länger anhaltenden Schönwetterperioden muss auch in den Wintermonaten der gestreute Splitt wieder eingekehrt werden.

Sole-Kehrmaschinen ermöglichen die Einkehrung von Streusplitt auch bei Minustemperaturen. Beim Splitteinkehren wird zur Vermeidung von Staubbelastung die Straße befeuchtet. Bislang mit Wasser, also Einsatzmöglichkeit nur bei Plusgraden, um Glätte zu vermeiden. Nach intensiven Versuchen haben Mitarbeiter der MA 48 einen Weg gefunden, Wasser durch eine Solelösung zu ersetzen und damit Kehrmaschinen auch bis minus 5 Grad einsetzbar zu machen. Besonders effektiv im dicht verbauten Gebiet und in Fußgängerzonen sind hier die Traktoren mit nachgezogenem Kehranhänger, "Wespe" genannt (derzeit 56 Stück in Betrieb), mit denen die Mitarbeiter der Straßenreinigung im 2. und 20. Bezirk die Versuche durchgeführt haben. Aber auch 12 Großkehrmaschinen für den Solebetrieb warten auf ihren Einsatz. Diese neuen Großkehrmaschi- nen werden mit einem besonders umweltfreundlichen Umluftsystem ausgerüstet: 80 Prozent der Abluft bleiben "in der Maschine" und werden durch den Umluftkanal zurück zum Saugmund geführt. Ein weiterer Vorteil der neuen Kehrmaschinen liegt im verbesserten Wassersystem: Ein Sprühnebel im Kessel sorgt für eine bessere Bindung des Feinstaubs.

Einkehrpflicht für HausbesitzerInnen

Auch die Einkehrpflichten der HausbesitzerInnen werden streng kontrolliert werden. Der Bürgerdienst und die MA 48 kontrollieren verstärkt die Einkehrpflicht von Streugut auf den Gehsteigen bei länger andauernden Schönwetterperioden. Die Fachleute beim MA 48-Schneetelefon sind Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr zu erreichen. Telefon: (+43 1) 54 6 48. Auch die Bürgerdienstnummer in den Bezirken (01/502 55 DW 01 bis 23) steht zur Verfügung. Dort können auch Gehsteige gemeldet werden, die nicht ordnungsgemäß vom Splitt befreit sind. Wird ein nicht ordnungsgemäßer Zustand der Gehsteige festgestellt, wird eine Meldung an das magistratische Bezirksamt weitergeleitet, Anzeige erstattet und in schweren Fällen eine Ersatzvornahme durchgeführt.

 

Text + Bild: Rathauskorrespondenz

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