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Schweinegrippe: Verlauf, Symptome, Impfung

Das Thema Schweinegrippe beherrschte 2009 Medien und Öffentlichkeit. Zwar hat die Angst vor der Neuen Grippe, so die medizinisch korrekte Bezeichnung für die Schweinegruppe, seitdem – zurecht – abgenommen; dennoch haben wir die Schweinegrippe noch nicht überwunden. Damit Sie bestens gewappnet sind, wenn die Angst vor der Schweinegrippe oder aber auch der Virus hinter der Neuen Grippe wieder einmal um sich greift, haben wir alle Informationen rund um die Themen Vorbeugung, Verlauf, Symptome, Therapie und Impfung gegen die Schweinegrippe für Sie zusammengetragen – inklusive weiterführender Informationen und Weblinks zu offiziellen Informationsstellen.

Schwein
© Rahel Szielis/pixelio.de |

Von der Schweinegrippe, die keine ist

Die Grippewelle, die 2009 große mediale und öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat, ist irreführender Weise als Schweinegrippe bezeichnet worden. Doch die eigentliche Schweinegrippe ist eine Erkrankung von Schweinen: die Schweine-Influenza oder porzine influenza.

Die derzeit grassierende Grippe-Erkrankung ist freilich keine Tierseuche, sondern eine Krankheit, die wie die saisonale Influenza von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Neue Grippe, Neue Influenza oder Mexiko-Grippe

Inzwischen wird die im Volksmund immer noch fälschlich als Schweinegrippe bezeichnete Erkrankung Neue Grippe, Neue Influenza oder Mexiko-Grippe und medizinisch Pandemie H1N1 2009 genannt. Die "Schweinegrippe" wird durch das Influenzavirus-Subtyp A/California/7/2009 (H1N1) hervorgerufen.

Man unterscheidet zwischen 3 Typen von Influenza-Viren: Typ A, B und C. Davon ist die Infektion mit der Influenza Typ A die gefährlichste und Ursache von Grippe-Epidemien bzw. -Pandemien.

Von einer Grippe-Pandemie wird dann gesprochen, wenn ein neuartiges Influenza-A-Virus, das dem menschlichen Abwehrsystem noch nicht bekannt ist, sich schnell in der Bevölkerung ausbreitet und ein schweres Krankheitsbild nach sich zieht. Gegen die Neue Grippe sind die Impfungen und Medikamente, die gegen die saisonale Grippe eingesetzt werden, wirkungslos. 

Der Virus hinter der Schweinegrippe

Die Herkunft des Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, das die sogenannte Schweinegrippe verursacht, ist bislang noch nicht geklärt. Vermutet wird, dass es sich um ein Virus handelt, dessen genetisches Material aus einer Verbindung von mehreren Erregern entstand und erst vor kurzer Zeit erstmals auf den Menschen übertragen worden ist:

Die Variante des Neuen Virus wird auf die Kombination einer eurasischen mit einer nordamerikanische Schweinegrippe, sowie mit einer nordamerikanische Vogelgrippe und einer menschliche Grippe als originäre Quellen zurückgeführt. Die Schweinegrippe ist somit einer der Vorläufer der Neuen Grippe, nicht sie selbst.

Die Übertragung der Influenza A (H1N1) auf Tiere ist bisher nur ein Mal an Schweinen (Kanada, Mai 2009) und ein Mal an Geflügel (Valparaiso in Chile, August 2009) beobachtet worden.

Schweinegrippe: Vorbeugung und Verlauf 

Die Infektion mit der Neuen Grippe erfolgt wie bei der saisonalen Grippe durch Tröpfchenübertragung, etwa durch Niesen, Husten oder Sprechen, aber auch durch verunreinigte Gegenstände oder Hände. Daher sind als Vorbeugemaßnahmen häufiges Händewaschen und Abstandhalten von erkrankten Menschen ratsam.

Bereits infizierte Menschen sollten sich dem entsprechend verhalten, keinen engen Kontakt zu Gesunden suchen, den Arzt nach telefonischer Vereinbarung und nicht mittels öffentlicher Verkehrsmittel aufsuchen und für eine Woche zu Hause verbleiben.

Bei der Pflege eines an der Neuen Influenza Erkrankten können zur weiteren Sicherheit ein Mund-Nasen-Schutz und Einmalhandschuhe verwendet werden. Geschirr, Wäsche und andere Gegenstände, die der Kranke benützt hat, sind rasch zu säubern, bei Temperaturen über 70 Grad Celsius werden die bisher erkannten Influenza-Viren abgetötet.

Schweinegrippe: Symptome und Therapie

Die Symptome der Neuen Influenza gleichen jenen der saisonalen Grippe: Plötzliches Auftreten von hohem Fieber, Beschwerden in den Atemwegen, Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich Übelkeit, Brechreiz und Durchfall.

Die Inkubationszeit, das heißt der Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit, kann zwischen einem und sieben Tagen betragen. Wenn man den Verdacht hegt, an der sogenannten Schweinegrippe, der eigentlichen Influenza A (H1N1) erkrankt zu sein, so ist dies nur über einen Laborbefund verlässlich zu diagnostizieren.

Innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Beginn der Krankheit ist die Neue Influenza mit bestimmten Neuraminidase-Hemmern erfolgreich behandelbar, vergleichbar mit der Bekämpfung der saisonalen Grippe. Allerdings haben sich nur spezifische Neuraminidase-Hemmer als wirksam erwiesen, gegen ältere Medikamente, die bei der saisonalen Grippe eingesetzt werden, ist das neue Influenza-A-Virus resistent.

Die weitere Behandlung von an der Neuen Influenza Erkrankten gleicht jener von Grippepatienten: strenge Bettruhe, Schonung, reichliche Flüssigkeitsaufnahme und eventuell Anwendung von schmerzstillenden und fiebersenkenden Medikamenten. In jedem Fall ist ärztliche Rücksprache zu halten.

Üblicherweise verläuft die Erkrankung an der Influenza A (H1N1) mit milden Symptomen der Grippe und ebenso stellt sich die Genesung ein.

Gesundheitsgefährdung Schweinegrippe? 

Die Neue Influenza hat sich zwar in kürzester Zeit über den ganzen Erdball auf alle Kontinente ausgedehnt, doch sind an der sogenannten Schweinegrippe im Vergleich zur jährlichen Grippe-Epidemie nur wenige Menschen verstorben. Vor allem die Sensationslust in Schlagzeilen und Medienberichten haben die Besorgnis erregende Situation und Befürchtungen von Gesundheitsbehörden zu einer Hysterie hoch geschaukelt. Die Pharmaindustrie wird daraus ihren Nutzen ziehen.

Ursprünglich war die Neue Influenza als Mexiko-Grippe viel aggressiver eingeschätzt worden, als sie tatsächlich war. Als Daten wurden die seltenen, schweren Fälle aufgenommen, während ein großer Teil der Erkrankten mit milde verlaufendem Krankheitsverlauf als solche nicht registriert worden sind. Zusätzlich verbreitete sich in Mexiko zur selben Zeit, als die Neue Influenza erstmals auftrat, auch eine „normale“ saisonale Grippewelle, was krasse Unterschiede in den Berichten von Presse und offiziellen Stellen zur Folge hatte.

Zwar sind seit diesem Zeitpunkt im April 2009 weltweit vereinzelt auch junge, keiner Risikogruppe zugehörige Menschen an der Neuen Grippe schwer und sogar tödlich erkrankt, doch sind die wirklich schweren Krankheitsverläufe hauptsächlich bei bedingt gesunden Menschen festzustellen, wie bei Menschen, die chronisch an Asthma bronchiale oder COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) leiden, bei älteren und schwangeren.

Schweinegrippe: Impfung

Da eine fortschreitende Ausbreitung der Influenza A (H1N1) zu befürchten ist, steht für die ohnehin bevorstehende Grippensaison 2009/2010 kaum genügend Impfstoff zu Verfügung um alle, die sich vor dem Neuen Virus schützen wollen, zu versorgen.

Aus diesem Grund wurde Mitte Juli von der WHO (World Health Organization - Weltgesundheitsorganisation) empfohlen, in erster Linie das medizinische Personal zu impfen, um das Gesundheitssystem im Land zu bewahren. Darüber hinaus sind bevorzugt Risikogruppen wie Ältere, Schwangere, Kleinkinder oder chronisch Kranke, aber auch Kinder und Jugendliche, von denen sich das Virus besonders schnell auf andere überträgt, zu immunisieren.

Der Österreichische Influenza Pandemieplan 

In Österreich hält sich das Bundesministerium für Gesundheit an den Österreichischen Influenza Pandemieplan, nach welchem ein ausreichender Bestand an Impfstoff, antiviralen Medikamenten und Schutzmasken zur sofortigen Verfügung sichergestellt ist. Für 8 Millionen Menschen soll eine mögliche Impfung, ebenso viele Schutzmasken, für etwa 4 Millionen Personen Neuraminidase-Hemmer zur ersten Behandlung nach frühzeitiger Erkennung der Neuen Influenza gewährleistet sein.

Weitere Informationen und Weblinks

 

 

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